Supercup-Sieger: THW Kiel ringt Flensburg nieder

Kiels Sander Sagosen bejubelt einen Treffer.

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Supercup-Sieger: THW Kiel ringt Flensburg nieder

Der THW Kiel hat vor dem Start der Handball-Bundesliga ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Rekordmeister schlug am Sonnabend den Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt und holte so den Supercup.

Der Weg zur deutschen Handball-Meisterschaft führt in diesem Jahr nur über den THW Kiel. Das hat der Super Cup gezeigt. Der deutsche Rekordmeister gewann am Sonnabend in Düsseldorf die erste Trophäe der Saison und damit auch die Generalprobe für die am kommenden Donnerstag beginnende Bundesligaserie.

2.100 Zuschauer in der Halle

Dass die Kieler den ersten Titel auch noch gegen den großen Rivalen SG Flensburg-Handewitt gewannen, rundete den Abend für die "Zebras" ab. 28:24 (14:13) hieß es am Ende für den THW, der damit den zehnten Super-Cup-Sieg der Vereinshistorie feierte. Bester Werfer der Kieler war Norwegens Superstar Sander Sagosen mit sieben Toren. Das i-Tüpfelchen waren für alle Beteiligten aber wohl die 2.100 Zuschauer, die trotz Corona-Krise in der Düsseldorfer Halle dabei sein durften.

Jicha: "Das hat Spaß gemacht"

Nach der "Blamage" in der Champions League gegen den HBC Nantes, das gab Kiels Trainer Filip Jicha nach dem Abpfiff bei "Sky" zu, "haben wir uns ein bisschen geschämt". Der frühere Welthandballer sah ein Spiel mit "vielen Fehlern, aber auch großer Bereitschaft. Das hat Spaß gemacht." Zufrieden zeigte sich auch Mark Machulla - trotz der Niederlage. "Es war sehr positiv, dass wir uns überhaupt wieder vor Zuschauern präsentieren konnten", sagte der Coach der Flensburger: "45 Minuten haben wir es heute sehr gut gemacht. Insgesamt war es ein Auftritt, der mir Mut macht."

Beide Teams in einem Flieger

Die beiden Erzrivalen waren gemeinsam im Charterflieger an den Rhein gereist, auf dem Parkett schenkten sie sich dann von der ersten Sekunde an nichts. Wie von Bundestrainer Alfred Gislason prophezeit, begegneten sich die deutschen Topteams auf Augenhöhe. In der ersten Halbzeit wechselte die Führung ständig hin und her. Bis zur Pause konnte sich keine Mannschaft mit mehr als zwei Toren absetzen.

Kiel ohne Landin und Bilyk

Die Kieler, die im Tor weiter auf den am Knie operierten Welt-Handballer Niklas Landin und im Angriff auf den ebenfalls verletzten Rückraumschützen Nikola Bilyk verzichten mussten, entwickelten zunächst nur wenig Torgefahr aus der zweiten Reihe.

Sagosen führt THW zum Titel

Angeführt von Sagosen gelang dem Rekordmeister kurz nach dem Wechsel erstmals eine Drei-Tore-Führung (16:13/34.), die aber zunächst nicht lange Bestand hatte. Doch der THW setzte nach und zog beim 18:15 (39.) erneut auf drei Treffer davon. Dieses Polster hielt bis in die Schlussphase - vor allem, weil sich Nationaltorhüter Dario Quenstedt mit zwölf Paraden auszeichnen konnte. Doch auch sein Flensburger Pendant Benjamin Buric entschärfte eine Vielzahl an Würfen, so dass die SG gut acht Minuten vor dem Ende beim 21:22 wieder auf Tuchfühlung war. Kiel ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und brachte den Sieg sicher ins Ziel.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 26.09.2020 | 23:03 Uhr

NDR | Stand: 26.09.2020, 22:44

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