Formel-1-Rückkehr nach Zandvoort: Kultig und hoch umstritten

Formel-1-Rückkehr nach Zandvoort: Kultig und hoch umstritten

Von Volker Schulte

Die Formel 1 kehrt nach Zandvoort zurück - auf einen einzigartigen Dünen-Kurs mit Steilkurven und Tradition. Doch zur bewegten Geschichte der Strecke gehört auch scharfe Kritik.

Die Rennstrecke in Zandvoort 1961

Eine Achterbahnfahrt durch die Dünen, reizvoll, gefährlich, umstritten - der Circuit Park Zandvoort besitzt Kultstatus, polarisiert aber auch.

Eine Achterbahnfahrt durch die Dünen, reizvoll, gefährlich, umstritten - der Circuit Park Zandvoort besitzt Kultstatus, polarisiert aber auch.

30 Mal trägt die Formel 1 zwischen 1952 und 1985 ihren Großen Preis der Niederlande in Zandvoort aus - hier ein Bild aus dem Jahr 1970. Bei diesem Rennen verunglückt der Brite Piers Courage tödlich.

Die Strecke wird umgebaut, sicherer gemacht. Doch es gibt weitere Todesfälle: Roger Williamson (Formel 1, 1973) und Hans-Georg Bürger (Formel 2, 1980). Auf diesem Bild landet Gilles Villeneuve 1981 im Ferrari im Kiesbett.

1985 ist die Formel 1 vorerst letztmals zu Gast. Nicki Lauda (hier 2.v.r. im Jahr 1984) ist der letzte Triumphator - es ist sein 25. und letzter Grand-Prix-Erfolg. Rekordsieger von Zandvoort ist Jim Clark mit vier Titeln.

Ganz leise wird es in Zandvoort danach natürlich nicht. Ein Umbau 1998 bringt den Kurs auf die heutige Länge von 4,26 Kilometer, die DTM ist von 2001 bis 2018 zu Gast. 2019 wird die Rückkehr der Formel 1 ab 2020 angekündigt.

Die angekündigte Rückkehr löst Jubel, aber auch Protest aus. Denn die Rennstrecke ist allein schon deshalb umstritten, weil sie durch ein Naturschutzgebiet führt. Umwelt- und Tierschutzorganisationen klagen, auch weil die vom Aussterben bedrohten Sandeidechsen und Kreuzkröten an der Strecke siedeln. Doch alle Klagen werden abgewiesen, die Tierarten umgesiedelt.

Weitere Kritikpunkte: Lärm für die Anwohner und das drohende Verkehrschaos. Schon ohne Motosportevent pendeln an schönen Wochenenden Tausende an den Badeort, vor allem aus dem nahegelegenen Amsterdam. Beim Grand Prix wird deshalb die Frequenz der Züge stark erhöht - und die Veranstalter richten einen frommen Appell an die Zuschauer, doch möglichst mit dem Fahrrad anzureisen.

Auch die Corona-Politik erhitzt die Gemüter. 2020 fällt das Formel-1-Comeback noch aus, jetzt dürfen 70.000 Zuschauer kommen - und auch ein Zeltplatz ist genehmigt. Und das, obwohl Festivals und andere Großveranstaltungen in den Niederlanden verboten sind.

Vermutlich trägt auch der Hype um Max Verstappen dazu bei, dass das Rennen gegen alle Widerstände durchgezogen wird. Der 24-Jährige hat das Zeug, erster niederländischer Formel-1-Weltmeister zu werden, liegt nur drei Punkte hinter Lewis Hamilton.

Die Strecke ist noch einmal angepasst worden - unter anderem mit zwei Steilkurven als Unikat im Formel-1-Rennkalender. Die letzte Kurve ist um bis zu 32 Prozent geneigt - und damit steiler als die Kurven des berühmten Inianapolis Motor Speedway. Die Steilkurven sollen das Überholen erleichtern.

Stand: 02.09.2021, 13:48 Uhr

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