Bundestrainer Hansi Flick (r) steht neben Englands Trainer Gareth Southgate am Spielfeldrand.

Nationalmannschaft Flick: "Mir hat es gefallen, wie wir Fußball spielen"

Stand: 08.06.2022 08:56 Uhr

Zum dritten Mal in Serie spielt die Nationalmannschaft gegen einen namhaften Gegner 1:1. Hansi Flick ist nach dem Remis gegen England dennoch zufrieden - ungeachtet des Ausgleichs kurz vor Schluss.

Fragen an Bundestrainer Hansi Flick nach dem 1:1 der Fußball-Nationalmannschaft in der Nations League in München gegen England.

Frage: Sie haben sieben Änderungen in der Startelf vorgenommen. Nur Neuer, Rüdiger, Kimmich und Müller spielten wieder von Beginn an. Ist das ihre WM-Achse?

Antwort: Wir schauen nicht so weit nach vorne bis zur WM. Wir haben gesagt, dass die vier Spiele da sind, um zu überprüfen, wie weit wir sind. Das Spiel heute war so, wie wir uns das vorgenommen haben. Die Art und Weise war für die Fans einfach toll. Schade, dass wir uns nicht belohnt haben. Wir haben gegen einen Gegner gespielt, der enorm stark in der Offensive ist. Wir haben einen Torwart in Manuel Neuer in unseren Reihen, der absolute Weltklasse ist. Das ist und bleibt er für mich. Es ist schade, dass wir durch den Elfmeter den Sieg nicht mitnehmen konnten.

Frage: Sie haben dreimal gegen große Gegner 1:1 gespielt. Woran liegt es, dass es die Mannschaft nicht schafft, den Sieg ins Ziel zu retten?

Antwort: Wir haben gegen England gespielt. England ist eine große Fußball-Nation. Die Premier League ist die beste Liga der Welt. Daher ist es schon so, dass ich stolz bin über die Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball gespielt hat. Wir haben den Gegner unter Druck gesetzt und gezwungen, die Bälle lang zu schlagen. Mir hat es gefallen, wie wir Fußball spielen. Wir haben da schon gezockt, teilweise. Wir haben Chancen gehabt, es hat letztendlich nichts genutzt. Daran müssen wir arbeiten.

Frage: Wie wichtig ist es mit Blick auf die WM, dass sich die Mannschaft bald mit einem Sieg belohnt?

Antwort: Das zeichnet die Mannschaft aus. Sie will gewinnen. Ich kenne es aus der Erfahrung mit der Nationalmannschaft, aber auch mit Bayern München, dass Siege wichtig für das Selbstvertrauen, für ein Selbstverständnis auch innerhalb der Mannschaft sind, dass man Spiele gewinnen kann, dass man die Qualität hat. Daran arbeiten wir, dass sind die Dinge, die wir uns erarbeiten müssen.

Frage: Für Englands Trainer Gareth Southgate war es ein klarer Elfmeter. Teilen Sie diese Ansicht?

Antwort: Ich glaube, dass Nico Schlotterbeck Harry Kane gar nicht sieht. Mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Es ist so, der Schiedsrichter hat gepfiffen. Ich habe noch lange mit ihm diskutiert. Das ist so im Fußball.

Frage: Ist die wichtigste Erkenntnis der ersten beiden Spiele, dass alle gezeigt haben, dass sie Teil dieser Mannschaft sein können?

Antwort: Es geht im Fußball und im Leben alles immer schnell. Es kann sich vieles ändern. Wir hoffen, dass alle gesund bleiben. Nicht umsonst habe ich immer wieder betont, dass die Mannschaft eine hohe Qualität hat und wir, was die Leistungsdichte betrifft, auf allen Positionen sehr zufrieden sind mit unserer Auswahl. Darum geht es. Für die Mannschaft ist es wichtig, dass alle zeigen, dass sie weiter helfen können. Auch in Amsterdam haben wir ohne sieben, acht etablierte Spieler gespielt. Die Qualität in Holland und gegen England war gut.

Frage: Wie schätzen Sie die Leistung von Ilkay Gündogan heute ein und könnte er auch mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka zusammenspielen?

Antwort: Es ist schon so, dass wir viele Dinge immer überlegen, was die Formation betrifft. Wenn man stabile Innenverteidiger hat, kann man auch mit einer Dreierkette spielen, ohne Frage. David Raum hat gezeigt, dass er die linke Seite gut bespielen kann und Jonas Hofmann die rechte. Daher ist es bei uns eine Überlegung, aber wir werden die beiden Spiele unser gewohntes 4-2-3-1 spielen, aber wir sind dran, die Dinge auch so festzuzurren für uns, um dann Richtung Katar andere Optionen zu haben.

Frage: Englands Harry Kane hat nicht sein bestes Spiel gemacht und war am Ende doch da. Ist die Stürmerposition das größte WM-Fragezeichen für Sie?

Antwort: Für mich ist wichtig, dass man Spielern Vertrauen schenkt. Wir haben Qualität, wir haben Spieler, die Potenzial haben, sich zu entwickeln. Wir wollen jeden besser machen, um uns für Katar weiterzuentwickeln.

Frage: Nico Schlotterbeck hat zum zweiten Mal einen Elfmeter kurz vor Schluss verursacht. Wie können Sie ihm helfen, dass es nicht noch einmal passiert?

Antwort: Ich glaube, dass es sehr unglücklich war heute. Es ist eine Sache, die passiert. Ich mache ihm keinen Vorwurf. Er hat gezeigt, dass er eine richtige Verstärkung ist. Die Art und Weise, wie er Fußball spielt, sehr selbstbewusst. Auch wenn ein Fehler passiert, macht er einfach weiter. Das sind die Dinge, die wir brauchen.