Handball

Handball-WM - Frankreich stolpert fast

Brasiliens Gustavo Rodrigues wirft gegen Frankreich aufs Tor

Erster Spieltag

Handball-WM - Frankreich stolpert fast

Von Robin Tillenburg

Im späten Spiel der deutschen Gruppe A hatte Frankreich am Freitag (11.01.2019) beim 24:22 (16:13) gegen Brasilien deutlich mehr Mühe als erwartet.

Die Brasilianer führten beinahe während der kompletten Anfangsphase und machten dem Titelfavoriten mit ihren wuchtigen Rückraumwürfen das Leben schwer.

Nach der Einwechslung von Torwart Vincent Gerard drehte der Titelverteidiger die Partie und schien kurz nach der Pause beim 19:13 endgültig davongezogen. Dann verloren "Les Bleus" jedoch wieder den Faden und brachten die "Selecao" zurück in die Begegnung, die vor allem von Fehlern geprägt war. Beim 20:20 war plötzlich wieder alles offen, aber die erste Garde und eben Gerard retteten den Franzosen am Ende doch noch die zwei Punkte.

Kroatien mit dem längeren Atem

Im ersten Topspiel der laufenden Handball-WM hatte sich Kroatien am frühen Abend in einer emotionalen Begegnung am Ende noch mit 31:27 (16:14) gegen Island durchgesetzt. Die Partie zwischen Kroatien, das zu den Titelkandidaten gehört, und "Geheimfavorit" Island war hochklassig und extrem eng. In einem ausgeglichenen ersten Durchgang kamen die Kroaten erst kurz vor der Pause besser ins Spiel, als sie aus einem 11:14 ein 16:14 machten.

Doch Island kam noch einmal zurück. Nach einem Torwartwechsel von Björgvin Páll Gústavsson zum jungen Ágúst Elí Björgvinsson lagen die Nordmänner ihrerseits nun mit 24:22 in Front. Die Partie wurde hochemotional und in der Hitze des Gefechts behielten die guten Schiedsrichter und die Kroaten den größten Überblick. In der Schlussphase vernagelten Domagoj Duvnjak (THW Kiel) und Co. ihre Defensive und machten aus einem 25:26-Rückstand ein 31:26. Zwei Zwischenspurts zum Ende der jeweiligen Hälfte hatten die Partie entschieden. Islands Superstar Aron Palmarsson gelangen sieben Tore, für Kroatien war Luka Stepancic von Paris Saint Germain mit acht Treffern bester Schütze.

Im Abendspiel der Gruppe fuhr Spanien den erwartenen Pflichtsieg gegen Bahrain ein - auf der Anzeigetafel hieß es nach 60 Minuten 33:23 (17:12).

Serbien und Russland unentschieden

Die beiden anderen deutschen Gruppengegner Serbien und Russland - beide Konkurrenten um einen Platz in der Hauptrunde - trennten sich am Ende leistungsgerecht mit 30:30 (16:16).

Über den gesamten Spielverlauf hatte sich keine Mannschaft wirklich absetzen können, auch wenn Serbien meist vorlegte. Eine 23:19-Führung der Serben hielt nicht lange, die Russen blieben dran und erarbeiteten sich eine packende Schlussphase. Matchwinner war dann Russlands bester Mann: Timur Dibirow, der erfahrene Linksaußen, traf kurz vor Spielende mit seinem insgesamt zwölften Treffer per Strafwurf zum Ausgleich.

Sigurdssons Japan verliert gegen Mazedonien

Die von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierten Japaner verloren ihr Auftaktspiel gegen Mazedonien mit 29:38 (13:18). Japan, klarer Außenseiter in Gruppe B, ging zwar mit 1:0 und 4:3 in Führung, konnte aber vor allem in der eigenen Defensive und Torhüterleistung nicht mit den eingespielten Mazedoniern mithalten.

 Jin Watanabe (l) von Japan in Aktion gegen Kiril Lazarov

Jin Watanabe (l) von Japan in Aktion gegen Kiril Lazarov

Über einen Zwischenstand von 7:4 baute Mazedonien den Vorsprung kontinuierlich, angetrieben von Superstar Kiril Lazarov (acht Tore) sowie Kreisläufer Stojanče Stoilov (6) und Linksaußen Dejan Manaskov (7), immer weiter aus. Weil die Japaner offensiv durchaus die ein oder andere Variante parat hatten, blieben sie aber einigermaßen dran. In der Schlussphase ging Sigurdssons Team dann schlichtweg die Luft aus, und die Partie endete etwas höher, als es dem Spielverlauf entsprochen hätte.

Starker Bilyk bei Österreichs Pflichtsieg

In Gruppe C hatte Dänemark schon am Donnerstag einen Kantersieg über Chile gefeiert. Einen Tag später hatte Österreich gegen Saudi-Arabien wie erwartet keine wirklichen Probleme und siegte mit 29:22 (15:9). Überragender Mann war Kiels Nikola Bilyk mit sieben Toren.

Norwegen musste im späten Spiel der Gruppe gegen Tunesien lange sein ganzes Können abrufen, um einen am Ende aber doch noch deutlichen Sieg einzufahren: 34:24 (18:13). Im letzten Drittel der Partie war Kreisläufer Bjarte Myrhol der entscheidende Mann, der innerhalb von acht Minuten vier Treffer erzielte und somit das Spiel entschied, das am Ende deutlicher ausging als es eigentlich war.

Angola besiegt Katar - Gottfridsson stark bei Schweden

In Gruppe D gab es direkt die erste faustdicke Überraschung. Die couragiert aufspielenden Angolaner besiegten Asienmeister Katar in einem Herzschlagfinale mit 24:23 (12:8). Der überragende Spielmacher Romé Hebo erzielte sieben Treffer beim Sensationssieg.

Im Abendspiel siegte Schweden mit 27:24 (13:11) über Ägypten. Matchwinner war Flensburgs Spielmacher Jim Gottfridsson, der in der Schlussphase die Begegnung entschied.

Argentinien und Ungarn, beide auch mit Hoffnungen auf die Hauptrunde angereist, trennten sich 25:25 (10:13). Die Ungarn hatten die erste Halbzeit dank ihres elffachen Torschützen Zsolt Balogh stark gespielt und lagen sogar mit 5:0 vorn, doch die kämpfenden und nun aufgewachten Argentinier drehten die Partie. Beim 16:15 lagen sie erstmals vorn und sahen beim 25:24 durch Pablo Simonet schon wie der Sieger aus, ehe Máté Lékai den Magyaren noch das Remis sicherte.

Statistik

Handball · Weltmeisterschaft · Gruppe B

Freitag, 11.01.2019 | 18.00 Uhr

Flagge Island

Island

Björgvinsson, Gustavsson – Einarsson, Magnusson (3), Gislason, Pálmarsson (7), O. Gudmundsson (1), G. T. Kristjansson – Gudjonsson, A. Gunnarsson (5/2), Elisson (4), Gustafsson, Ingason, Jonsson (5), Sigurmannsson – Arnarsson (2)

27
Flagge Kroatien

Kroatien

Sego, I. Stevanovic – Stepancic (8), Vrankovic, Cindric (6), Duvnjak (4), Karacic (2), Bicanic, Blazevic – Horvat (5/2), Vida, Mandic (1), Musa (2), Strlek (1/1) – Kozina, Sipic (2)

31

Fakten und Zahlen zum Spiel

Island Kroatien
Siebenmeter 2 Würfe, 2 Treffer 4 Würfe, 3 Treffer
Strafminuten 10 Min. 4 Min.

Zuschauer:

  • 12.000

Schiedsrichter:

  • Boualloucha (Tunesien), Khenissi (Tunesien)

Stand: Freitag, 11.01.2019, 20:09 Uhr

Stand: 11.01.2019, 22:02

Darstellung: