Handball

Handball-WM - Kroatien nach Patzer unter Druck

Domagoj Duvnjak (l) von Kroatien jubelt über seinen Treffer

2. Spieltag der Hauptrunde

Handball-WM - Kroatien nach Patzer unter Druck

Von Christian Hornung

Deutschland wird bei der Handball-WM bislang zu Recht für eine tolle Abwehr gelobt. Hauptrundengegner Kroatien war da in der Gruppenphase voll auf Augenhöhe - muss nun aber einen herben Rückschlag verkraften.

"Kroatien kommt über Emotionen", hat Bundestrainer Christian Prokop vor dem Hauptrundenspiel am Montagabend (21.01.2019/Audio-Livestream und -ticker bei sportschau.de) über den Gegner gesagt. Doch die fehlten dem Doppel-Olympiasieger von 1996 und 2004 bei seiner völlig überraschenden 26:29-Niederlage am Sonntag gegen Brasilien auf der ganzen Linie - erstmals bei dieser Weltmeisterschaft.

Zuvor nervenstark und abgezockt

Dass es die Kroaten auch ganz anders können, hatten sie zuvor in der Gruppenphase gezeigt. Vor allem im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien offenbarte der Weltmeister von 2003 extreme Nervenstärke und Abgezocktheit.

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Beide Teams standen vor diesem abschließenden Duell um Platz eins in der Gruppe B mit je vier Siegen da. Doch Kroatien hatte auf fast jede Idee der Spanier eine Antwort, blieb in der entscheidenden Phase einmal acht Minuten lang ohne Gegentor und schaffte es am Ende, den Mitfavoriten unter der 20-Tore-Marke zu halten: 23:19 hieß es für die Mannschaft von Lino Cervar.

Ein Kieler ist der Top-Star

Damit starteten die Kroaten als einziges Team in der deutschen Gruppe verlustpunktfrei in die Hauptrunde, gaben diesen Vorteil aber durch die Pleite gegen Außenseiter Brasilien selbst aus der Hand.

Vieles steht und fällt in dieser Mannschaft mit der Form von Superstar Domagoj Duvnjak vom deutschen Rekordmeister THW Kiel, aber auch Zlatko Horvat als torgefährlicher Rechtaußen (mit 23 Treffern, davon neun Siebenmetern, bester Werfer der Vorrunde) kann Spiele allein entscheiden. Prokop spricht aber auch Luka Cindric, Luka Stepancic und Igor Karacic "Weltklasse-Format" zu. Der Bundestrainer warnt: "Das sind alles Spieler, die ihrem Spiel den Stempel aufdrücken können. Wir müssen uns in Topform präsentieren und vor allem mit unseren Zuschauern emotional voll gegenhalten."

Rückkehrer Cervar gilt als "Magier"

Prokops Amtskollege Cervar wird im eigenen Land "Der Magier von Umag" genannt. Er holte 2003 und 2004 die beiden historischen Goldmedaillen nach Kroatien, erst 2010 trat er nach drei bitteren Final-Niederlagen in Serie (2008 bei der EM gegen Dänemark sowie bei der WM 2009 und bei der EM 2010 jeweils gegen Frankreich) ab.

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2017 holte ihn der Verband zurück und betraute ihn bei der Heim-WM mit der "Mission Gold" - die aber nach der frühen Verletzung von Duvnjak mit Rang fünf verpasst wurde. Umso größer waren die Ambitionen der "Kaubojis" (Cowboys) nun vor der Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark. Doch jetzt müssen die Kroaten gegen Deutschland zeigen, ob die Niederlage gegen Brasilien nur ein Weckruf oder bereits das Aus aller Titelträume war.

Stand: 21.01.2019, 08:41

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