Bund-Länder-Beratungen: Keine flächendeckende Öffnung für den Sport

Ein auf Grund von Corona-Regeln gesperrter Sportplatz in Frankfurt

Bund-Länder-Beratungen: Keine flächendeckende Öffnung für den Sport

Von Michael Buchartz

Aufgrund steigender Corona-Zahlen wird der Lockdown bis Mitte April verlängert. Ein Rückschlag für den Sport - der die Verbände vor Probleme stellt.

Es war Anfang März, als es auch im Sport einen Hoffnungsschimmer zu geben schien. Mit einem klaren Perspektivplan hatten damals Bund und Länder deutlich gemacht, dass der Amateursport in Deutschland bald wieder starten könnte. Zwei Wochen später hat die "dritte Corona-Welle" die Hoffnungen wieder zunichte gemacht. Bei den neuerlichen Bund-Länder-Beratungen am Montag (22.03.2021) zeigte sich: Es gibt ein Stoppschild für Öffnungen.

Öffnung regional bei niedriger Inzidenz möglich

Ursprünglich wäre bei stabilen oder sinkenden Infektionszahlen eine weitere Öffnung für den Amateursport erlaubt worden. Kontaktfreier Sport in der Halle und Kontaktsport im Freien sollten teilweise unter Auflagen starten dürfen. Daraus wird flächendeckend nichts, denn die Infektionszahlen steigen bundesweit stark an. Als neues Datum für den flächendeckenden Start verschiedener Sportbereiche ist nun der 18. April anvisiert, bis dahin soll der Lockdown grundsätzlich andauern.

Es gibt jedoch zwei Dinge, die aufhorchen lassen: "Modellprojekte und einzelne Regionen oder Landkreise, die unter der Inzidenz von 50 beziehungsweise 100 liegen" dürfen Lockerungen ausprobieren. Dazu könnte auch Zugang zu Sportanlagen gehören. Wo das erlaubt wird, hängt von den Landesregierungen ab.

Außerdem soll es nach einem Herunterfahren an Ostern bei entsprechenden Infektionszahlen ab 6. April möglich sein, einen zweiten Öffnungsschritt, der in den Beratungen Anfang März verabredet wurde, einzuführen. Auch bei diesem würde der Sport berücksichtigt. Voraussetzung dafür ist, dass das entsprechende Bundesland nicht den ersten Schritt komplett zurücknimmt - NRW hat dies bereits angekündigt. Somit würde am 6. April erst wieder mit der ersten Lockerungsstufe begonnen.

Die Öffnungsschritte im Überblick
Bei Inzidenz unter 50Inzidenz zwischen 50 und 100
1. Lockerungsschritt
  • Kontakfreies Training bis zehn Personen im Freien

Kindertraining bis 14 Jahre in 20er-Gruppen; Individualsport mit zwei Haushalten und maximal fünf Personen im Freien

2. LockerungsschrittStart kontaktfreier Indoorsport, Start Kontaktsport draußenStart kontaktfreier Indoorsport mit negativem, tagesaktuellen Test; Start Kontaktsport draußen mit negativem, tagesaktuellen Test
3. LockerungsschrittStart Kontaktsport Indoor; Bis zu 50 Zuschauer bei Sportevents im FreienKontaktfreier Indoorsport ohne Test; Kontaktsport draußen ohne Test

Amateurfußball braucht neue Pläne

Die neurlichen Beschlüsse bringen nun einige Verbände bei der geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebes in Bedrängnis, zum Beispiel die meisten der 21 Landesverbände im Fußball. "Für eine Beendigung mindestens der Hinrunde ist eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes Anfang Mai notwendig", sagte Henrik Lerch vom Fußballverband Niederrhein. Auch andere Landesverbände nannten Anfang Mai als sogenannte "Deadline".

"Wir wollen den Mannschaften möglichst vier Wochen Vorbereitungszeit geben", hatte Lerch vor einigen Wochen noch erklärt. Das ist mit einem verlängerten Lockdown bis zum 18. April nicht mehr machbar. Entweder muss also die Vorbereitungszeit verkürzt oder die Spielzeit annulliert werden. Außer Hamburg, Sachsen-Anhalt sowie Schleswig-Holstein brach bisher noch keiner der Verbände die Spielzeit offiziell ab.

Stand: 23.03.2021, 10:25

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