Pflichtsiege für THW und Flensburg, "Recken" und HSVH überraschen

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Pflichtsiege für THW und Flensburg, "Recken" und HSVH überraschen

Die Handball-Bundesligisten THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt haben am Sonntag Heimerfolge gefeiert. Kiel besiegte den SC DHfK Leipzig mit 32:28 (13:11), Flensburg die HSG Wetzlar mit 27:25 (15:12). Die TSV Hannover-Burgdorf kam zu einem 33:31 (18:14) beim TBV Lemgo Lippe, der HSV Hamburg zu einem 26:25 (13:13) gegen die MT Melsungen.

Kiel weist nach dem 13. Spieltag als Tabellenzweiter nun 20:6 Punkte vor, Flensburg bei zwei Partien im Rückstand als Vierter 16:6 Zähler. Vorne liegt der SC Magdeburg mit der makellosen Bilanz von 24:0 Punkten. Die TSV Hannover-Burgdorf errang im Kampf um den Klassenerhalt einen wichtigen Erfolg: Die Niedersachsen haben nun 8:14 Zähler auf dem Konto. Aufsteiger Hamburg steht mit starken 14:12 Punkten auf dem sechsten Platz.

THW Kiel verlängert mit Dahmke und Ehrig

Erstmals kräftig gejubelt wurde in Kiel schon vor dem Anwurf des Heimspiels gegen Leipzig. Anlass war die Verkündung, dass Linksaußen Rune Dahmke und Rechtsaußen Sven Ehrig - beide sind gebürtige Kieler - ihre Verträge bis zum 30. Juni 2024 verlängert haben. THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi lobte Dahmke: "Er ist da, wenn man ihn braucht. Nicht zuletzt Rune lebt mit jeder Faser den THW Kiel - genau diese Typen brauchen wir, um erfolgreich zu sein."

Für den 35-maligen Nationalspieler Dahmke lief es im Spiel gegen die Sachsen zunächst nicht so ganz rund, in den ersten zwölf Minuten vergab er zwei freie Würfe. Und da die "Zebras" insgesamt etwas holprig unterwegs waren, hieß es nach einer Viertelstunde nur 8:7. Die Schleswig-Holsteiner taten sich auch in der Folgezeit weiter schwer - so reichte es zur Pause lediglich zu einem 13:11.

"Zebras" entscheiden nach der Pause die Partie

Nach Wiederbeginn zeigte sich das Team von THW-Trainer Filip Jicha entschlossener und zielstrebriger. Der Lohn: Durch einen 7:2-Lauf setzten sich die Kieler auf 20:13 (37.) ab. Damit war die Basis für den Sieg gelegt. Und diesen Vorsprung ließen sich die "Zebras" nicht mehr nehmen. Erfolgreichster THW-Spieler war Niclas Ekberg mit acht Toren.

THW Kiel - SC DHfK Leipzig 32:28 (13:11)

Tore Kiel: Ekberg 8/4, Reinkind 5, Sagosen 5, Wiencek 4, Weinhold 3, M. Landin 2, Pekeler 2, Zarabec 2, Dahmke 1
Tore Leipzig: Binder 5, Krzikalla 5/1, Sunnefeldt 5, Ivić 4, Milosevic 3, Mamic 2, Remke 2, Ernst 1, Jotic 1
Zuschauer: 9.000
Strafminuten: 10/10
Disqualifikation: - / Ernst (55./dritte Zeitstrafe)

Flensburg-Handewitt mit guten Nerven in der Schlussphase

In Abwesenheit von Cheftrainer Maik Machulla und Assistent Maik Bult (beide positive Coronatests) brauchten die ersatzgeschwächten Flensburger ein bisschen, um richtig in Schwung zu kommen. Das gelang nach einer Viertelstunde, die Schleswig-Holsteiner setzten sich dank der Tore von Lasse Svan, Teitur Orn Einarsson und Johannes Golla von 8:7 auf 11:7 (18.) ab. Und diesen Drei-Tore-Vorsprung verteidigten die Gastgeber, die wie zuletzt schon im Champions-League-Spiel bei Dinamo Bukarest wieder von Oberliga-Coach Michael Jacobsen betreut wurden. Zur Pause hieß es 15:12.

Gegen Mitte der zweiten Hälfte waren es sogar erstmals fünf Tore Vorsprung (23:18). So ganz ohne Zittern ging es aber auch dieses Mal nicht. Wetzlar kam flugs auf 21:23 (50.) heran. SG-Torhüter Benjamin Buric verhinderte danach Schlimmeres, und Einarsson beseitigte mit seinem Tor zum 27:23 (59.) die letzten Zweifel am Sieg. Groß war die Freude in der Arena über das Comeback von Göran Sögard Johannessen, der nach fünfmonatiger Verletzungspause zwei Treffer zum Sieg beisteuerte.

SG Flensburg-Handewitt - HSG Wetzlar 27:25 (15:12)

Tore Flensburg: Jakobsen 7/4, Einarsson 6, Golla 3, Larsen 3, Svan 3, Johannessen 2, Mensing 2, Lindskog 1
Tore Wetzlar: Rubin 7, Forsell Schefvert 4, Mellegard 4, Holst 3/3, Cavor 2, Novak 2, Danner 1, Fredriksen 1, Nyfjäll 1
Zuschauer: 4.866
Strafminuten: 4/6

"Recken" überraschen in Lemgo

Die TSV Hannover-Burgdorf bot im Spiel beim amtierenden DHB-Pokalsieger TBV Lemgo Lippe in der ersten Hälfte eine starke Leistung. Das Team von TSV-Trainer Christian Prokop ließ sich auch von einem 6:9-Rückstand nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Die "Recken" steigerten sich zusehends, glichen zum 10:10 (19.) aus und zogen bis zur Pause gar auf 18:14 davon.

Nach Wiederbeginn zeigten sich die Ostwestfalen deutlich verbessert, nach 48 Minuten führten die Niedersachsen nur noch mit 26:25. Der erfolgreichste TSV-Profi, Ivan Martinovic, sorgte mit zwei weiteren seiner insgesamt zehn Tore aber dafür, dass sich die Gäste wieder absetzten. Diesen Vorsprung ließen sich die Norddeutschen nicht mehr nehmen.

TBV Lemgo Lippe - TSV Hannover-Burgdorf 31:33 (14:18)

Tore Lemgo: Elisson 12/4, Cederholm 7, Carlsbogard 4, Kogut 4, Guardiola Villaplana 2, Schagen 1, Simak 1
Tore Hannover: Martinovic 10, Mävers 8, Kuzmanovski 5, Brozovic 4, Böhm 2, Büchner 2, J. Hansen 2
Zuschauer: 2.703
Strafminuten: 8/16

Mortensen herausragend beim Sieg des HSV Hamburg

In der Wiederholungspartie des neunten Spieltages - die Begegnung war am 31. Oktober wegen eines medizinischen Notfalls im Publikum abgebrochen worden - gelang dem HSV Hamburg durch eine starke kämpferische Leistung eine Überraschung gegen die MT Melsungen. Es war ein Erfolg des Willens in einer ausgeglichenen Partie, die nach 30 Minuten 13:13 stand.

Eine starke Leistung bei den Norddeutschen bot der dänische Linksaußen Casper Mortensen, der mit seinem siebten Treffer auch für die erste Zwei-Tore-Führung des HSVH (17:15/36.) sorgte. Weiter absetzen konnten sich die Hamburger jedoch nicht - trotz so einiger guter Paraden von Torwart Johannes Bitter.

Es reichte aber auch so: Mortensen verwandelte einen Siebenmeter mit einem frechen Heber über Silvio Heinevetter hinweg zum 26:24 (60.) - es war sein zehnter Treffer. Melsungen konnte nur noch verkürzen. Hamburg feierte und freut sich auf die nächste Herausforderung - und die ist enorm: Am nächsten Sonntag ist der THW Kiel zu Gast (13.40 Uhr, live im NDR Fernsehen und bei NDR.de).

HSV Hamburg - MT Melsungen 26:25 (13:13)

Tore Hamburg: Mortensen (10/4), Wullenweber (5), Tissier (4), Andersen (2), Forstbauer (2), Weller (2/1), Valiullin (1)
Tore Melsungen: Häfner (6), Kühn (5), Arnarsson (3), Kastening (3), Kunkel (2/1), Gomes (2), Pavlovic (1), Allendorf (1), Jonsson (1), Maric (1)
Zuschauer: 3.338
Strafminuten: 2/4

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 28.11.2021 | 22:50 Uhr

NDR | Stand: 29.11.2021, 12:50

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