Bitterer Sieg: SG Flensburg-Handewitt reicht 33:29 nicht

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Bitterer Sieg: SG Flensburg-Handewitt reicht 33:29 nicht

Von Christian Görtzen

Die SG Flensburg-Handewitt hat am Mittwochabend zwar das Viertelfinal-Rückspiel der Handball-Champions-League mit 33:29 (14:16) gegen Aalborg Handball gewonnen, das Final Four aber verpasst. Das Hinspiel war mit 21:26 verloren gegangen.

Somit steht fest, dass das Finalturnier in Köln am 12. und 13. Juni ohne deutsche Beteiligung stattfinden wird. Bereits zwei Stunden vor den Flensburgern war auch schon der große Rivale THW Kiel ausgeschieden, die "Zebras" verloren bei Paris Saint-Germain. Der SG fehlte in einem packenden Spiel gegen Aalborg in einer hitzigen Schlussphase nur ein bisschen Fortune zum Weiterkommen.

Flensburg mit holprigem Beginn

Schon nach wenigen Minuten hatte sich gezeigt, dass die angestrebte Aufholjagd gegen den dänischen Meister ein ganz schwieriges Unterfangen werden würde. Aalborg beeindruckte durch Tempospiel und Leichtigkeit in den Abläufen. Als Sebastian Barthold per Tempo-Gegenstoß die Gäste mit 8:5 (11.) in Führung brachte, war es aus Sicht der Flensburger nun sogar eine "Acht-Tore-Mission". Machulla war zum Handeln gezwungen: Er legte die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch - Auszeit.

Danach lief es kurz besser für die Norddeutschen. So machten sie zwischen der 16. und 20. Minute durch einen 4:0-Lauf aus einem 7:11 ein 11:11. Es schien schon, als könnte die Aufholjagd jetzt ihren Anfang nehmen.

SG-Torhüter Buric verletzt sich beim Siebenmeter

Doch es kam anders, und zwar sehr bitter für die SG. Zunächst verletzte sich Torhüter Benjamin Buric bei einem Siebenmeter der Gäste. Er machte mit dem rechten Bein einen Spreizschritt, um den von Barthold geworfenen Ball abzuwehren. Im nächsten Augenblick aber hielt sich der bosnische Nationaltorhüter schon mit schmerzverzerrtem Gesicht den Oberschenkel. Offenbar hat sich Buric eine Muskelverletzung zugezogen. Für den 30-Jährigen war nicht nur die Partie vorzeitig beendet, möglicherweise ergibt sich daraus ein längerer Ausfall.

SG Flensburg-Handewitt - Aalborg Handball 33:29 (14:16)

Tore Flensburg: Golla 9, Röd 9, Svan 7, Wanne 4/1, Larsen 3, Gottfridsson 1
Tore Aalborg: Claar 7, Saugstrup 5, Barthold 4/1, Christiansen 4, Sandell 3, Marcher 2, Mollgaard Jensen 2, Jakobsen 1, Juul-Lassen 1/1
Strafminuten: 10/12

Flensburg droht bei den enormen Belastungen durch die Terminhatz die einsatzfähigen Spieler abhanden zu kommen. Schon vor der Partie hatte die SG vermeldet, dass Rückraumspieler Lasse Möller in Berlin operiert worden ist und dem Team noch mehrere Monate fehlen wird. Im Spiel gegen Aalborg lief es auch in der Schlussphase der ersten Hälfte nicht richtig rund. Zur Pause hieß es 14:16. Flensburg brauchte nun einen sensationellen zweiten Durchgang.

Bergerud avanciert zum starken Rückhalt

Den Anfang dazu machten die Schleswig-Holsteiner nach Wiederbeginn. Das Team wirkte nun wesentlich entschlossener, zielstrebiger, und vor allem Torhüter Torbjörn Bergerud war nun ein ganz starker Rückhalt. Durch einen 6:0-Lauf machten die Flensburger aus einem 15:17 (32.) ein 21:17 (38.). Da sich aber schon jetzt zeigte, dass Aalborg mehr Auswärtstore erzielen würde, als es der SG im Hinspiel gelungen war, bedeutete dies für Flensburg, dass ein Sieg mit sechs Toren nötig sein würde. Ein Vorsprung in dieser Höhe war bald darauf allerdings schon hergestellt: Johannes Golla sorgte dafür, der Nationalspieler traf zum 26:20 (46.).

Dramatische Schlussphase

Doch die Gäste, bei denen der schwedische Spielmacher Felix Claar herausragte, hielten dagegen, verkürzten wieder auf 24:27 (53.). Als Flensburgs Mads Mensah Larsen mehrmals hintereinander falsche Entscheidungen traf, schien die Partie für die SG schon verloren zu sein. Schließlich traf Claar zum 28:31 (58.). Die Norddeutschen benötigten noch drei Treffer. Lasse Svan traf, Bergerud parierte stark, Svan traf noch einmal - und so hieß es 57 Sekunden vor dem Ende 33:28. Doch Aalborg war im Ballbesitz. Bei angedrohtem Zeitspiel machte Claar vier Sekunden vor der Sirene mit dem 29:33 das Weiterkommen für die Dänen perfekt. Erfolgreichster Flensburger war Golla mit neun Toren.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 19.05.2021 | 23:03 Uhr

NDR | Stand: 20.05.2021, 13:11

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