Spanien ist Handball-Europameister

Handball-EM in Kroatien

Spanien ist Handball-Europameister

Spanien hat sich im Finale der Handball-Europameisterschaft mit einem sensationellen Comeback 29:23 (11:14) gegen Schweden durchgesetzt und sich somit nach vier EM-Finalniederlagen den Titel gesichert.

Rekord-Europameister Schweden verpasste hingegen seinen fünften EM-Titel. Bester Werfer der Spanier, die im entscheidenden Hauptrundenspiel Titelverteidiger Deutschland aus dem Turnier geworfen hatten, waren Ferran Solé und David Balaguer mit jeweils fünf Toren. Bei Schweden erzielte Jesper Nielsen fünf Treffer.

Ein Zwischenspurt zu Beginn der zweiten Halbzeit, als die Spanier einen Drei-Tore-Rückstand in eine Sieben-Tore-Führung verwandelten, sorgte für die Entscheidung.

Spanien triumphiert im Handball-EM-Finale

Sportschau | 29.01.2018 | 00:44 Min.

Schweden nur 30 Minuten lang unbekümmert

Trotz mangelnder Erfahrung agierten die Schweden, in deren Reihen nur ein Spieler über 30 Jahren stand, am Sonntag (28.01.2018) anfangs überhaupt nicht nervös. Angetrieben vom starken Torhüter Mikael Appelgren (elf Paraden in der ersten Halbzeit) vom deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen ging Schweden 7:4 (12. Minute) erstmals mit drei Toren in Führung. Die Spanier, mit einem Durchschnitt von 30,5 Jahren eine der ältesten Mannschaften im Turnier, setzten auf ihre starke Abwehr und schnelle Tempogegenstöße.

Die mit zwölf Deutschland-Legionären angetreten Schweden spielten in der ersten Halbzeit aber äußerst konzentriert und leisteten sich nur selten leichte Ballverluste. Obwohl der Ex-Weltmeister im Turnierverlauf schon drei Niederlagen kassiert hatte, erinnerte die unbekümmerte Spielweise mit viel Leidenschaft an die deutschen Sensations-Europameister von 2016.

Spanien kommt zurück - auch dank Sterbik

Die spanischen Spieler jubeln

Die spanischen Spieler jubeln

Nach dem Wechsel erwischten aber die Spanier den besseren Start und gingen mit vier Toren in Folge nach längerer Zeit mal wieder in Führung (16:14/35.). Die Schweden fanden gegen die spanische Deckung nun immer seltener Lücken, ihr Spiel wurde fehlerhafter. Zudem steigerte sich der in der 24. Minute eingewechselte spanische Schlussmann Arpad Sterbik, der erst zum Halbfinale nachnominiert worden war, immer mehr. Der 38-Jährige war für die Schweden kaum noch zu bezwingen. Spanien zog auf 20:15 (43.) davon, die Spieler auf der Bank bejubelten jeden Treffer lautstark. Schweden kam nicht mehr zurück. Beim 23:16 (50.) war das Spiel entschieden.

Bronze gewann zuvor Weltmeister Frankreich. Angeführt von Topstar Nikola Karabatic (neun Tore) besiegten die Franzosen Olympiasieger Dänemark in einer Neuauflage des Rio-Finales mit 32:29 (17:14).

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Sonntag, 28.01., ab 22.50 Uhr

sid/red | Stand: 28.01.2018, 22:02

Darstellung: