Das schwierige Terminpuzzle in der Handball-Bundesliga

Christopher Bissel vom HC Erlangen

Corona-Pandemie

Das schwierige Terminpuzzle in der Handball-Bundesliga

Von Jens Mickler

In der Handball-Bundesliga jagt eine Corona-Hiobsbotschaft die nächste. Der Termindruck sei aufgrund der Quarantänefälle immens, dennoch werde es eine Abschlusstabelle am Saisonende geben, sagte Liga-Chef Frank Bohmann.

Die Funktionäre und Vereinsvertreter der Handball-Bundesliga hatten sich bei ihrem turnusmäßigen "Jour fixe" am Mittwoch (21.04.2021) gerade auf das weitere Vorgehen in der Saisonplanung geeinigt, da flatterte die nächste ungute Meldung ins Haus: Auch der Bergische HC muss in Quarantäne. Damit ist derzeit der dritte Klub in der Liga nach dem HC Erlangen und dem HSC Coburg nicht spielfähig, weitere Spielverlegungen sind notwendig.

Nachholtermine stehen fest

"Bis gestern hatten wir eine Lösung gefunden, wie es terminlich gehen könnte, dann kam die Meldung des BHC", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, zu sportschau.de. Da von der BHC-Quarantäne nur ein Ligaspiel betroffen ist, fällt dieser Ausfall allerdings nicht groß ins Gewicht. Das heißt: Für alle wegen Corona ausgefallenen Spiele steht bereits ein Nachholtermin fest, der den Klubs in Kürze bekanntgegeben werden soll.

Frank Bohmann

Liga-Boss Bohmann

16 Nachholspiele sind es somit nun, die in den ohnehin schon engen Spielplan der Bundesliga bis zum Saisonende eingebaut werden müssen. Bohmann ist verhalten optimistisch: "Wenn keine weiteren Quarantänefälle hinzukommen, kriegen wir es hin." Wenn es allerdings so weitergehe mit den Neuinfektionen wie derzeit, würde die Liga ein ernsthaftes Problem bekommen, so Bohmann.

Absage an ein Abschlussturnier

Daher hat man sich im Liga-Vorstand auf eine vorläufige Planung für das Saisonende unter Coronabedingungen geeinigt: Ein Abschlussturnier, wie es im vergangenen Jahr in der Basketball-Bundesliga veranstaltet wurde, wird es definitiv nicht geben. "Das haben wir abmoderiert. Das Infektionsrisiko ist bei 20 Mannschaften unter einem Dach einfach viel zu groß", sagte Bohmann.

Festgelegt wurde dagegen, dass die Nachholspiele möglichst alle im Mai ausgetragen werden sollen, um im Idealfall Anfang Juni eine bereinigte Tabelle vorliegen zu haben.Sollte das nicht gelingen und weitere Verschiebungen notwendig sein, müssten diese in die zwei letzten Juni-Wochen verschoben werden. Dann könnten auf einige Klubs drei Spiele pro Woche zukommen, was im Notfall machbar wäre.

Im Worst Case greift die Quotientenregelung

Auch für den "Worst Case" haben sich die Liga-Vertreter gerüstet: Wenn nicht mehr alle Spiele bis zum Saisonende am 30. Juni stattfinden können, wird die sogenannte Quotientenregelung greifen. Das heißt, ein Punkteschnitt aller bereits ausgetragenen Spiele würde errechnet und zu den erspielten Punkten hinzugezählt.

"Wir sträuben uns allerdings gegen diese Quotientenregelung, weil es keine gerechte Lösung ist, aber es wäre das letzte Mittel", sagte Liga-Boss Frank Bohmann. Ungerecht deshalb, weil Spiele gegen potenziell schwächere Gegner genauso gewertet würden wie gegen potenziell stärkere.

Es wird eine Abschlusstabelle geben

Fakt ist somit auch: Einen Saisonabbruch wie in der vergangenen Spielzeit wird es defintiv in der Handball-Bundesliga nicht geben. "Wir werden am Ende der Saison auf jeden Fall eine Abschlusstabelle haben mit einem deutschen Meister, Absteigern und Europacup-Teilnehmern", so Frank Bohmann. Ein Saisonende über den 30. Juni hinaus, ist aus vertragsrechlichen Gründen - viele Verträge der Spieler enden an diesem Datum - dagegen nicht möglich.

Stand: 22.04.2021, 10:30

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