Handball - Gislason bastelt am Kader für Olympia

Handball-Nationalmannschaft: Alfred Gislason

Nationalmannschaft

Handball - Gislason bastelt am Kader für Olympia

Die Qualifikation für die Europameisterschaft haben Deutschlands Handballer bereits sicher. In den verbleibenden Spielen der Qualifikation geht es für Bundestrainer Gislason daher schon um den Kader für Olympia.

Die Hausaufgaben in der EM-Qualifikation hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft bereits erledigt. Nach vier Siegen aus den ersten vier Partien gegen Bosnien-Herzegowina (25:21), Estland (35:23) und Österreich (36:27 und 34:20) ist das Ticket für die Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei bereits sicher.

"Sehr wichtige Spiele für den einen oder anderen"

Antreten muss die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason zu den sportlich bedeutungslosen Quali-Spielen am Donnerstag (29.04.2021) in Bosnien-Herzegowina sowie am 2. Mai in Stuttgart gegen Estland natürlich dennoch. Und dass es um gar nichts mehr geht, kann man auch nicht sagen. Wenige Monate vor den Olympischen Sommerspielen verschärft sich bei den deutschen Handballern nämlich das Rennen um die begehrten Tokio-Tickets.

"Diese zwei Spiele in der EM-Quali werden sehr wichtige Spiele für den ein oder anderen sein", sagt Gislason. "Ich will auch den ein oder anderen Spieler testen mit Blick auf Olympia. Das wird ein ziemlich harter Kampf, weil es weniger Kaderplätze gibt als sonst."

Stammkader für Olympia umfasst nur 14 Mann

Für die Sommerspiele in Tokio darf der Bundestrainer lediglich einen Stammkader von 14 Spielern nominieren. Umso mehr dienen dem 61-Jährigen beide Partien als Testlauf.

Handball-Nationalmannschaft: Jannik Kohlbacher

Außenseiterchancen auf eine Olympia-Nominierung: Jannik Kohlbacher

Kapitän Uwe Gensheimer und Torwart Johannes Bitter werden beim Länderspiel-Doppelpack verletzungsbedingt fehlen, zudem verzichtet Gislason auf eine Nominierung des angeschlagenen Abwehrchefs Hendrik Pekeler. Alle drei sind für die Spiele in Japan aber ohnehin gesetzt. In den Fokus rücken nun andere wie Kreisläufer Jannik Kohlbacher oder Defensivspezialist Finn Lemke, die sich noch kleine Chancen auf das Tokio-Ticket ausrechnen.

"Für sie gilt natürlich, dass es wichtig ist, dass sie sich zeigen in der Nationalmannschaft", so Gislason. Das gilt auch für Rückraumspieler Fabian Böhm, der kurzfristig nachnominiert wurde, weil Lukas Stutzke sich mit dem Bergischen HC in Quarantäne befindet.

Gerüst der Mannschaft steht

In weiten Teilen steht Gislasons Gerüst für die Olympischen Spiele in Tokio. Im Tor deutet alles auf das routinierte Trio Andreas Wolff, Johannes Bitter und Silvio Heinevetter hin, auch wenn die von Gislason einst festgezurrte Rangfolge derzeit nicht mehr gilt. Außenseiterchancen auf eine Nominierung hat der bei der HSG Wetzlar überzeugende Till Klimke, der auch jetzt in der EM-Quali dabei ist.

In der Defensive sind Patrick Wiencek und Pekeler gesetzt. Der Flensburger Johannes Golla, der wie Wiencek in den beiden Spielen der EM-Quali nun etwas geschont werden soll, darf sich gute Chancen ausrechnen.

In der Offensive haben jene Spieler gute Chancen, die Ende März in der erfolgreichen Olympia-Qualifikation überzeugten. Mittelmann Philipp Weber ist da zu nennen, auch die Rückraumspieler Fabian Wiede, Julius Kühn, Kai Häfner und Steffen Weinhold.

Marcel Schiller

Drehte zuletzt groß auf: Linksaußen Marcel Schiller

Der Kieler Rune Dahmke steht jetzt wieder für den verletzten Gensheimer im Aufgebot, allerdings nur mit geringen Olympia-Ambitionen, da der Göppinger Marcel Schiller zuletzt überragend aufspielte.

Wegen Corona: Tagestrip nach Bosnien

Um das Ansteckungsrisiko während der Länderspielwoche so gering wie möglich zu halten, hat der DHB sein Corona-Hygienekonzept nochmal angepasst. Das Spiel in Bosnien etwa wird im Rahmen eines Tagestrips absolviert. Morgens geht es per Charterflieger hin, nach der Partie direkt wieder zurück nach Deutschland.

Ein Corona-Szenario wie nach den Hinspielen gegen die Bosnier und in Estland im vergangenen November soll unbedingt vermieden werden. Damals waren mehrere Nationalspieler mit Corona-Infektionen zu ihren Bundesligateams zurückgekehrt, was zu zahlreichen Spielabsagen geführt hatte. Passiert das erneut, könnte der Liga im schlimmsten Fall der Saisonabbruch drohen.

mick/dpa | Stand: 27.04.2021, 11:06

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