Handball-WM - Weltverband bestätigt weitere Coronafälle

Ein Mitarbeiter der Handball-WM versprüht Desinfiziermittel

Nach WM-Verzicht

Handball-WM - Weltverband bestätigt weitere Coronafälle

Von Volker Schulte

Bei der Handball-WM in Ägypten sind in den vergangenen Tagen weitere Coronafälle aufgetreten. Der Weltverband nannte in seiner Meldung dazu keine Zahlen und Nationen. Am Dienstag seien alle Tests negativ geblieben.

Am Wochenende (16. und 17. Januar) seien zusätzlich zum vermeldeten Fall bei den Dänen "einige weitere positive Testergebnisse" aufgetreten, schrieb die IHF am Dienstag (19.01.2021). Am 18. Januar sei zusätzlich Schwedens Teamarzt positiv getestet worden, am 19. dann niemand mehr.

"Wir möchten darauf hinweisen, dass viele der positiv getesteten Personen bereits vor der WM positive Testergebnisse hatten", heißt es in der Mitteilung. "Deshalb sind die Tests wiederholt worden, um eine Reaktion auf bereits existierende Antikörper auszuschließen."

Zwei weitere Fälle bei Kap Verde

Die Handballer von Kap Verde bei der Nationalhymne

Die Handballer von Kap Verde bei der Nationalhymne

Der kapverdische Spieler Ivo Santos hatte der Sportschau am Montag gesagt, Tests vom Sonntag hätten für zwei weitere Spieler aus seinem Team positive Ergebnisse hervorgebracht. Damit sind insgesamt sieben Spieler von Kap Verde in Ägypten positiv getestet worden. Mittlerweile hat sich das Team von der WM zurückgezogen.

Täglich Corona-Schlagzeilen

Die Corona-Pandemie sorgt auch bei der WM für Schlagzeilen. Kurz vor dem Turnier hatten die USA und Tschechien ihre Teilnahme wegen mehrerer Fälle abgesagt. Kap Verde und Brasilien reisten trotz Coronainfektionen im Trainingslager an.

Bei den ersten Tests in Ägypten waren gleich mehrere Spieler positiv: laut IHF-Mitteilung vom 14. Januar zwei Slowenen, ein Brasilianer und vier Spieler von Kap Verde. Einen Tag später verkündete der Weltverband einen Fall im dänischen Team. Einen weiteren Tag später, am 16. Januar, vermeldete die IHF zwei weitere Fälle bei Kap Verde.

Keine Gruppenquarantäne

Das Turnier startete derweil wie geplant, keines der betroffenen Teams musste in Gruppenquarantäne. "Es ist schon überraschend, dass Kap Verde antreten durfte und jetzt potenziell auch hätte weiterspielen dürfen", sagt Hygiene-Experte Florian Kainzinger im Sportschau-Interview.

Kainzinger hat die Hygienekonzepte für die Handball-Bundesliga, die BBL und die DEL entwickelt. "Wenn ich in einer Mannschaft sequenziell mehrere Fälle habe, dann ist offensichtlich, dass es zu einem Ansteckungsverhalten und einem Ausbruch innerhalb der Mannschaft gekommen ist. Dann wird es weitere positive Fälle geben - das war eigentlich absehbar bei Kap Verde."

Ägyptische Blase auf dem Prüfstand

Der Weltverband sieht sein Hygienekonzept nach den durchweg negativen Tests vom Dienstag bestätigt. "Dieses Resultat bestätigt, dass das Hauptrisiko für Corona-Fälle bei der Ankunft lag, als die Teams die Blase betreten haben."

Auch Kainzinger sagt, die bisherigen Fälle seien mitgebracht und nicht der ägyptischen Blase anzulasten. "Ob jetzt Fälle in Ägypten entstehen, werden die nächsten Tage entscheiden, wenn weiter getestet wird." Das Hygienekonzept stand in der Kritik, weil sich mehrere WM-Delegationen - unter anderem die deutsche - über nicht eingehaltene Versprechen beschwert haben.

Der am Dienstag positiv getestete schwedische Mannschaftsarzt Daniel Jerrhag betonte, er habe aufgrund einer vorherigen Corona-Infektion "überhaupt keine Bedenken" für sich oder das schwedische Team. Er fühle sich gesund und vermute, dass "tote Virusreste" in seinem Körper zum positiven Ergebnis geführt haben.

Kapverdische Delegation kurzzeitig in DHB-Hotel

Kap Verde ist nach Ankunft in Ägypten zunächst in einem eigenen Hotel einquartiert worden, nach dem Vorrundenspiel gegen Ungarn dann aber in das Hotel gezogen, in dem auch die deutsche Mannschaft wohnt. Laut DHB hatte Kap Verde dort einen eigenen Trakt inklusive Verpflegung zur Verfügung. Nach dem offiziellen Rückzug sind die Teammitglieder von Kap Verde laut Spieler Ivo Santos in ein anderes Hotel gezogen. Mittlerweile hätten die meisten nach negativen Testergebnissen Ägypten verlassen.

Santos selbst ist einer der Spieler, die bereits im Trainingslager positiv getestet worden waren. Er sitzt immer noch im portugiesischen Nazaré in Hotelquarantäne und hofft symptomfrei auf negative Tests, um nach Deutschland abzureisen. Santos wohnt in Solingen und spielt in der zweiten Mannschaft des Bergischen HC.

Stand: 20.01.2021, 12:26

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