Modus, Gegner, Form - die Fakten zur Hockey-EM

Eine Person schießt den Ball während eines Spiels

In den Niederlanden

Modus, Gegner, Form - die Fakten zur Hockey-EM

Die deutschen Frauen und die Männer kämpfen bei den Hockey-Europameisterschaften in Amstelveen um den Titel. Hier gibt es alles Wichtige zu den beiden Turnieren - zu sehen auch im Livestream bei sportschau.de.

Hockey-Hauptstadt Amstelveen

Das niederländische Amstelveen in der Nähe von Amsterdam wird zu Europas Hockey-Hauptstadt. Vom 4. bis zum 13. Juni finden dort gleich zwei Europameisterschaften statt - die der Frauen und die der Männer. Gespielt wird im Wagener-Stadion.

Ursprünglich sollte das Turnier vom 20. bis 29. August 2021 stattfinden, nun wurde es aufgrund der Verschiebung der Olympischen Sommerspiele nach vorne verlegt. Nun gilt die EM als direkte Vorbereitung auf die Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August).

Der Modus

Der Modus ist bei beiden Turnieren gleich. Je acht Teams sind dabei, es gibt zwei Vierergruppen. Die beiden Ersten einer jeden Gruppe ziehen ins Halbfinale ein, das "über Kreuz" gespielt wird. Neben dem Finale gibt es auch ein Spiel um Platz drei. Die beiden schlechtesten Teams der Gruppen A und B ermitteln in der Gruppe C zwei Absteiger.

Die deutschen Gegner

Die deutschen Frauen treffen in der Gruppe B auf England, Italien und Belgien. In der Gruppe A sind die Niederlande, Irland, Spanien und Schottland dabei. Das Team von Bundestrainer Xavier Reckinger trifft zuerst auf Belgien.

Die deutschen Männer werden das Eröffnungsspiel bestreiten. Das Team von Bundestrainer Kais al Saadi trifft zum Auftakt auf Wales. Die DHB-Auswahl spielt in der Gruppe B außerdem gegen Gastgeber Niederlande und Frankreich. In der Gruppe A treten England, Russland, Belgien und Spanien an.

Das Aufgebot

Die deutschen Frauen gehen ohne ihre bisherige Kapitänin Janne Müller-Wieland in die EM sowie in die Olympischen Spiele. "Janne hat wegen Corona einige Lehrgänge verpasst und nicht in der Liga gespielt. Im Vergleich zu den anderen hat es nicht gereicht", sagte Bundestrainer Reckinger.

Wer das Kapitänsamt übernimmt, steht noch nicht fest. Reckinger habe eine "klare Idee", wolle diese aber zunächst dem Team präsentieren. Etwas überraschend steht die 18 Jahre alte Jette Fleschütz (Großflottbeker THGC) im Aufgebot. Reckinger lobte vor allem die Geschwindigkeit der Hamburgerin, die pro Halbzeit zwei bis drei Großchancen kreieren würde.

Generell sei es "ein ganz harter, aber unglaublich fairer Konkurrenzkampf gewesen", betonte Reckinger, der sich im Tor für Julia Sonntag (Rot-Weiss Köln) und gegen Nathalie Kubalski (Düsseldorfer HC) entschieden hat.

Bei den Männern ist der derzeit verletzte Mats Grambusch (Rot-Weiss Köln) nicht dabei. Die Türe für Tokio steht aber weiter offen. Grambusch soll Ende Juni bei einem Lehrgang in Valencia seine Form zeigen. Im DHB-Kader für die EM sind neun Spieler, die 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Bronzemedaille gewannen. Mit Tobias Hauke (2008 und 2012), Florian Fuchs (2012) und Martin Häner (2012) sind zudem drei Olympiasieger dabei.

Die aktuelle Form

Die Frauen mussten zuletzt in der Pro League gegen Großbritannien ran. Das stark verjüngte Team überraschte in London mit einem 3:2-Auftaktsieg, ehe sich die Olympiasiegerinnen mit 2:0 revanchierten. "Ich bin absolut zufrieden mit dieser Reise. Jetzt haben sich einige etwas ausruhen können, andere haben hier tolle Erfahrungen gesammelt", sagte Reckinger.

Die Männer sind gut in Form, haben ihr letztes EM-Testspiel allerdings verloren. Gegen Frankreich gab es eine 2:5-Niederlage. Zuvor hatten die Deutschen aber mit 5:2 gegen die Franzosen gewonnen. In zwei weiteren Testspielen gegen Kanada hatte es zudem zwei klare Siege (5:0/7:0) gegeben.

Die Statistik

Die Frauen haben bei Europameisterschaften schon zwölf Medaillen eingeheimst und feierten 2007 und 2013 den Titel. Beim bisher letzten EM-Turnier 2019 in Antwerpen scheiterten sie im Finale an Rekord-Europameister Niederlande. Beide Teams gehören neben England zu den Favoritinnen.

Bei den Männern haben die Deutschen in der Statistik die Nase vorn. Acht Mal holten sie den Titel, wurden drei Mal Vize-Europameister und gewannen drei Bronzemedaillen. Allerdings warten die deutschen Männer seit 2013 auf einen EM-Triumph. 2015 und 2017 siegten die Niederländer, 2019 ging der Titel nach Belgien. Womit auch die Favoritenfrage geklärt ist.

Alle deutschen Spiele live auf sportschau.de

Die Sportschau wird auf ihren digitalen Plattformen sportschau.de, Sportschau App, ARD Mediathek und in ihrem HbbTV-Angebot alle Spiele der deutschen Nationalmannschaften live übertragen und im Nachgang als Video-on-Demand anbieten. ARD-Reporter ist Olympiasieger Christian Blunck.

red/sid/dpa | Stand: 01.06.2021, 13:24

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