Max Verstappen jubelnd nach seinem Sieg in Mexiko

Formel 1

Verstappens Ansage in Mexiko - schon eine Vorentscheidung?

Stand: 08.11.2021, 11:15 Uhr

Max Verstappen hält beim GP in Mexiko erneut Lewis Hamilton auf Distanz. Mit einer taktischen Glanzleistung, die im Titelrennen der Formel 1 wie eine Vorentscheidung aussieht.

In den Niederlanden wird bereits der Weltmeister-Champagner kaltgestellt. Mit seinem Sieg beim Großen Preis von Mexiko am Sonntagabend (07.11.2021) habe Max Verstappen eine glasklare Botschaft an seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton gesendet, schrieb die Zeitung De Volkskrant: "Der Titel gehört mir."

Es sind zwar immer noch vier Rennen zu fahren in der Formel 1. Aber Verstappens Vorsprung von nunmehr 19 Punkten erscheint nach den jüngsten Leistungen wie eine Vorentscheidung. Auch wenn Hamilton in der bisherigen Saison gezeigt hat, dass er im Duell mit dem Niederländer bereit ist, keinen Millimeter nachzugeben und auch einen Crash in Kauf zu nehmen. Das Problem für den Briten: Sollten beide Fahrer noch einmal aneinandergeraten und ausscheiden - wie zuletzt in Italien - wäre dies vor allem zum Nachteil von Hamilton.

Verstappen mit Glanzleistung in Mexiko

Die Strecke in Mexiko bot nach Ansicht der Experten Vorteile für Verstappens Red Bull, zumal dem kraftvolleren Mercedes-Motor mehr Probleme in Mexikos dünner Höhenluft prophzeiht wurden. Doch im Qualifying patzte das Red-Bull-Team, Verstappen kam nur als Dritter in die Startaufstellung, mit den zwei Mercedes-Piloten Valtteri Bottas und Hamilton vor sich.

Mercedes bot sich eine unverhoffte Chance, doch Verstappen schlug im Rennen zurück und setzte seinen Plan mit beeindruckender Klasse und Nervenstärke um: In der ersten Kurve erspähte er die Lücke zwischen Bottas und Hamilton, ging erst als Letzter auf die Bremse und ließ die Silberpfeile hinter sich.

Frust bei Mercedes und Hamilton

Eine taktische Glanzleistung, die das Rennen im Prinzip entschied - und das Weltmeister-Team um Hamilton einmal mehr frustriert zurückließ. Der Titelverteidiger kritisierte im Anschluss die Renntaktik und seinen Teamkollegen Bottas, der Verstappen in seinem Rücken eine Lücke zum Durchkommen gelassen hatte. Insgesamt aber musste auch Hamilton die Überlegenheit des schnelleren Red Bull eingestehen. Er habe in jeder Runde eine halbe Sekunde auf Verstappen verloren, meinte Hamilton bei der BBC. "Es gab nichts, was wir dagegen tun konnten", sagte der Brite. "Wir probieren alles. Aber im Moment ist es nicht genug, um mit ihnen mithalten zu können."

Noch vier Rennen - viel spricht für Verstappen

Hamilton sprach war zwar nur vom Rennen in Mexiko. Dennoch klang es schon so etwas wie das Eingeständnis einer Niederlage im Rennen um den WM-Titel. Der Red Bull konnte zuletzt seine technischen Stärken, vor allem in den Kurven, einfach besser ausspielen. Und der Kurs beim kommenden Rennen in Interlagos kommt nach Ansicht vieler Experten auch wieder Verstappens Team entgegen.

"Wir müssen beginnen, besser zu performen und vielleicht auch auf den Renngott hoffen", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, auch hier klang schon etwas Resignation durch.

Hamilton lobt Verstappen: "Mega-Job"

Dazu passt es, dass auch die zwischenzeitlich aggressiv ausgetragene Rivalität der beiden Kontrahenten zuletzt merklich abgekühlt war. Nach Verstappens Abflug im direkten Crash mit Hamilton in Silverstone war es in Monza eskaliert, als die beiden WM-Führenden nach einem weiteren, gefährlichen Gerangel gemeinsam im Huckepack von der Strecke schlitterten.

Inzwischen sprechen beide auffallend mehr und mehr mit gegenseitigem Respekt voneinander, zumindest in den offiziellen Äußerungen. Als Trash-Talker betätigten sich nur noch die beiden österreichischen Teamchefs Wolff und Christian Horner. Hamilton dagegen lobte in Mexiko-Stadt die fahrerische Klasse seines Rivalen, das Bremsmanöver in der ersten Kurve sei einfach ein "Mega-Job" von Verstappen gewesen, meinte der Brite anerkennend in der BBC.

"Mad Max" Verstappen gereift

Verstappen zeigte auch im Anschluss keine Schwächen und fuhr auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez sicher zum neunten Saisonsieg. Ein weiteres Zeichen, dass der als "Mad Max" bekannte einstige Bruchpilot offenbar gereift ist und sein Temperament inzwischen in die richtigen Bahnen zu lenken vermag. "Ich denke nicht an den WM-Pokal, wir müssen bis zum Ende weiterkämpfen", betonte Verstappen. Mit seinem nächsten Meisterstück ließ er aber keine Zweifel daran, dass er in diesem Jahr reif für seinen ersten Titel ist.

Quelle: red/sid/dpa

Darstellung: