Haas-Teamchef Günther Steiner (l.) und Mick Schumacher

Formel-1-Rennen in Baku Mick Schumachers Chef will keine Unfälle mehr

Stand: 09.06.2022 11:26 Uhr

Haas-Teamchef Günther Steiner hat genug. Vor dem Formel-1-Rennen in Aserbaidschan hat er seine beiden Piloten ermahnt: keine Unfälle mehr.

Beim Großen Preis von Monte Carlo hat Formel-1-Pilot Mick Schumacher seinen Wagen in zwei Teile zerlegt. In Aserbaidschans Hauptstadt Baku steht nun am Sonntag (12.06.2022) direkt der nächste Stadtkurs der Formel 1 auf dem Programm.

Schumacher, ganz Profi, schiebt die Sorgen beiseite. Die Aussicht auf die nächste Raserei durch eine enge Innenstadt macht ihn nicht bange. "Baku wird sich im Vergleich zu Monaco groß anfühlen, das ist sicher", sagte der Haas-Pilot.

Doch der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher wird nach einer Unfallserie von wachsender Kritik und Zweifeln begleitet. In den Häuserschluchten von Baku darf er sich nicht noch einen Patzer erlauben.

 Rennstrecke des Baku "City Circuit" während des Großen Preis von Aserbaidschan

Neuerlicher Crash schlecht für Kanada-Rennen

So hat Haas-Teamchef Steiner ihn und seinen Kollegen Kevin Magnussen zu einem crashfreien Rennen ermahnt. "Wir hoffen, dass wir in Baku keine Schäden haben werden", sagte Steiner.

Dabei richtete er seinen Blick vor allem auf das folgende Rennen in Kanada, das nur eine Woche später ansteht: "Wir haben nur wenige Tage Zeit, um uns dort einzurichten. Wenn man also einen Schaden am Auto hat, wird es noch schwieriger." 

Vor allem Mick Schumacher darf das als klare Dienstanweisung verstehen. Denn nicht nur in Monaco, sondern auch in Saudi-Arabien zerstörte er sein Auto komplett. Hinzu kamen Unfälle in Bahrain und Miami.

Crash-Folge: Hohe Kosten und viel Arbeit

Weit mehr als eine Million Euro kosteten die Missgeschicke des 23-Jährigen sein Team in diesem Jahr bereits, rechneten Fachmagazine aus. Neue Chassis, neue Getriebeteile, viele Arbeitsstunden - das tut besonders dem klammen Haas-Rennstall weh.

Im schlimmsten Fall bleibt weniger Geld für die technische Weiterentwicklung der Autos übrig. "Mick muss lernen, dass solche Fehler nicht passieren dürfen, gar keine Frage", schrieb Ralf Schumacher in einer Kolumne, Onkel von Mick und Ex-Rennfahrer.

Schumacher noch immer ohne Punkt

Neben Williams-Fahrer Nicholas Latifi ist Mick Schumacher der einzige Pilot, der in diesem Jahr noch punktlos ist. Das schmerzt umso mehr, weil sein neuer Teamgefährte Kevin Magnussen bereits 15 Zähler erobert hat.

"In der Formel 1 gibt es kein Verstecken. Es zählen nur Ergebnisse. Auch Mick weiß das ganz genau", sagte Teamchef Steiner dem Fachportal "motorsport.com".

Auf Bewährung

Das Lehrjahr 2021 im damals hoffnungslos unterlegenen Auto ist für Schumacher definitiv vorbei, jetzt fährt er mehr denn je auf Bewährung. "Mit unserem Auto sind wir in einer guten Position für Baku", sagte Schumacher.

Vor allem die lange Zielgerade am Kaspischen Meer sollte dem starken Ferrari-Motor liegen. Knifflig wird es in den knallengen Passagen der Altstadt, bislang oft ein Unfall-Schwerpunkt.

Schumacher hat an den Baku City Circuit gemischte Erinnerungen. Im Hauptrennen der Formel 2 schied er 2019 nach einem Dreher aus. Im Vorjahr kollidierte er kurz vor Schluss fast bei Vollgas mit seinem ungestümen Teamgefährten Nikita Masepin.

Schumachers Job bei Haas in Gefahr?

Nichts wünscht sich Schumacher diesmal mehr als ein problemfreies Wochenende, um die Kritiker verstummen zu lassen. So mancher Experte unkte bereits, weitere Patzer könnten Schumacher vorzeitig den Job bei Haas kosten. "Grundsätzlich halte ich das für unmöglich, und ich glaube auch nicht, dass das angedacht wird", sagte Ralf Schumacher.

Mick Schumacher steigt nach seinem Unfall aus dem zerstörten Rennwagen aus

Unterstützung auch von Vettel

Die kritischen Aussagen von Teamchef Steiner seien "überflüssig" gewesen, weil sie "einfach zu viel Interpretationsspielraum" ließen. "Wir müssen sehen, wie wir von hier aus weitermachen", hatte Steiner vieldeutig gesagt. 

Neffe Mick sei in seiner Karriere stets an seinen Aufgaben gewachsen. "Da mache ich mir gar keine Gedanken", sagte Ralf Schumacher. Ähnlich sieht es Landsmann Sebastian Vettel. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass Mick mehr kann, als er gerade zeigt", beteuerte der viermalige Weltmeister.