Erfolg gegen Estland: Handballern gelingt perfekte EM-Quali

Philipp Weber im Zweikampf mit Markus Viitkar

Deutschland - Estland 35:20

Erfolg gegen Estland: Handballern gelingt perfekte EM-Quali

Sechstes Spiel, sechster Sieg: Deutschlands Handballer haben die EM-Qualifikation mit makelloser Bilanz abgeschlossen. Gegen Estland sammelten sie Selbstvertrauen für Olympia.

Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason deklassierte am Sonntagabend (02.05.2021) Außenseiter Estland mit 35:20 (17:10). Damit ging Deutschland zum 20. Mal in Folge bei einem Qualifikations-Spiel als Sieger vom Feld.

Der sichere Siebenmeterschütze Marcel Schiller war beim letzten Härtetest vor der Kader-Nominierung für Tokio mit sechs Treffern der erfolgreichste Schütze für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die in ihrer Gruppe 2 wie schon bei den vorherigen zwei EM-Qualifikationen keinen Punkt herschenkte. Deutschland hatte bereits im Januar die Teilnahme an der Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei gesichert.

Heinevetter überzeugt

Die Partie in Stuttgart diente Gislason wie schon das 26:24 am Donnerstag in Bosnien und Herzegowina als Teil seines Olympia-Castings - und diesmal lief es deutlich flüssiger als noch beim komplizierten Tagestrip in den Balkanstaat. Das Kreisspiel und die Gegenstöße überzeugten, auch Torhüter Silvio Heinevetter zeigte starke Paraden. Allerdings ist Estland deutlich schwächer einzuschätzen als Bosnien.

"Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel nicht unbedingt als Training, aber als Test unter Wettkampfbedingungen zu nutzen", sagte Rückraumspieler Julius Kühn. "Man sieht, dass wir uns noch nicht blind verstehen. Aber das ist ganz normal. Wir hatten eine gute Abwehr mit einem guten Torhüter hinten drin."

Startschwierigkeiten beim DHB-Team

Das DHB-Team kam aus dem eigenen Angriff zunächst kaum ins Rollen - die vier ersten deutschen Treffer resultierten aus den erfolgreichen Siebenmetern von Schiller sowie einem Gegenstoß von Abwehrspezialist Finn Lemke. Dabei hatte Gislason im Rückraum mit Interimskapitän Philipp Weber, Kai Häfner und Julius Kühn zu Beginn eine Reihe aufgeboten, die so auch in Tokio zum Einsatz kommen könnte.

Kohlbacher mit fünf Toren in einer Halbzeit

Am Kreis, wo Gislason eine riesige Auswahl hat, durfte sich Jannik Kohlbacher beweisen. Nach zwei Fehlwürfen kam der Profi von den Rhein-Neckar Löwen besser ins Spiel und erzielte allein im ersten Abschnitt fünf Tore. Die DHB-Auswahl setzte sich allmählich ab, beim 15:9 (27.) führte sie erstmals mit sechs Treffern. Gislason war aber nicht gänzlich glücklich. "Lasst den Ball laufen", forderte der Isländer in einer Auszeit und bemängelte außerdem zu viele technische Fehler in der Offensive.

Nach der Pause gab Gislason neben Kohlbacher auch weiteren Wackelkandidaten wie Sebastian Heymann, Juri Knorr, Sebastian Firnhaber und Tobias Reichmann die Chance, sich zu beweisen. Deutschland spielte offensiv seine spielerische Überlegenheit nun besser aus - der Vorsprung wuchs weiter.

Auslosung der EM-Vorrunde

Am kommenden Donnerstag richtet sich der Blick der deutschen Auswahl nach Budapest, wo die EM-Vorrunde ausgelost wird. Es steht bereits fest, dass Deutschland seine Gruppenspiele in der slowakischen Hauptstadt Bratislava bestreiten wird. Anfang Juli versammelt Gislason dann seinen Olympia-Kader zur unmittelbaren Vorbereitung für die Spiele in Tokio um sich.

sid/red | Stand: 02.05.2021, 19:33

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