Deutsche Handballer besiegen die Schweiz im EM-Test

Deutschlands Timo Kastening beim Torwurf

Test vor der Handball-EM

Deutsche Handballer besiegen die Schweiz im EM-Test

Deutschlands Handballer haben ihr vorletztes Testspiel vor der EM gewonnen. Gegen die Schweiz gab es einen souveränen Erfolg.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason besiegte die Schweiz am Freitag (07.01.2022) mit 30:26 (15:14) und nahm eine Woche vor ihrem EM-Auftaktspiel Schwung auf für das bevorstehende Turnier in der Slowakei und in Ungarn.

Bester Torschütze der DHB-Auswahl gegen den WM-16. in Mannheim war Linksaußen Marcell Schiller mit sieben Treffern. "Insgesamt haben wir das ganz gut gemacht", sagte Gislason am ARD-Mikrofon: "Wir hatten kleine Phasen mit Problemen, aber das hatte ich erwartet. Die Mannschaft hat seit dem 1. Januar überragend gearbeitet. Das war ein gutes Spiel. Die EM-Vorfreude bei allen ist riesig."

Sieben Tage vor ihrem ersten EM-Auftritt tat sich die neu formierte Mannschaft um Kapitän Johannes Golla lange Zeit schwer. Doch als es in der Schlussphase drauf ankam, blieb das deutsche Team cool und konnte sich entscheidend absetzen. Gislason nutzte die Partie vor allem zum Ausprobieren seines breiten und mit neun Turnier-Debütanten gespickten Kaders. "Es ist alles möglich. Wir sind unberechenbar", sagte Torhüter Till Klimpke der ARD selbstbewusst: "Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen."

Deutschland gegen Schweiz - die komplette Partie Sportschau 07.01.2022 01:18:24 Std. Verfügbar bis 07.01.2023 Das Erste

Neu formiertes Team

Gleich mit der Startformation setzte der Isländer ein Zeichen. Sebastian Heymann statt Julius Kühn, Luca Witzke statt Philipp Weber und Djibril M'Bengue statt Kai Häfner: Gleich drei der neun Turnier-Debütanten bot Gislason von Beginn an auf und ließ die arrivierten Kräfte eine Halbzeit lang auf der Bank.

Das neu formierte Team machte es zunächst gut und führte schnell mit 6:3 (10. Minute) - doch vor allem in der Abwehr offenbarte es einige Defizite. Die Absprache im Mittelblock klappte nicht, und auch vorne fehlte es an Durchschlagskraft. Vor der Pause war es vor allem Keeper Andreas Wolff zu verdanken, dass die deutsche Mannschaft trotz fast sechs Minuten ohne eigenen Treffer nie in Rückstand geriet. "Durchgehend fließend im Angriff war das nicht", urteilte Gislason: "Aber gerade die Abwehr war in der letzten Viertelstunde besser."

Konzentriertere Angriffe

"Ich glaube, dass wir noch ein bisschen zulegen können. Vor allem in der Abwehr sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen", sagte Teammanager Oliver Roggisch zur Pause in der ARD und forderte "mehr Emotionen" und ein "besseres Umschaltspiel".

Analyse und Stimmen: DHB-Auswahl gegen Schweiz Sportschau 07.01.2022 15:52 Min. Verfügbar bis 07.01.2023 Das Erste

Im zweiten Durchgang brachte Gislason im Rückraum dann seine Routiniers - und das deutsche Team wirkte nun konzentrierter. Auch weil der nun eingewechselte Till Klimpke wie Wolff einige Paraden zeigte, setzte sich das DHB-Team schnell auf 22:17 ab (39.).

Doch es folgte erneut eine Schwächephase, sodass der Vorsprung zehn Minuten vor dem Ende plötzlich bis auf ein Tor geschmolzen war (25:24). Dann zog Deutschland wieder davon.

Nächster Test gegen Frankreich

In der EM-Generalprobe trifft das deutsche Team am Sonntag (19.05 Uhr) auf den Olympiasieger Frankreich, bevor es am Mittwoch in den Vorrundenspielort nach Bratislava reist.

Bei der EM, wo die deutschen Spiele von ARD und ZDF live übertragen werden, trifft die deutsche Mannschaft in der slowakischen Hauptstadt zunächst auf Belarus (14. Januar), Österreich (16. Januar) und Polen (18. Januar). Die ersten zwei Mannschaften qualifizieren sich für die Hauptrunde, die ebenfalls in Bratislava stattfindet.

dpa/sid | Stand: 07.01.2022, 17:36

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