DHB-Team hat vor Auftaktspiel gegen Uruguay sich selbst im Fokus

Uwe Gensheimer (li.) und Fabian Böhm klatschen ab

Auftaktspiel bei der Handball-WM

DHB-Team hat vor Auftaktspiel gegen Uruguay sich selbst im Fokus

Von Robin Tillenburg

Uruguay heißt der Auftaktgegner der deutschen Handball-Männer bei der WM in Ägypten. Der Gegner sollte schlagbar sein, das sieht auch der Bundestrainer so. So richtig viel weiß man nicht über die Südamerikaner - das ist aber, so der Tenor, auch nicht so wichtig.

Für die anderen beiden deutschen Gruppengegner Kap Verde und Ungarn dürfte das DHB-Team sich in der Einschätzung des Leistungsniveaus relativ sicher sein. Kap Verde sollte die deutsche Mannschaft nicht in Gefahr bringen können. Ungarn ist dagegen ein echter Prüfstein und befindet sich in etwa auf Augenhöhe, auch wenn die Mannschaft von Alfred Gislason auch hier Favorit sein dürfte.

Weber erwartet "nervöse erste Minuten"

Uruguay jedoch hat auf dem Weg zu seiner ersten erfolgreichen WM-Qualifikation immerhin den mehrfachen Turnierteilnehmer Chile besiegt, der bei der WM 2019 nur knapp die Hauptrunde verpasste und im Auftaktspiel am Mittwoch (13.01.2021) gegen das ambitionierte Ägypten immerhin passabel mithielt und am Ende mit sechs Treffern verlor.

Deutschlands WM-Gegner Uruguay im Check Sportschau 14.01.2021 00:55 Min. Verfügbar bis 14.01.2022 Das Erste

Uwe Gensheimer und Co. sind also gut beraten, diese Aufgabe zumindest seriös anzugehen - nicht unbedingt, um eine Niederlage zu verhindern, sondern um weiter Sicherheit zu gewinnen.

Gislason: "Uruguay spielt einen anderen Handball" Sportschau 14.01.2021 01:50 Min. Verfügbar bis 14.01.2022 Das Erste

Schließlich ist es trotz der beiden guten Auftritte in den EM-Qualifikationsspielen gegen Österreich immer noch erst das fünfte Länderspiel unter der Regie Gislasons und für viele Akteure die erste Partie bei einem großen Turnier.

Auch Philipp Weber, für den es trotz zwei bereits gespielter Europameisterschaften auch das Weltmeisterschaftsdebüt ist, schätzt die Lage ähnlich ein. Es könne "nervöse erste Minuten" geben, meinte der Spielmacher auf der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel. Wenn man den eigenen Plan umsetzen könne, werde man aber "die Abwehr knacken können, weil wir auch besser sind" und das Spiel gewinnen.

Trotz Kritik am Konzept gute Stimmung bei deutschen Handballern Sportschau 14.01.2021 02:17 Min. Verfügbar bis 14.01.2022 Das Erste

Urguay mit "robuster" Defensive

Die Uruguayer spielen größtenteils in der Heimat oder in Spanien unterhalb der obersten Spielklasse. Größter Star und gleichzeitig auch einer der erfahrensten Spieler ist der 35 Jahre alte Spielmacher Nicolas Fabra. Der Kapitän bringt es in 96 Länderspielen auf über 500 Tore.

Mehr hat im deutschen Aufgebot nur Uwe Gensheimer (915 bei 186 Auftritten). Fabras Teamkollegen Alejandro Velazco und Torhüter Felipe Gonzalez haben überdies auch internationale Erfahrung auf anderem Untergrund: Beide sind Teil der Beachhandball-Nationalmannschaft des Landes.

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Die DHB-Auswahl dürfte zwar physisch überlegen sein, doch gegen die Abwehr der Südamerikaner kann es trotzdem unangenehm werden. Das war auf der Pressekonferenz auch das eine Detail, das sowohl Weber als auch Gislason herausstellten. Die Defensive sei "robust", und man dürfe sich von der härteren Gangart nicht beeindrucken lassen.

Fokus auf die eigene Entwicklung

Die Eindrücke, die das deutsche Lager von der Mannschaft von Uruguays Trainer-Ikone Jorge Botejara gewonnen hat, stammen allerdings größtenteils von Videos, die "beinahe ein Jahr alt sind", erklärte der Bundestrainer. Uruguay sei "eine Mannschaft, die einen anderen Handball spielt als wir gewöhnt sind" und versuche, "extrem lange Angriffe" zu spielen. Auf einzelne Spieler habe man sich nicht besonders eingestellt, erklärte Weber. "Wir betrachten die Mannschaft als Ganzes. Wir beschäftigen uns viel mit uns und das ist, glaube ich, das Wichtigste."

Tatsächlich ist das der Tenor, der aus allen Äußerungen der Mannschaft und ihrer Verantwortlichen durchscheint. Der Fokus liegt auf den eigenen Stärken und der Weiterentwicklung für die großen Aufgaben, die im Turnier ja spätestens mit den Ungarn und der Hauptrunde folgen werden. "Das Spiel morgen und das Spiel gegen Kap Verden sind beides Spiele, die wir gewinnen müssen. Und das sind auch Spiele, die wir nutzen müssen, um uns besser einzuspielen und unsere taktischen Varianten in Angriff und Abwehr auszubauen", fasste es Gislason am Ende prägnant zusammen.

Stand: 14.01.2021, 18:49

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