Eishockey | Corona-Pandemie

DEL-Geschäftsführer Tripcke: "Die Situation ist nicht lustig"

Von Maximilian Jungbluth

Die DEL will ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten. Den aktuellen "Flickenteppich" in Bezug auf Zuschauerbeschränkungen bei den Spielen findet Geschäftsführer Gernot Tripcke schwierig.

Die Spiele der Deutschen Eishockey Liga werden ab sofort vor weniger oder gar keinen Zuschauern stattfinden. Der DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke hat Verständnis für die Maßnahmen, sagt aber auch: "Die Situation ist nicht lustig".

Neue Beschränkungen der Bundesregierung

Damit meint er die schärferen Beschränkungen in Bezug auf die Zuschauerzahlen, die die Bundesregierung am Donnerstag (02.12.2021) beschlossen hat. Dazu gehört, dass bei Hallensportarten wie eben auch Eishockey höchstens 50 Prozent der eigentlich möglichen Zuschauer zu den Spielen kommen dürfen.

Außerdem dürfen maximal insgesamt 5.000 Zuschauer die Spiele der DEL live in der Halle verfolgen. Diese Regelung gilt zwar bundesweit, "das ist aber Wunschdenken", so Tripcke. Denn die Bundesländer können selbst eigene Einschränkungen festlegen.

Das Problem mit dem Flickenteppich

Das sorgt dafür, dass vielerorts weiterhin unterschiedliche Regeln gelten. In Bayern dürfen gar keine Zuschauer mehr rein, Geisterspiele werden also vorerst wieder die Regel. "Baden-Württemberg hat gestern Abend wahrscheinlich irgendwo am Stammtisch 750 ausgewürfelt. Kein Mensch weiß, wieso und warum und mit welchem Hintergrund", sagt Tripcke.

Grundsätzlich sieht er die verschiedenen Regelungen kritisch: "Dieser Flickenteppich ist unheimlich schwierig und sorgt dann natürlich auch für Unfrieden und Ungleichheiten innerhalb der Liga, und das ist jetzt unser Problem".

Tripcke: Gefahr geht nicht vom Profisport aus

Nichtsdestotrotz wolle die Liga die aktuellen Maßnahmen mittragen, "auch wenn wir vonseiten der verschiedenen Profiligen nachgewiesen haben, dass mit unseren Hygienekonzepten die Gefahr nicht wirklich von uns ausgeht."

Damit argumentiert Tripcke ähnlich wie Wolfgang Gastner. Der Geschäftsführer der Ice Tigers aus Nürnberg hält angesichts der Hygienekonzepte sogar eine Vollauslastung für grundsätzlich umsetzbar.

Schwierige Situation für Klubs

Für den DEL-Geschäftsführer ist es vor allen Dingen wichtig, dass der Spielbetrieb aufrechterhalten werden kann. Die Klubs seien schließlich ohnehin am meisten von den neuen Beschränkungen betroffen.

"Sicherlich gibt es auch den ein oder anderen Klub, der jetzt versuchen wird, Spiele zu verlegen, Diskussionen anzuregen, ob man vielleicht noch andere Spielpausen macht, die Saison zu verlängern, um jetzt die eigentlich beste Zeit im Eishockey im Dezember irgendwie zu retten", sagt Tripcke.

Allerdings erklärt er auch, dass das rein logistisch oft nicht möglich sei, weil viele Multifunktionshallen im Februar entweder gar nicht oder weiterhin nur ohne Zuschauer zur Verfügung stehen würden. Die fehlenden Zuschauer tun den DEL-Klubs vor allem finanziell weh.

Staatshilfen für die Vereine

Denn viele Vereine sind maßgeblich von den Zuschauereinnahmen abhängig. Für den DEL-Geschäftsführer ist es deshalb ein Lichtblick, dass es weiterhin staatliche finanzielle Unterstützung durch die Corona-Hilfe Profisport geben soll.

Insgesamt 400 Millionen Euro hatte die Bundesregierung den Sportvereinen dabei für fehlende Zuschauereinnahmen zur Verfügung gestellt - jeder Klub konnte maximal 1,8 Millionen Euro Hilfe beantragen.

Laut Tripcke seien die zwar bei den meisten Eishockey-Klubs mittlerweile aufgebraucht, allerdings gibt es Hoffnung auf weitere Unterstützung. "Wir müssen jetzt natürlich sehen, dass der Topf verlängert wird. Es sind noch über 200 Millionen drin", erklärt Gernot Tripcke. Das helfe aber nur, wenn der Deckel von 1,8 Millionen aufgehoben wäre.

Spielbetrieb wichtig für Spieler

Der finanzielle Aspekt ist aber nicht der einzige, der dem DEL-Geschäftsführer wichtig ist. Wichtig sei auch, "dass wir die Jungs spielen lassen können, dass sich unsere Eishockeyspieler auf Olympia vorbereiten können, die Handballspieler sich auf die WM vorbereiten können".

Besonders im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking im kommenden Februar wäre es für die deutschen Eishockeyspieler ein Nachteil, wenn der Spielbetrieb ganz eingestellt werden müsste.

Durch die finanziellen Hilfen vom Bund sieht der DEL-Geschäftsführer den Spielbetrieb derzeit nicht akut gefährdet. "Das war ein ganz wichtiges Signal von der Politik, dass das ins Positionspapier aufgenommen wurde", lobt Tripcke.

Dabei lobt der DEL-Geschäftsführer auch die Klubs, "die für sich, aber auch für die Fans versuchen, das Bestmögliche rauszuholen, damit möglichst viele reinkommen". Lustig wird die Situation für alle Beteiligten aber sicher auch in den kommenden Wochen nicht.