Handball-WM: "Bubble" wohl nicht ganz wasserdicht

Handball-WM in Ägypten

Handball-WM: "Bubble" wohl nicht ganz wasserdicht

Die "Bubble" in der sich die Teams bei der Handball-WM bewegen, hat noch Optimierungsbedarf. Auch der Bundestrainer ist nicht glücklich mit einigen Regelungen.

"Das haben wir uns anders vorgestellt und das wurde auch anders zugesagt. Es scheint nicht möglich zu sein, das zu ändern", erklärte Alfred Gislason in der DHB-Pressekonferenz am Donnerstag (14.01.2021) und meinte damit die Situation beim Essen. Das Team habe zwar "wie die Norweger" inzwischen einen eigenen Raum bekommen, müsse sich das Essen aber aus einem Raum holen, in dem es nicht auszuschließen sei, dass man anderen Mannschaften begegne.

Kromer: Weitere Räumlichkeiten öffnen

"Das übertrifft unsere Befürchtungen. Wir hoffen, dass die vielen Hiobsbotschaften, die wir aus allen Ecken der Welt erhalten, endlich ein Ende nehmen", hatte zuvor auch DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Mittwoch, angesprochen auf die vielen positiven Tests, gesagt. "Für die Kritiker ist das natürlich eine Bestätigung. Wir müssen jetzt die Sicherheit unserer Mannschaft und Betreuer vor Ort vorantreiben."

Aus diesem Grund hat der Deutsche Handballbund bereits Kontakt mit dem Weltverband IHF aufgenommen. "Wir müssen in einigen Dingen nachjustieren", berichtete Kromer. Dazu gehöre eine stärkere Separierung bei den Mahlzeiten im Teamhotel in Gizeh. "Da wollen wir mit Nachdruck erreichen, dass weitere Räumlichkeiten geöffnet werden, um das Risiko in diesem Bereich weiter zu minimieren", sagte Kromer.

Kromer über WM-Blase: "Müssen das Umfeld noch strukturieren" Sportschau 13.01.2021 03:25 Min. Verfügbar bis 13.01.2022 Das Erste

Zudem seien Kromer Personen aufgefallen, die "zwar akkreditiert sind, aber von denen wir nicht wissen, welche Funktion sie haben". Manch einer vom Hotel-Personal nehme es beim Tragen der Maske auch nicht so genau, da "hängt" der Mund-Nasen-Schutz schon einmal am Kinn. 

"Wir müssen daran arbeiten, dass alles so läuft, wie wir es uns vorstellen", sagte der Sportvorstand und ergänzte: "Niemand wird hier den Gang betreten, der nicht zu unserer Delegation gehört." Die deutschen Spieler um Kapitän Uwe Gensheimer seien "mit FFP2-Masken zugeschüttet" worden.

DHB-Team moniert Corona-Standards

Sportschau 13.01.2021 00:53 Min. Verfügbar bis 13.01.2022 ARD Von Daniel Neuhaus


Sagosen: Blase ist "ein großer Witz"

Norwegens Superstar Sander Sagosen nahm bei seiner erneuten Kritik an den Verantwortlichen kein Blatt vor den Mund. "Ich weiß nicht, ob man das überhaupt eine Blase nennen kann", sagte der Norweger vom Bundesliga-Topklub THW Kiel vor dem Auftaktspiel gegen Ex-Weltmeister Frankreich: "Alles bis jetzt war ein großer Witz." In den ersten Stunden in Gizeh habe er sich an den "Wilden Westen" erinnert gefühlt, sagte Sagosen. Seine Mannschaft befinde sich in einem "Schockzustand".

Im Vorfeld war er "nicht dafür und hatte große Hoffnungen", sagte Sagosen über eine mögliche Absage des Turniers wegen der Pandemie. Aber nach seinen Erfahrungen nun vor Ort, "kann man die Frage danach stellen." Im Hotel der Norweger, in dem auch die deutsche Mannschaft untergebracht ist, würden etwa die Menschen ohne Mundschutz ein und aus gehen, die Teams essen zusammen. Alle im Vorfeld abgegebenen Versprechen würden nicht eingehalten. Sagosen kritisiert die Veranstalter der Mammut-WM mit 32 Teams innerhalb kurzer Zeit damit bereits zum zweiten Mal. Dass bei den Spielen zunächst Fans zugelassen werden sollten, hatte der Rückraum-Spieler als "völlig peinlich" und "zu dumm" bezeichnet. 

USA und Tschechien nicht dabei

Am Dienstagabend hatten Tschechien und die USA ihre WM-Teilnahme abgesagt, nachdem es in beiden Kadern zahlreiche Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gegeben hatte. Dafür rückten Nordmazedonien und die Schweiz in das Turnier nach.

dpa/sid/red | Stand: 14.01.2021, 13:11

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