Flensburg - Kiel: Großer Handball sorgt für große Spannung

NDR-Sport

Flensburg - Kiel: Großer Handball sorgt für große Spannung

Von Florian Neuhauss

Gerade einmal ein Pünktchen trennt die SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel nach 19 Spielen zur Halbzeit in der Handball-Bundesliga. Der Flensburger 31:28 (17:15)-Sieg im direkten Vergleich dürfte die Kieler angestachelt haben.

Wenn schon zum ersten Mal im Landesderby keine Zuschauer in der "Hölle Nord" sein konnten, sorgten die siegreichen Profi-Handballer nach dem Spiel eben selbst für Stimmung. "Derbysieger, Derbysieger", sangen die Flensburger, die den THW in der Tabelle überflügelt hatten, und tanzten ausgelassen durch die leere Halle. Die Revanche für die Niederlage im Hinspiel war geglückt.

"Ich habe einen riesigen Respekt davor, wie die Jungs sich heute in das Spiel geschmissen haben. Sie haben nicht nur gekämpft, sondern richtig guten Handball gezeigt", jubilierte SG-Trainer Maik Machulla und fügte hinzu: "Wir haben sehr gut verteidigt und vorne sehr intelligent gespielt. Unsere Effektivität war ausgezeichnet."

Begeisterung hier, große Enttäuschung dort

Allen voran Hampus Wanne machte mit seinen zehn Toren einmal mehr den Unterschied. Statt zur Saisonhalbzeit drei Zähler hinter Kiel zu liegen, hat der Landesrivale nun einen Zähler Vorsprung. Bundestrainer Alfred Gislason hatte schon vor der Partie erklärt, dass die Meisterschaft nur noch zwischen Kiel und Flensburg ausgespielt würde. Am Sonnabend zeigten die Teams dann, warum das so ist: "Es waren zwei Top-Mannschaften am Start, und jeder, der das Derby gesehen hat, dürfte begeistert gewesen sein", betonte Machulla.

Ausfälle von Landin, Pekeler und Horak wiegen schwer

Mit ein bisschen Abstand wird das womöglich auch THW-Coach Filip Jicha so sehen können. "Wir haben das gesamte Spiel über nicht richtig stattgefunden, und Flensburg hat das schlau gespielt", überwog beim Tschechen nach der Partie aber die Enttäuschung.

"Wir haben einen gebrauchten Tag erwischt und deshalb auch verdient verloren."
— THW-Coach Filip Jicha

Besonders die Verletzungen von Hendrik Pekeler und Pavel Horak, die den Kielern laut Jicha auch am Mittwoch in der Champions League fehlen werden, wurmten die Gäste. Torhüter Niklas Landin fehlte ohnehin wegen eines positiven Corona-Tests - wurde aber vom 42-jährigen Mattias Andersson, der insgesamt auf zehn Paraden kam, gut vertreten.

"Wir können besser spielen, aber aus der Verteidigung heraus konnten wir nicht wie gewohnt das Momentum aufbauen", ärgerte sich Sander Sagosen, der mit neun Toren erfolgreichster Kieler Werfer war.

Kiel lässt sich von langen Angriffen stressen

Die Flensburger hatten ihrerseits in Simon Hald und Mads Mensah Larsen Corona-bedingt auf zwei Spieler verzichten müssen. Doch die Hausherren konnten sich von Beginn an auf ihre Ausfällen einstellen und wussten damit besser umzugehen. Sagosen erklärte: "Flensburg hatte wenig Wechselmöglichkeiten, also haben sie lange Angriffe gespielt, was uns von Beginn an unter Stress gesetzt hat."

Gerade Halbzeit: "Noch keine Vorentscheidung gefallen"

Während die Verfolger mit 21 und teilweise bereits 22 absolvierten Spielen die Spitze schon bald aus den Augen verloren haben dürften, stehen ganz vorn zwei Clubs auf Augenhöhe. "Jetzt ist Halbzeit in der Liga, deshalb war das noch keine Vorentscheidung im Meisterschafts-Kampf", sagte Machulla.

Und Jicha unterstrich: "Wir haben einen gebrauchten Tag erwischt und deshalb auch verdient verloren. Das ist schmerzhaft, aber man muss solche Spiele erleben, um zu erkennen, wie wichtig die eigene Leistung ist. Aber Fakt ist: Wir müssen noch 19 Spiele absolvieren. Das ist ein spezielles Jahr." Da vermisste sogar der Kieler Trainer die über 6.000 Fans in der "Hölle Nord", auch für die Verlierer im Landesderby gehört die richtige Stimmung in der Halle einfach mit dazu.

Dieses Thema im Programm:
Sportschau | 27.03.2021 | 18:05 Uhr

NDR | Stand: 29.03.2021, 11:18

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