Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), spricht im Rahmen einer Pressekonferenz.

Handball | EM

Die Handball-Bundesliga schaut besorgt auf die EM

Stand: 18.01.2022, 17:05 Uhr

Frank Bohmann, Geschäftsführer der HBL, blickt mit Sorge auf den Corona-Ausbruch in der deutschen Nationalmannschaft. Es mache wenig Sinn, weiter nachzunominieren, sollten weitere Fälle dazukommen.

"Ich will nicht sagen, dass das der größtmögliche anzunehmende Unfall ist. Aber das ist natürlich schwer", so der HBL-Geschäftsführer.

Bohmann: "Sehr vorsichtig sein"

"Möglicherweise gibt es noch weitere Corona-Fälle in der Mannschaft. Ob es dann Sinn macht, immer weiter nachzunominieren, muss man sehen", sagte Bohmann. "Da muss man dann sehr vorsichtig sein und nicht sagen, ich mach's noch viel schlimmer, als es ist. Wenn es jetzt noch weitere Ausbrüche gibt, dann haben wir eine neue Situation."

Laut Axel Geerken, dem Manager der MT Melsungen, könnte sicher "darüber nachgedacht werden, wie sinnvoll das Ganze ist. Aber ob das Turnier abgebrochen werden soll, kann ich nicht beurteilen", sagte der Funktionär. Unter den neun infizierten DHB-Profis befinden sich mit Julius Kühn, Timo Kastening und Kai Häfner allein drei Melsunger Spieler. "Sportlich sind die vielen Fälle dramatisch, aber nun geht es vor allem darum, dass die Spieler gesund bleiben und auch heil wieder nach Hause kommen", sagte Geerken.

Obwohl der Infektionsherd unklar ist, reagierte Bundestrainer Alfred Gislason prompt und nominierte noch am Montagabend fünf Bundesliga-Profis um Torwart-Routinier Johannes Bitter für die abschließende Vorrundenpartie am Dienstag (18.01.22, im Liveticker auf Sportschau.de) gegen Polen nach.

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Keine Vorwürde an DHB und EHF

Warum die deutsche Mannschaft derart stark betroffen ist, ist dem DHB ein Rätsel. Bohmann will weder dem DHB noch dem europäischen Verband EHF einen Vorwurf machen, der Liga-Boss sieht eine Erklärung in der hochansteckenden Omikron-Variante.

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"Die Infektiosität ist unvergleichlich höher als in der Vergangenheit. Ich maße mir nicht an zu sagen, ob das am Hygienekonzept des Turniers liegt - oder ist jedes Hygienekonzept bei dieser Infektiosität überfordert?", sagte der 57-Jährige. "Man wird im Nachhinein bewerten müssen, ob es richtig war, das Konzept so offen zu lassen."

Quelle: dpa/sid

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