Deutsche Hockey-Frauen stoßen Tor zum EM-Halbfinale weit auf

Nike Lorenz aus Deutschland gegen Elena Rayer aus England (r)

Hockey-EM

Deutsche Hockey-Frauen stoßen Tor zum EM-Halbfinale weit auf

Von Julian Tilders

Im zweiten Gruppenspiel bei der Europameisterschaft haben die deutschen Hockey-Frauen eine Leistungssteigerung hingelegt - und England in die Schranken verwiesen. An der Strafecken-Ausbeute muss Deutschland wohl trotzdem noch arbeiten.

Am Montag (07.06.2021) setzte sich Deutschland mit Kapitänin Selin Oruz (Düsseldorfer HC) mit 2:0 gegen die Engländerinnen durch. Den deutschen Frauen gelang im nach dem holprigen Start gegen Belgien umso wichtigeren Spiel eine klar verbesserte Vorstellung.

Die 18-jährige Torschützin des 2:0, Jette Fleschütz, erklärte nach dem Spiel: "Ich war ein bisschen überrascht von mir selbst. Es war ein hartes Spiel und wir hatten einige gute Momente, wir sind sehr froh über den Sieg. Das gibt uns großes Selbstvertrauen für den Rest des Turniers."

Deutschland nutzt erste Strafecke in Überzahl

Zu Beginn tat sich Deutschland etwas schwer - England machte Druck und setzte in den Zweikämpfen aggressiv nach. Nach gut fünf Minuten erarbeiteten sich die Spielerinnen von der Insel ihre erste Strafecke, die aber nicht genutzt wurde. Vor dem englischen Tor spielte sich zunächst wenig ab.

Hockey-EM der Frauen: England gegen Deutschland in voller Länge Sportschau 07.06.2021 01:41:52 Std. Verfügbar bis 07.06.2022 Das Erste

Doch dann musste Fiona Crackles für zwei Minuten auf die Strafbank - und Deutschland nutzte die Überzahl. Sonja Zimmermann schlenzte auf das Tor, der Schuss wurde geblockt und kam zu Kapitänin Oruz. Und dann verwandelte Zimmermann nach rund acht Minuten ihren zweiten Versuch zur Führung für Deutschland, das auch danach am Drücker blieb. Defensiv agierte das Team von Trainer Xavier Reckinger konzentriert und stellte die Engländerinnen oft am Kreis.

Stapenhorst-Treffer zählt nach Videobeweis nicht

Charlotte Stapenhorst erzielte dann früh im zweiten Viertel ein vermeintliches Traumtor - per Rückhand aus der Drehung, vier Minuten waren gespielt. England bemühte jedoch den Videobeweis. Der Treffer zählte nicht, weil Stapenhorst mit der runden Seite des Schlägers am Ball gewesen war - ein unerlaubter "Back Stick". Zwei Minuten gab es dann noch für Fleschütz, Deutschland überstand die Unterzahl aber schadlos.

Fleschütz erhöht auf 2:0, Deutschland dominant

Nach ihrer Rückkehr auf das Feld brauchte sie nicht lange, um wieder ins Spiel zu finden - und ihr erstes Tor in einem großen Turnier zu erzielen. Zuvor hatte Nike Lorenz den Ball im Fallen entscheidend behauptet, Amelie Wortmann legte für Fleschütz auf.

Durch viele weitere Strafecken hätte die deutschen Frauen, die das Spiel nach wie vor dominierten, noch erhöhen können. Es blieb das einzige Manko. Auch im letzten Drittel fing Deutschland vereinzelte englische Vorstöße gut ab und presste energisch.

Den Engländerinnen fiel zu wenig ein, ihnen half auch eine weitere Zeitstrafe gegen Deutschlands Franzisca Hauke nicht. Zudem vergab Susannah Townsend noch einen Versuch aus kurzer Distanz nach einer Strafecke. Crackles kassierte noch eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe für ein härteres Foul.

Deutschland-Frauen nun gegen Italien

Auf dem Plan steht nun am Mittwoch (14.45 Uhr) das Duell mit den Italienierinnen. Das deutsche Team von Trainer Reckinger ist Favorit gegen Italien, das bisher ohne Punkt und Tor durch die Gruppenphase gegangen ist. Für den Halbfinal-Einzug benötigen die Weltranglisten-Vierten aus Deutschland noch einen Punkt.

Stand: 07.06.2021, 18:33

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