Handball - Deutschland startet mit Kantersieg in die EM

Handball-EM

Handball - Deutschland startet mit Kantersieg in die EM

Die Deutsche Handball-Nationalmannschaft ist erfolgreich in die EM in Kroatien gestartet. Gegen Montenegro leistete sich der Titelverteidiger kaum Schwächephasen und feierte einen Kantersieg - 32:19 (17:9) hieß es am Ende der Auftaktpartie der Gruppe C.

In der mit nur rund 4.000 Zuschauern spärlich besetzten Arena Zagreb waren Kapitän Uwe Gensheimer mit neun Toren, davon fünf Siebenmeter, und Paul Drux mit fünf Treffern beste Werfer für die DHB-Auswahl. Nächster Gruppengegner ist am kommenden Montag der WM-Dritte Slowenien (live in Das Erste und auf sportschau.de).

Deutschland braucht nur kurze Anlaufphase

Nach der Nichtnominierung von Abwehrchef Finn Lemke bildeten Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek den Innenblock, zudem ließ Bundestrainer Christian Prokop EM-Neuling Maximilian Janke von Beginn an in der Defensive ran und zeigte damit deutlich, dass der Fokus auf einer starken Defensivarbeit liegen soll. Der Leipziger kassierte jedoch schon in den ersten zehn Minuten zwei Zeitstrafen und musste danach auf die Bank.

Wie zuletzt bei den überzeugenden Testspielsiegen gegen Island benötigte die DHB-Auswahl eine knappe Viertelstunde, um richtig warm zu werden. Doch dann ging die Post ab. Mit einem 9:0-Lauf zog der Turniermitfavorit vom 4:3 (12.) auf 13:3 (22.) davon und sorgte damit frühzeitig für klare Verhältnisse.

Gegen den vierfachen EM-Teilnehmer, bei dem Torjäger Vuko Borozan vom Champions-League-Sieger Vardar Skopje und Torhüter Nebojsa Simic vom Bundesligisten MT Melsungen verletzt fehlten, wurden die "Bad Boys" ihrer Favoritenrolle voll gerecht.

Wolff ganz stark

Im Tor lieferte Andreas Wolff, der schon vor zwei Jahren beim Gold-Triumph in Polen der große Rückhalt war, eine überzeugende Partie und gab seinen Vorderleuten mit zahlreichen Paraden die nötige Sicherheit. Vorne agierten die Prokop-Schützlinge variabel und ließen sich auch von der teilweise sehr offensiven Abwehr der Montenegriner nicht stoppen.

Selbst im Vorgefühl des sicheren Sieges ließ die deutsche Mannschaft nach dem Wechsel die Zügel kaum schleifen, obwohl Prokop nun munter durchwechselte - alle Akteure aus dem Kader erhielten Einsatzzeit. Das gefiel auch Gensheimer: "Das ist ein Auftakt nach Maß für uns. Wir hatten die Möglichkeit, dass jeder auf der Platte war, das war echt top."

Variabler Angriff

Die Defensivarbeit stimmte eigentlich über den gesamten Spielverlauf, vorne schlichen sich ab und an leichte Unkonzentriertheiten im Abschluss ein, spielerisch gab es aber nie einen Grund zum Klagen. Sehr variabel präsentierte sich das Angriffsspiel - tolle Anspiele zum Kreis wechselten mit Rückraumschüssen oder Eins-gegen-Eins-Aktionen durch Drux oder Steffen Weinhold.

Wolff hielt weiter stark, allerdings musste der Kieler in der Schlussphase leicht angeschlagen seinen Platz für Silvio Heinevetter räumen, der aber keine Anlaufzeit brauchte. Steffen Fäth, der nur in der Schlussphase eingesetzt wurde, gelang als "i-Tüpfelchen" der letzte Treffer der Deutschen - somit hatten sich insgesamt zehn Spieler in die Torschützenliste eingetragen. Prokop, der viel Wert darauf legt, schwer auszurechnen zu sein, dürfte das gefallen haben. "Ein sehr gutes Gesamtpaket" lautete die relativ nüchterne Zusammenfassung des sichtlich zufriedenen Bundestrainers.

Statistik

Handball · Europameisterschaft · Gruppe C

Samstag, 13.01.2018 | 17.15 Uhr

Deutschland

Heinevetter, Wolff – Weinhold (3), K. Häfner (2), Janke, Ph. Weber (3), Fäth (1), Kühn (3), Drux (5) – Reichmann (1), Groetzki, Gensheimer (9/5) – Wiencek (2), Pekeler, Roscheck, Kohlbacher (3)

32

Montenegro

Mijatovic, Mijuskovic – Cavor, Lipovina (7), Andjelic (2), Pejovic – Lasica (1), Radojevic, M. Bozovic (4), Markovic (1), Sevaljevic (1/1), M. Vujovic (1/1), S. Vujovic (1) – Grbovic, Lazovic, Simovic (1)

19

Fakten und Zahlen zum Spiel

Deutschland Montenegro
Siebenmeter 6 Würfe, 5 Treffer 3 Würfe, 2 Treffer
Strafminuten 16 Min. 8 Min.

Zuschauer:

  • 8.000

Schiedsrichter:

  • Pichon (Frankreich), Reveret (Frankreich)

Stand: Samstag, 13.01.2018, 19:01 Uhr

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 13.01., ab 22.50 Uhr

dpa/red | Stand: 13.01.2018, 19:02

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