Thüringer HC reist mit Drei-Tore-Hypothek zum Rückspiel nach Molde

Thüringer HC enttäuscht daheim gegen Molde HK 03:01 Min. Verfügbar bis 17.10.2022

Handball | European League

Thüringer HC reist mit Drei-Tore-Hypothek zum Rückspiel nach Molde

Der Thüringer HC hat das Hinspiel der 2. Quali-Runde zur EHF European League gegen Molde HK aus Norwegen verpatzt. In der Defensive zeigte sich das THC-Team nicht wettbewerbsfähig und verlor in eigener Halle mit 32:35 (16:19). Trainer Herbert Müller fand deutliche Worte.

Der Thüringer HC hatte sich für das 300. Spiel ihrer Vereinsrekordakteurin Lydia Jakubisova viel vorgenommen und wollte zudem eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Samstag in Norwegen – aber
schnell zeichnete sich ab, dass die Gastgeberinnen all dem insbesondere in der Defensive nicht gerecht werden sollten.

Desolate THC-Leistung in der Defensive

"Wollt ihr 60 kriegen?", versuchte Trainer Herbert Müller sein Team in der frühen ersten Auszeit nach kaum neuneinhalb Minuten aufzurütteln (5:8/10.). Viel änderte das nicht. Vor dem eigenen Kasten ließ der THC eklatante Lücken, rückte zudem bei Ballverlust wiederholt zu behäbig in die Abwehr zurück, was dem typischen skandinavischen Tempohandball der Gäste in die Karten spielte.

Als Thale Deila kurz vor der Pausensirene ein kurzes Aufbäumen des Bundesligisten dämpfte, hatten die drei eingesetzten THC-Torfrauen bereits ihren 19. Treffer kassiert. Überhaupt bekam das Müller-Team über die 60 Minuten hinweg sowohl Deila (9 Treffer) im Rückraum als vor allem auch Kreisläuferin Sherin Obaidli (12 Treffer) nicht in den Griff.

Müller: "All die Dinge 1.000 Mal angesprochen"

Thale Rushfeldt Deila, Lydia Jakubisova und Sherin Obaidli

Sinnbildlich für den gebrauchten Tag des THC stand Spielmacherin Lamprini Tsakalou, die oft überhastet agierte, nur zwei von fünf Versuchen verwandelte und zu allem Übel bereits in der 39. Minute nach ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah. "Ich bin wirklich sehr enttäuscht, wollte so viel mehr, aber heute war ich keine große Hilfe für mein Team", gestand die 28-Jährige anschließend selbskritisch.

"Zu hause 35 Tore zuzulassen, ist ein absolutes No-Go. Unsere Deckung war heute eine absolute Katastrophe. Das ärgert mich maßlos, weil wir all die Dinge 1.000 Mal besprochen haben, genau die Dinge hat Molde auch gespielt. Wenn du da nicht aggressiv genug bist, nicht aufmerksam bist, auch nicht clever genug in bestimmten Situationen, dann wird das bitter bestraft – und genau das ist heute passiert", fand Herbert Müller nachher deutliche Worte über die Leistung.

Iskit verkürzt und hält die Hoffnung am Leben

Immerhin zeigten die Gastgeberinnen vor den 600 Fans in der Salza-Halle Herz und verhinderten nach Obaidlis erfolgreichem Kempa-Tor (29:35/57.), dass es in den Schlussminuten zu einem kompletten Debakel ausartete. Asli Iskits achtes Tor zum 32:35-Endstand ließ den Funken Hoffnung für das Rückspiel am kommenden Samstag (23. Oktober) glimmen.

---
mhe

THC-Trainer Herbert Müller: "Abwehr war eine Katastrophe" 02:55 Min. Verfügbar bis 17.10.2022

MDR | Stand: 17.10.2021, 18:12

Darstellung: