Die Jahr des SC Magdeburg im Rückblick

02:28 Min. Verfügbar bis 30.12.2022

Handball | Bundesliga

SC Magdeburg: Die Titeljagd geht weiter

Stand: 30.12.2021, 17:38 Uhr

Nach der bisherigen Fabelsaison werden die Handballer des SC Magdeburg als Titelkandidat Nummer eins gehandelt. SCM-Trainer Bennet Wiegert will sich nicht unbedingt dagegen wehren. Doch es ist noch ein weiter Weg für sein Team, das auf vielen Hochzeiten tanzt.

Meistermacher von 2001 prophezeit Meistertitel

Wir schreiben das Jahr 2001: Der Isländer Alfred Gislason führt den SC Magdeburg zum bislang letzten Meistertitel des Klubs in der Handball-Bundesliga. Der Meistermacher ist jetzt Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft und prophezeit seinem ehemaligen Verein in dieser Saison die Wiederholung eines solchen Husarenstücks. "Ich will jetzt keinen Druck ausüben, aber ich denke nicht, dass sich der SC Magdeburg das jetzt noch nehmen lässt", sagte der 62-Jährige und ist stolz auf Bennet Wiegert, der damals sein Schützling war.

Wiegert: "Wir haben bis jetzt nicht viel verkehrt gemacht"

Füchse Berlin - SC Magdeburg - v.l. Christian O Sullivan Magdeburg, 24, Jannick Green Krejberg Magdeburg, 1Mike Jensen Magdeburg, 1, Magnus Saugstrup Magdeburg, 23 Jubel ueber den Sieg

Seit 2015 hält Bennet Wiegert bei den Magdeburgern die Fäden in der Hand, diese Spielzeit könnte für ihn und seine Mannschaft die erfolgreichste seit Jahren werden. Seine Männer eilen von Erfolg zu Erfolg und heimsten in der Hinrunde in 16 Punktspielen, die Begegnung gegen TuS N-Lübbecke fiel Corona zum Opfer und ist noch offen, glatt 32 Zähler ein. Damit hatten wohl nicht mal die kühnsten Optimisten in der grün-roten Fangemeinde gerechnet. Spätestens nach dem 29:27-Erfolg bei Rekordmeister THW Kiel (8. Spieltag) war klar, dass diesmal der Weg zum nationalen Titel nur über die Magdeburger gehen kann.

Trotz der bisherigen Erfolgsgeschichte versucht Wiegert, seine Mannschaft um Kapitän Christian O´Sullivan auf dem Boden zu halten. Gegen einen möglichen Titelgewinn sträubt er sich aber nicht: "Ich bin kein Fan davon, diese Meisterfrage wegzuschieben. Ich finde genau das charmant, dass wir danach gefragt werden. Wir haben bis jetzt nicht viel verkehrt gemacht. Sprechen wir im Mai immer noch darüber, dann lasse ich mich zu mehr hinreißen."

Kein Beinbruch: Fabelserie gerissen

Maik Machulla ballt die Faust.

Dass die Fabelserie ausgerechnet im letzten Spiel des Jahres durch ein 27:30 bei der SG Flensburg-Handewitt riss, können die Magdeburger verschmerzen.

Das sah auch Flensburgs Coach Maik Machulla so, für ihn bleibt der SCM Titelkandidat Nummer eins: "Magdeburg hat eine unglaublich gute Mannschaft. Und wenn Magdeburg das so weitermacht, dann werden sie Deutscher Meister. Sie sind momentan Favorit auf den Titel."

Magdeburg mit der Jahrhundertchance

Magdeburgs Spieler jubeln nach ihrem Sieg.

Nicht nur in der Liga ist der SC Magdeburg das Maß aller Dinge, auch im internationalen Geschäft geben die Elbestädter den Takt vor. Im Mai schnappte sich das Wiegert-Team den Titel in der European League. Anfang Oktober reiste der SCM mit einer Wildcard im Gepäck zum IHF-Super-Globe nach Saudi Arabien und brachte die Champions-League-Finalisten Aalborg HB und den großen FC Barcelona gehörig ins Schwitzen.

Nachdem im Halbfinale Aalborg mit 32:30 rausgekegelt wurde, mussten im Endspiel die Katalanen dran glauben. Mit 33:28 gingen die Magdeburger als Sieger vom Parkett und feierten gebührend den Erfolg als Klub-Weltmeister. Bennet Wiegert war damals unglaublich stolz, diesen Titel nach Magdeburg geholt zu haben: "Für uns hat es eine extrem hohe Wertigkeit, weil ich weiß, dass da über Jahre alles zusammenpassen muss, um Titel zu gewinnen. Deshalb habe ich es von Anfang an als Jahrhundertchance deklariert."

SCM-Tanz auf vielen Hochzeiten

Der Tanz des SC Magdeburg auf verschiedenen Hochzeiten ist in dieser Spielzeit schon zur Gewohnheit geworden. Manchmal mussten die Magdeburger, gerade in der Phase von Klub-Weltmeisterschaft und Punktspielen, innerhalb von zwei, drei Tagen ihre Begegnungen austragen. Ein unglaublicher Kraftakt, den die Schützlinge von Bennet Wiegert (zumindest nach außen hin) problemlos bewältigten.

In der European League ist Magdeburg aktuell nach fünf Siegen und einem Unentschieden auf dem besten Wege, die Finalrunde zu erreichen. Und auch im DHB-Pokal ziehen die Grün-Roten ihre Kreise. Nach fast schon sensationell anmutendem 13:14-Pausenrückstand beim Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen zogen die Magdeburger nach der Pause alle Register und gewannen mit 31:26. Im Viertelfinale empfängt der SCM nun Bundesligaschlusslicht TSV GWD Minden. Sollte auch das klappen, wartet Ende April das Final Four in Hamburg auf die Mannschaft von Bennet Wiegert.

jmd

Quelle: MDR

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