Antje Lauenroth (li.) und Luisa Schulze

Handball | Weltmeisterschaft

Deutschland bei Handball-WM - auf der Suche nach Stabilität

Stand: 01.12.2021, 18:15 Uhr

Die DHB-Frauen reisen als "Überraschungspaket" zur Handball-WM nach Spanien. Nach dem Umbruch erwartet die deutschen Handballerinnen eine schwere Gruppenphase. Stabilität ist gefragt, doch die fehlte in den vergangenen Jahren immer wieder.

Von Maike Elger

Eine Prognose fällt schwer, wenn die deutschen Handballerinnen am Donnerstag (2.12.2021) in die Handball-Weltmeisterschaft in Spanien starten. "Wir sind dieses Jahr noch mehr als sonst ein richtiges Überraschungspaket", sagt die Kapitänin Emily Bölk.

Zwar zeigte die DHB-Auswahl bei vergangenen Turnieren vereinzelt immer wieder Topleistungen, doch die Konstanz und Stabilität fehlte, um mit der Weltspitze mithalten zu können. Ein ums andere Mal scheiterte das Team am Einzug ins Halbfinale. Bölk sagt: "Jetzt ist nochmal ein Umbruch passiert. Dementsprechend ist es schwer, Ziele zu nennen."

DHB-Spielerin Bölk: "Haben Fortschritte gemacht"

Sportschau 01.12.2021 01:10 Min. Verfügbar bis 01.12.2022 Das Erste

Jung und (un)erfahren

Für vier DHB-Spielerinnen ist es das erste große Turnier. Während Katharina Filter, Johanna Stockschläder und Lisa Antl nur den Handball-Expert:innen ein Begriff sein dürfte, sorgte Silje Brons Petersen bereits für Gesprächsstoff. Erst Anfang November erhielt die gebürtige Dänin ihre deutsche Staatsbürgerschaft und damit ihre Spielberechtigung für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Sie verstärkt die DHB-Auswahl auf der Spielmacherposition.

"Ich hoffe, dass die erfahrenen Spielerinnen die jungen ein bisschen an die Hand nehmen können. Und andersrum: die neuen ein bisschen frischen Wind reinbringen können", so Bölk, die trotz ihrer erst 23 Jahre zu den erfahreneren Spielerinnen im Kader zählt. Seit vergangenem Jahr spielt die Rückraumspielerin für den ungarischen Topklub Ferencváros Budapest.

Die internationale Erfahrung aus der Champions League der Spielerinnen aus Budapest, Dortmund und Bietigheim macht Hoffnung. "Alle haben sich weiterentwickelt. Wir sind in der Breite homogener als im letzten Jahr", sagt Bundestrainer Henk Groener. "Unser nächster Schritt ist, dass wir unser Spiel stabiler machen."

Schweres Los schon in der Vorrunde

Das wird nötig sein: Mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn warten drei starke und unangenehme Gegner. "Wir haben eine europäische Gruppe. Keine Exoten, keine leichten Spiele, die mal eben gewonnen werden", sagt Groener. Mit viel individueller Qualität in den Reihen und einem starken Angriff gilt Ungarn als Favorit auf den Gruppensieg. Aber auch die Tschechinnen und Slowakinnen sind nicht zu unterschätzen. Beide Teams zeichnet eine körperbetonte und wurfstarke Spielweise aus.

Erstmals nehmen 32 Teams an der Weltmeisterschaft teil. In acht Vierergruppen geht es um den Einzug in die Hauptrunde, in der jeweils sechs Teams um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen.

Die Chancen, in die Hauptrunde einzuziehen, stehen für die deutsche Mannschaft trotz schwerer Vorrunde gut. Einfacher würde es dort jedoch nicht. Dänemark, Südkorea und Tunesien hat Bundestrainer Groener als mögliche Hauptrundengegner auf dem Zettel - insbesondere die ersten beiden Mannschaften wären keine leichten Hürden auf dem Weg in die K.o.-Runde.

Corona-Turnier mit Zuschauern

Unterstützung gibt es von den Rängen. Die aktuelle Regelung in Spanien ermöglicht eine Hallen-Auslastung von 80 Prozent. Es gilt die 2G-Regelung. Alle Spielerinnen, Offizielle und Zuschauer:innen müssen vollständig geimpft oder höchstens seit 180 Tagen von einer Corona-Infektion genesen sein.

Kein Vergleich mit dem vergangenen Jahr, als die EM nicht nur ohne Zuschauer und unter strengen Isolationsregeln stattfand, sondern auch die Vorbereitung quasi unmöglich machte. Den Unterschied werde man im Spielniveau sehen, meint der Bundestrainer. "Die Leistung wird besser sein", sagt Groener, "beim Gegner allerdings auch."

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