Spieler der Los Angeles Rams bei einem Match gegen die Arizona Cardinals.

Regelverschärfungen US-Ligen reagieren auf rasant steigende Zahl an Corona-Fällen

Stand: 18.12.2021 09:45 Uhr

Im Grunde lief der Profisport in den USA zuletzt trotz der Pandemie nahezu reibungslos. Jetzt häufen sich die Corona-Fälle.

Die großen Ligen reagieren unterschiedlich auf die ansteigenden Zahlen.

Manchen Teams fehlen mehr als 20 Spieler

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP kamen in der National Football League (NFL) allein am Montag (13.12.2021) und Dienstag insgesamt 88 Menschen auf die Corona-Liste, darunter Odell Beckham jr. von den Los Angeles Rams. Am Mittwoch folgten neben weiteren der Quarterback der Cleveland Browns, Baker Mayfield, und sein Cheftrainer, Kevin Stefanski. Am Donnerstag Stars wie Tyler Lockett von den Seattle Seahawks oder Rookie Jaylen Waddle von den Miami Dolphins. Die Rams, Browns und auch das Washington Football Team haben jeweils über 20 Spieler auf der Liste, auf der positiv getestete Akteure und deren "close contacts" stehen. Und das im Saisonendspurt - für die Rams, Browns, Washington und Miami geht es noch um die Playoffs.

NFL verschiebt Spiele

Am Freitag (17.12.2021) hat sich die Liga, die sonst ihr Programm strikt durchzieht, zumindest drei Spiele zu verlegen. Die besonders stark betroffenen Cleveland Browns empfangen statt am Samstag nun zwei Tage später die Las Vegas Raiders. Die Sonntagsspiele zwischen den Philadelphia Eagles und dem Washington Football Team sowie den Los Angeles Rams und den Seattle Seahawks sind auf Dienstag verlegt worden.

Schon zuvor waren die Regeln noch einmal verschärft worden. Teams dürfen mit sofortiger Wirkung Mannschaftssitzungen nur noch virtuell abhalten und nicht mehr zusammen essen, und Personen sind unabhängig vom Impfstatus zum Tragen einer Maske verpflichtet.

"Die Änderungen, die wir heute machen, zielen auf die zunehmenden Fallzahlen und das Aufkommen der Omikron-Variante", teilte die NFL mit. Die Liga unterstütze eine Booster-Impfung für die Spieler zudem eindringlich, hieß es. Mitarbeiter, die in engem Kontakt zu den Spielern stehen, müssen bis zum 27. Dezember ihre Booster-Impfung erhalten - darunter zählen unter anderem die Coaches.

NBA: Mehr als 30 positiv getestete Spieler

In der Basketball-Profiliga NBA zählen derzeit die Superstars James Harden und Giannis Antetokounmpo zu den nicht einsatzfähigen Basketballern. Die NBA hatte in dieser Woche zwei Partien der Chicago Bulls absagen müssen, weil die Mannschaft zu wenig einsatzfähige Spieler hatte. Die Brooklyn Nets spielten beim 131:129 nach Verlängerung am Dienstag mit dem Minimum von acht spielberechtigten Basketballern.

Von den mehr als 30 positiv getesteten Spielern waren 17 entweder im Kader der Bulls oder der Nets. Auch hier hat die Liga nun ebenfalls Regelverschärfungen bekannt gegeben.

Alle Spieler und Trainer müssen sich testen lassen

Demnach müssen sich vom 26. Dezember an alle Spieler und Trainer zwei Wochen lang an Spieltagen testen lassen. Ausgenommen sind Akteure, die bereits eine Booster-Impfung erhalten haben oder jüngst von einer Infektion genesen sind. Auch das Tragen von Masken wird strikter gehandhabt: Während der Spiele auf der Bank, in der Kabine, auf dem Trainingsgelände und auf Reisen ist dies nun vorgeschrieben.

Bislang mussten sich geimpfte Spieler während der Saison nicht testen lassen. Die Regelungen sollen zunächst bis zum 8. Januar gelten.

Spielabsagen in der NHL

Die National Hockey League (NHL) musste die Zwangspause der Calgary Flames bis mindestens einschließlich Samstag verlängern. Die Anzahl der verschobenen NHL-Spiele in dieser Saison steht damit bei derzeit zehn. Für acht Begegnungen muss noch ein Nachholtermin gefunden werden. Sollten zu viele Begegnungen abgesagt werden, könnte das Auswirkungen auf die Olympia-Pause haben und die Teilnahme der NHL-Stars an den Olympischen Winterspielen in Peking in Gefahr bringen.

Wachsende Skepsis wegen Olympia

Wegen der unklaren Quarantäne-Regeln im Fall eines positiven Tests in China mit womöglich bis zu fünf Wochen im Land vor der Heimreise wächst die Skepsis bei einigen NHL-Stars ohnehin. "Es ist viel in Bewegung. Es gibt Dinge, die noch besprochen und hoffentlich beantwortet werden müssen, sodass jeder sich so gut wie möglich fühlt, die besten Spieler der NHL zu den Olympischen Spielen zu schicken", sagte der Geschäftsführer des amerikanischen Eishockey-Verbandes, Pat Kelleher.

Connor McDavid, mit seinem Teamkollegen Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers derzeit der gefährlichste Angreifer der NHL, sagte: "Ich bin natürlich noch immer der Typ, der zu den Olympischen Spielen will, aber wir wollen auch sicherstellen, dass es für alle sicher ist, für alle Athleten und nicht nur für Eishockey-Spieler." Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP standen im Verlauf der Saison schon mehr als 140 NHL-Profis auf der Corona-Liste. Mehr als zwei Dutzend kamen in den vergangenen beiden Tagen dazu.

Hohe Impfquote

Die Impfquote in den US-Ligen ist deutlich höher als beim Rest der Bevölkerung. Nach NBA-Angaben sind 97 Prozent aller Basketball-Profis doppelt geimpft, etwa 60 Prozent haben bereits eine Booster-Impfung bekommen. Die Impfrate der NFL liegt nach deren Angabe bei 94,5 Prozent, beim weiteren Personal der National Football League soll die Quote bei nahezu 100 Prozent liegen. In der NHL waren zum Saisonstart im Oktober nur vier Profis nicht geimpft. In den USA liegt die Impfquote landesweit derzeit bei rund 61 Prozent.