Deutschland gegen Schweden - die Zusammenfassung

Sportschau 23.01.2022 04:05 Min. Verfügbar bis 23.01.2023 Das Erste

Handball | EM

Zu viel Pech, zu viele Fehler - deutsche Handballer verpassen EM-Halbfinale

Stand: 23.01.2022, 19:37 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Bratislava gegen Schweden verloren und somit keine Chance mehr auf das Halbfinale.

Von Robin Tillenburg

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag am Sonntagabend (23.01.2022) im vorletzten Hauptrundenspiel mit 21:25 (10:12) und spielt im letzten Gruppenspiel gegen Russland nur noch um die abschließende Platzierung in der Hauptrundengruppe zwischen Rang vier und sechs. Auch das Spiel um Platz fünf ist nicht mehr möglich. Die Schweden können mit einem Sieg am Dienstag gegen Norwegen das Halbfinale erreichen.

Viele Fehler, wenige Paraden

Der erste Durchgang bot nur selten offensive Glanzlichter. Man merkte, dass es für beide Mannschaften um richtig viel ging. Beide leisteten sich viele Fehler und spielten immer wieder unsauber. Dementsprechend stand es zur Pause verhältnismäßig torarm 10:12.

Wie dominant die Abwehrreihen und wie fehlerhaft das Angriffsspiel beider Kontrahenten war, zeigte sich auch daran, dass die deutschen Torhüter trotz der wenigen Treffer nur zwei und die schwedischen nur fünf Bälle in den ersten 30 Minuten parierten. Dabei hatte vor allem Deutschlands Johannes Bitter auch immer wieder einfach Pech. Es war eine intensive und umkämpfte Partie, bei der sich früh abzeichnete: Wer im Angriff achtsamer mit dem Spielgerät umgeht, wird hier heute gewinnen.

Keineswegs chancenlos, aber zu hektisch

Das Fehlerfestival setzte sich in Hälfte zwei nahtlos fort. Es waren noch keine vier Minuten vergangen, da hatte Fabian Wiede schon zweimal den Ball in die Hände der Schweden gespielt. Aber der Vizeweltmeister tat sich ebenfalls schwer, klare Torchancen herauszuspielen und leistete sich seinerseits weiter Unkonzentriertheiten. Über ihre Deckung blieb die DHB-Auswahl also im Spiel.

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Tobias Reichmann traf per Strafwurf in der 37. Minute zum 13:13 - dem ersten Ausgleich seit dem 1:1. Schwedens Trainer Glenn Solberg brachte nun seinen zwischenzeitlich geschonten Superstar Jim Gottfridsson zurück ins Spiel. Mehrfach hatten die Deutschen nun die Chance, auch in Führung zu gehen, waren dabei aber auch mehrfach zu hektisch. Vier Minuten lang fiel überhaupt kein Treffer, dann waren die Schweden wieder vorn - 15:16 nach 44 Minuten. "Wir schmeißen in der ersten Welle vier Bälle weg. Ich habe mich tierisch geärgert", sagte Gislason nach dem Spiel angesprochen auf diese Phase.

Schweden eingespielter

Auch in die Schlussphase hinein blieb es ein echter Kampf auf der Platte. Es war das siebte Spiel in zehn, beziehungsweise elf Tagen für die beiden Kontrahenten. Die Schweden waren es am Ende, die etwas vorsichtiger mit dem Ball agierten und eben auch eingespielter waren als die Deutschen, die bekanntlich wegen der großen Corona-Probleme in einer sehr improvisierten Besetzung agieren mussten.

Darüber hinaus gewannen Andreas Palicka und Tobias Thulin das Torhüterduell. Es kam zu viel zusammen für das aufopferungsvoll kämpfende DHB-Team, um den Spiel noch umzudrehen. Beim Stande von 18:21 sechs Minuten vor Schluss nahm Gislason seine letzte Auszeit - doch auch das fruchtete nicht mehr. Bester deutscher Schütze war Julian Köster mit vier Treffern, Schwedens Hampus Wanne war sechsmal erfolgreich.

Drux: Kraft hat gefehlt

"Wir haben versucht, alles reinzugeben. Uns hat zum Schluss, glaube ich, einfach ein bisschen die Kraft gefehlt", erklärte ein erschöpfter Paul Drux unmittelbar nach Abpfiff am Sportschau-Mikrofon. Er hatte die Mannschaft aber größtenteils "auf Augenhöhe" mit dem Vizeweltmeister gesehen. Auch der nach seiner Corona-Infektion kurzfristig zurückgekehrte Hendrik Wagner hatte nach wenigen Minuten nach Aussagen des Bundestrainers im Spiel dann doch keine Kraft mehr.

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"Wir haben abwehrmäßig ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir standen nach einer Dreiviertelstunde bei einem Unentschieden. Vorne haben wir eigentlich bis auf die letzte Viertelstunde gut gespielt, dann kamen wir aber gegen die 6-0 der Schweden nicht mehr gut voran", analysierte der Isländer weiterhin.

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