Später Jubel: Hockey-Männer lösen Halbfinal- und WM-Ticket

Die deutschen Hockey-Herren bejubeln einen Treffer von Niklas Wellen (5.v.l.)

Hockey-EM

Später Jubel: Hockey-Männer lösen Halbfinal- und WM-Ticket

Die 20. Strafecke der deutschen Hockey-Männer hat in letzter Sekunde noch den Sieg über Frankreich gebracht. Das Halbfinale wurde erreicht, zudem das WM-Ticket gelöst.

Die Mannschaft von Bundestrainer Kais al Saadi drehte am Dienstag (08.06.2021) das Spiel gegen Frankreich zum Abschluss der Vorrunde dank eines Treffers von Martin Häner nach der 20. Strafecke kurz vor der Schlusssirene und gewann mit 6:5 (3:5).

Mit sieben Punkten aus drei Gruppenspielen löste die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) neben dem Halbfinal-Ticket auch das für die Weltmeisterschaft 2023 in Indien. Allerdings verpasste Deutschland den Gruppensieg, weil die Niederlande im Abendspiel gegen Wales 6:0 gewannen und nun eine um einen Treffer bessere Tordifferenz haben.

Wellen: "Haben es uns selbst schwer gemacht"

Niklas Wellen, einer der Torschützen, bilanzierte nach dem Spielende: "Wir haben es uns selbst unnötigerweise schwer gemacht und zu einfach Tore gefangen. Im Halbfinale können wir uns sowas nicht leisten. Aber die Mentalität war gut, wir sind zurückgekommen."

Dass die Deutschen ganze 20 Strafecken herausholten, hatte Wellen gar nicht so registriert. "Wirklich 20?", fragte er und konstatierte: "Das sind viele." Es sei grundsätzlich erst einmal gut, sich so viele herauszuspielen, "aber natürlich müssen wir die Quote (16 ungenutzte Ecken, d. Red.) da noch verbessern."

Hockey-EM der Männer: Deutschland gegen Frankreich in voller Länge Sportschau 08.06.2021 02:03:51 Std. Verfügbar bis 08.06.2022 Das Erste

Dicke Luft in der Halbzeitpause

In der Pause habe "richtig schlechte Laune" geherrscht, berichtete Bundestrainer al Saadi: "Wir sind als Team aber soweit, dass man sich untereinander deutlich die Meinung sagen kann und dann geschlossen rausgeht und eine Reaktion zeigt."

"So zurückzukommen" sei eine ganz wichtige Qualität, die Deutschland in Spielen gegen Topgegner gebrauchen könne. Doch vorher "so viel Mist bauen" sollten die DHB-Herren nicht mehr.

Frankreich schockt Deutschland früh

In einer furiosen Anfangsphase im Wagener-Stadion in Amstelveen vor 200 Zuschauern gelang den Franzosen durch Nicolas Dumont (2.) und Pieter van Straaten (4.) ein schneller Doppelpack.

Zwei erfolgreiche Strafecken von Häner (4., 5.) unmittelbar darauf brachten das Team um Kapitän Tobias Hauke zunächst zurück ins Spiel.

Abwehrarbeit der DHB-Männer ausbaufähig

In der Folge zog Frankreich gegen defensiv teils vogelwilde DHB-Männer durch Tore von Charles Masson (13.), van Straaten (19.) und Benjamin Marque (22.) aber wieder davon.

Wellen (25., Strafecke/56.) und Florian Fuchs (33.) machten das Spiel wieder spannend, ehe Häner eben mit der 20. Strafecke für die Entscheidung sorgte.

Deutschem Frauen-Team würde ein Remis reichen

Den DHB-Frauen reicht gegen Außenseiter Italien am Mittwoch (14.45 Uhr/live im Stream bei Sportschau.de) ein Unentschieden für den Sprung ins Halbfinale und die direkte WM-Qualifikation. Die EM dient als Generalprobe für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August).

red/sid/dpa | Stand: 08.06.2021, 21:34

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