Die Dortmunder um Jude Bellingham verloren beim FC St. Pauli und schieden im DFB-Pokal aus.

Achtelfinale

DFB-Pokal: Das war der Dienstag, das kommt am Mittwoch

Stand: 19.01.2022, 10:58 Uhr

Das könnte was werden für die vielen kleineren Profi-Clubs. Nach den Bayern hat sich auch Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Heute stehen vier weitere Achtelfinals an.

Die Bayern sind ohnehin schon raus - und jetzt auch noch Borussia Dortmund. Der BVB scheiterte im Achtelfinale des DFB-Pokals, im Gegensatz zum Dortmund-Bezwinger FC St. Pauli, dem Hamburger SV, Karlsruher SC und VfL Bochum.

Von den weiteren vier Partien steht heute das brisante Berliner Stadtderby zwischen Hertha BSC und Union im Fokus.

Ausgerutscht:

So geht ein Pokal-Krimi - mit einem bitteren Ende für den 1. FC Köln. Der Bundesligist rettete sich gegen den Hamburger SV dank Anthony Modeste praktisch in letzter Sekunde der Verlängerung doch noch ins Elfmeterschießen. Und dieses wurde entschieden, weil Florian Kainz den Ball bei seinem Schuss regelwidrig zweimal berührte. "Es ist sehr bitter, dass wir uns nicht belohnt haben", sagte Kainz nach dem 3:4 im Elfmeterschießen beim Pay-TV-Sender Sky. "Der Schiedsrichter hat mir gleich gesagt, dass es gecheckt worden ist. Das tut mir natürlich sehr leid für die Mannschaft." Es sei für ihn "eine schwierige Geschichte, aber ich werde damit umgehen können".

Verpasst:

Die Spieler des Drittligisten TSV 1860 München waren natürlich enttäuscht. Gegen den Zweitligisten Karlsruher SC hatte sich ein lange Zeit offenes Spiel entwickelt. Den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg der Gäste erzielte Marvin Wanitzek in der 69. Minute per Handelfmeter. "Ich bin schon enttäuscht. Ich glaube, dass wir ebenbürtig waren", sagte 1860-Coach Michael Köllner. Ein wichtiger Faktor sei seinem Team abgegangen: "Ein Stück weit haben die Zuschauer gefehlt." Der KSC freute sich aufs Viertelfinale. "In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, wer hier gewinnen wollte", sagte Torschütze Wanitzek.

Raus:

Das Viertelfinale wird erstmals seit der Saison 2006/07 ohne die Bayern und Borussia Dortmund gespielt. "Die Enttäuschung ist riesig, wir können den Titel nicht verteidigen", sagte Dortmund Trainer Marco Rose nach dem 1:2 beim Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli. "So wie wir das Spiel angenommen haben, war es kein Pokalspiel." Erling Haaland verzog sich nach dem Abpfiff sauer in die Kabine. "Es ist bitter, als Top-Favorit auszuscheiden", sagte Marco Reus. Mit sechs Punkten Rückstand auf die Bayern halten sich die Titelchancen des BVB in der Liga in Grenzen. Bleibt noch die Europa League.

Kunstschütze:

Gegen 1899 Hoffenheim traf Milos Pantovic aus der eigenen Hälfte, gegen den SC Freiburg fast von der Mittellinie. Nun setzte der Serbe beim 3:1 im Pokal gegen den FSV Mainz 05 einen Lupfer im Stile von Lionel Messi ins Tor. Dazu zeigte Pantovic auch vom Punkt keine Nerven. "Es ist einfach wichtig, dass wir die Runden weiterkommen. Es ist im Endeffekt egal, wer die Tore macht", sagte Pantovic ganz bescheiden. Bei den Fans ist er aber längst der Publikumsliebling. Nach dem ersten Viertelfinal-Einzug seit sechs Jahren träumt der VfL nun von mehr.

Derby:

Das prestigeträchtige Berliner Derby am Mittwoch (20.45 Uhr) steht auch wegen der unterschiedlichen Ausgangslage im Fokus. Der 1. FC Union Berlin steht in der Bundesliga auf einem Europapokal-Platz, Hertha BSC muss gegen den Abstieg kämpfen. Für Trainer Tayfun Korkut ist die Hertha aber immer noch die Nummer eins in Berlin. "Ich finde, Union macht das sehr, sehr gut die letzten Jahre. Das ist ein Fakt, das sieht man ja auch. Trotz alle dem, wenn man sich die Geschichte anschaut, die Hertha sieht, dann weißt du auch, wer die Nummer eins in der Stadt ist", sagte Korkut. Im letzten Liga-Derby im November waren die Eisernen bei ihrem 2:0-Sieg überlegen.

Chance:

Für RB Leipzig ist der DFB-Pokal die wohl einzig realistische Titelchance in dieser Saison. Dementsprechend konzentriert will RB-Trainer Domenico Tedesco die Aufgabe gegen Zweitligist FC Hansa Rostock am Abend (18.30 Uhr) angehen. Trotz des Klassenunterschiedes wird das Spiel für den Coach kein Selbstläufer. "Hansa macht viele Sachen richtig gut", sagte der 36-Jährige. "Sie sind nicht zu unterschätzen." Auch wenn Hansa-Trainer Jens Härtel, der als Jugendtrainer auch eine RB-Vergangenheit hat und aus Leipzig stammt, Understatement betreibt und einzig den Klassenverbleib als oberstes Saisonziel ausgegeben hat, wird Hansa das Spiel nicht freiwillig herschenken.

Auf und Ab:

Borussia Mönchengladbach befindet sich irgendwie immer noch in der Findungsphase. In der Bundesliga setzte es am vergangenen Wochenende eine 1:2-Niederlage gegen Bayern Leverkusen. Aber im Pokal, da lief es in dieser Saison. In der zweiten Runde hatten die Gladbacher den FC Bayern mit 5:0 abgefertigt. Der Achtelfinalgegner am Mittwoch (18.30 Uhr), Zweitligist Hannover 96, hat den deutlich kleineren Namen. "Wir haben das ganz große Ziel, nach Berlin zu kommen", sagte Trainer Adi Hütter vor dem Spiel in Hannover. "Träumen darf man ja, das ist nicht verboten."

Nachbarn:

Im Baden-Württemberg-Duell am Abend (20.45 Uhr) wollen beide Überraschungsclubs der diesjährigen Bundesliga-Saison ihre Chance auf das Finale in Berlin wahren. Die TSG 1899 Hoffenheim geht als Heimteam als leichter Favorit in das Spiel gegen den SC Freiburg. "Wir wollen weiterkommen und richtig was reißen im Pokal. Wir wollen mehr. Das gab es noch nicht bei der TSG", sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß.

Quelle: dpa

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