Coronafälle im deutschen Judo-Team - Absagen in Georgien

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Coronafälle im deutschen Judo-Bund

Coronafälle im deutschen Judo-Team - Absagen in Georgien

Es ist das nächste Superspreading-Event im internationalen Sport: In einem Trainingscamp der Judoka vor dem Grand-Slam-Turnier in der georgischen Hauptstadt Tiflis haben sich sieben Personen aus der deutschen Mannschaft mit Corona infiziert. Deutschland und Frankreich haben ihre Teams aus Tiflis abgezogen.

"Durch den Rückzug der Mannschaften gehen uns wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation verloren, aber die Gesundheit der Athleten hat absoluten Vorrang", sagte Frank Doetsch, Sprecher des DJB-Vorstandes. Im deutschen Frauenteam mit 16 Personen soll es einen positiven Fall gegeben haben, der noch weiter überprüft wird.

Das Männerteam mit 15 Vertretern beklagt sechs infizierte Personen. Die Athleten, die nach DJB-Angaben symptomfrei sind, befinden sich in Tiflis noch in unterschiedlichen Hotels in Quarantäne. Die Rückholaktion wird für den DJB zu einer komplizierten Angelegenheit.

Lücken im Hygienekonzept

Alle Athleten wurden bis zum Eintritt in die Bubble des Trainingslagers mehrfach getestet. Doch im Anschluss muss es Lücken im Hygiene- und Sicherheitskonzept der Organisatoren gegeben haben. Mit Trainern, Betreuern und Physiotherapeuten waren rund 1.000 Personen vor Ort.

Am Donnerstag (25.03.) hatte bereits das französische Team nach einem Coronafall in der Mannschaft seinen Start zurückgezogen.

Das Turnier in Tiflis ist für die Olympia-Qualifikation enorm wichtig. Am kommenden Wochenende steht in Antalya ein weiteres Großturnier auf dem Programm. Der DJB weiß bislang noch nicht, welche Athleten in der Türkei auf die Matte gehen können.

Kritik an internationalen Sportereignissen wächst

Das Trainingscamp in Tiflis ist bereits das vierte Superspreader-Event im internationalen Sport in kurzer Zeit. Zuvor waren in den vergangenen Tagen und Wochen etliche Infektionen von Athleten bei der Hallen-Leichtathletik-EM in Polen, beim Fecht-Weltcup in Budapest sowie bei einem Beachvolleyball-Turnier in Doha aufgetreten.

Durch die Zunahme dieser Superspreader wächst auch die Kritik am Festhalten an den Tokio-Spielen und seinen Qualifikationen in unsicheren Pandemiezeiten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und Tokio wollen die Spiele trotz Corona wie geplant durchziehen. Erst am Donnerstag startete in Japan der olympische Fackellauf.

Der Verein Athleten Deutschland hatte zuletzt vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mehr Informationen zum Sicherheits- und Hygienekonzept von Tokio sowie zur Haftungsfrage gefordert. Der DOSB kündigte an, dass es nach Ostern einen Call mit den Athleten geben werde, da soll jedoch in erster Linie die Impffrage erörtert werden.

dpa | Stand: 26.03.2021, 11:28

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