Handball

Dänemark, Frankreich und Norwegen siegen klar

Däne Mikkel Hansen jubelt im Spiel gegen Tunesien

Zweiter Spieltag

Dänemark, Frankreich und Norwegen siegen klar

Von Robin Tillenburg

Dänemark hat bei der Handball-WM im zweiten Spiel den zweiten Kantersieg gefeiert. Der Co-Gastgeber ließ Tunesien am Samstag (12.01.2019) beim 36:22 (19:10) nicht den Hauch einer Chance.

Ein überragender Rasmus Lauge, der schon nach 30 Minuten seine sieben Treffer erzielt hatte, eine starke Deckung und ein erneut hervorragender Torhüter Niklas Landin waren schon im ersten Durchgang das Erfolgsrezept der Mannschaft von Nikolaj Jacobsen. Obwohl der Trainer der Dänen und der Rhein-Neckar Löwen die verletzungsbedingte Abreise von Rechtsaußen Hans Lindberg verkraften musste, setzte sein Team am Abend die starke Leistung aus dem Sieg über Chile am ersten Spieltag fort.

Immer wieder holte der Olympiasieger sich in Person von Landin oder durch die Deckung die Bälle von den Nordafrikanern und kam dann gnadenlos mit Tempo nach vorn. Obwohl sie diverse Unterzahlsituationen überstehen mussten, bauten die frenetisch angefeuerten Dänen in Herning ihre 7:0-Führung bis auf 14:2 aus. Erst dann fingen auch die Tunesier an, ihre Chancen etwas besser zu verwerten und konnten bis zur Pause zumindest ein noch größeres Debakel verhindern. Die zweite Hälfte spielten die beiden rot-weißen Kontrahenten dann herunter - Dänemark tat so viel wie nötig und die Tunesier waren bemüht, ein demütigendes Desaster zu verhindern - hatten damit aber nur mäßigen Erfolg. Lauge und Mikkel Hansen (beide sieben) hatten am Ende der Partie die meisten Tore auf dem Konto.

Gruppe A: Frankreich kommt ins Rollen

In der deutschen Grupe A findet Frankreich nach dem mühsamen Erfolg über Brasilien so langsam besser ins Turnier: Die Franzosen gewannen mit 32:21 (15:12) gegen Serbien. Unter den Augen vom nachgereisten Superstar Nikola Karabatic kam der Titelverteidiger auch gegen Serbien langsam aus den Startlöchern. Aber er kam. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, in der die Serben meist vorlegen konnten und nur wegen des starken französischen Torhüters Vincent Gerard nicht höher führten, gelang "Les Bleus" ein Zwischenspurt von 8:9 auf 13:9. Ein kurioser, direkt verwandelter Freiwurf bei abgelaufener Spielzeit am Ende des ersten Durchgangs durch Ivan Mosic sorgte aber noch einmal für Hoffnung bei den Serben.

Diese machten sie sich dann selbst schnell zunichte, weil sie im zweiten Spielabschnitt nicht nur uninspiriert, sondern extrem fehlerhaft agierten. Die Franzosen nahmen dieses Geschenk dankend an, machten in der Vorwärtsbewegung noch ein paar Minuten Tempo und lagen prompt mit 22:13 vorn. Die Partie war entschieden und Frankreichs Trainer Didier Dinart nutzte die Gelegenheit und wechselte noch ein bisschen durch, um allen Akteuren die gegen Brasilien noch fehlende Sicherheit zu verschaffen.

Gruppe C: Chiles Keeper phasenweise unbezwingbar

Rodrigo Salinas (r.) hält Österreichs Gerad Zeiner

Rodrigo Salinas (r.) hält Österreichs Gerad Zeiner

Chile zeigte sich im frühen Spiel der Gruppe C gut erholt von der Packung gegen Dänemark und besiegte überraschend Österreich. Die Partie am Samstagnachmittag in Herning endete 32:24 (15:14). Für die mit einigen Bundesligaakteuren angetretenen Österreicher war es die erste Niederlage im Turnier, zum Auftakt gegen Saudi-Arabien hatte man noch 29:22 gewonnen. Die Chilenen hatten hingegen gegen Titelfavorit Dänemark mit 16:39 verloren.

Nach ausgeglichener erster Halbzeit gelang den Österreichern im zweiten Durchgang so gut wie nichts mehr. Etliche freie Wurfgelegenheiten ließen Robert Weber und Co. aus - Torhüter Felipe Barrientos war kaum zu noch zu bezwingen. Aus einem 14:16 machten die Chilenen somit kurz nach der Pause ein 19:16, aus einem 24:20 dann in der Schlussphase auch noch ein 28:20. Die Österreicher verwarfen nicht nur, sondern spielten zudem auch einige Fehlpässe - die Entscheidung. Bester Chilene neben Barrientos war Rückraumspieler Erwin Feuchtmann (9 Treffer).

Gruppe C: Norwegen siegt deutlich

Im zweiten Spiel in Gruppe C an diesem Samstag feierte Norwegen den erwarteten Sieg gegen Saudi-Arabien. Mit 40:21 (20:10) fiel der sehr deutlich aus. Norwegens Trainer Christian Berge konnte einige Akteure schonen, die beim ersten Sieg gegen Tunesien noch viel Spielzeit bekommen hatten. So war diesmal Flensburgs Magnus Rod mit neun Toren bester Schütze. Der Erfolg des Titelanwärters war zu keiner Zeit gefährdet. Saudi-Arabiens Halblinker Mahdi Al-Salem hielt zwar mit sieben Toren dagegen, aber insgesamt war schon ein deutlicher Klassenunterschied zu erkennen. Norwegen geht damit mit der perfekten Ausbeute von 4:0 Punkten und einer Tordifferenz von +29 in den dritten Spieltag.

Gruppe A: Russland stellt früh die Weichen gegen Korea

In Gruppe A hat Russland erwartungsgemäß den ersten Sieg im Turnier eingefahren. Nach dem Remis gegen Serbien am Vortag gewannen die Russen mit 34:27 (20:13) gegen das vereinigte Korea. Im ersten Durchgang konnte vor allem der junge Rückraumspieler Sergei Kosorotov beinahe treffen wie er wollte und sorgte gemeinsam mit Daniil Shishkarev dafür, dass es zur Pause schon 20:13 stand und die Begegnung entschieden war.

Die Koreaner probierten es nun mit verschiedenen Varianten, hatten aber in der eigenen Deckung zu viele Löcher und Keeper Park Jae-yong, der beim 19:30 (10:17) gegen Deutschland am Donnerstag (10.01.2019) noch so stark gehalten hatte, bekam diesmal keine Hand an den Ball. In der Schlussphase verkauften sich die kämpfenden Koreaner dann aber wacker und hatten gegen die durchwechselnden Russen noch ein paar Erfolgserlebnisse. Bester Werfer der Partie war Shishkarev mit sieben Toren.

Stand: 12.01.2019, 22:49

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