Handball

Handball-WM - Deutschland tankt Selbstvertrauen gegen Korea

Deutschland - Korea 30:19

Handball-WM - Deutschland tankt Selbstvertrauen gegen Korea

Von Julian Tilders und Robin Tillenburg

Zum Auftakt der Heim-WM hat die deutsche Nationalmannschaft durch eine disziplinierte Leistung Außenseiter Korea keine Chance gelassen. Am Ende war es ein verdienter 30:19 (17:10)-Pflichtsieg für Deutschland, der noch höher hätte ausfallen können.

Unter dem Jubel der 13.500 anwesenden Zuschauer in Berlin eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag (10.01.2019) die Handball-Weltmeisterschaft 2019. Zuvor hatten die WM-Botschafter Heiner Brand, Henning Fritz, Dominik Klein, Pascal Hens und Stefan Kretzschmar den WM-Pokal feierlich in die Arena getragen. Das Objekt der Begierde, auch für die Deutschen. Der Anfang des Weges der deutschen Landesvertretung führte im ersten Gruppenspiel der Vorrunde aber erstmal über das - für dieses Turnier - vereinigte Korea.

Früher Platzverweis für Korea

Deutschland agierte konzentriert, nach sechs gespielten Minuten musste der erste Koreaner für zwei Minuten auf die Bank - die dänischen Unparteiischen zeigten gerade in der Anfangsphase wenig Fingerspitzengefühl. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop verteidigte größtenteils fokussiert, Torwart Andreas Wolff parierte zudem den ein oder anderen Wurf der Gäste aus Fernost.

Die DHB-Auswahl war zwischenzeitlich gut im Spiel - Uwe Gensheimer nutzte einen verpassten Torwart-Wechsel der Koreaner, um für Deutschland nach acht Minuten ins leere Tor zum 5:2 zu treffen.

Schon nach elf Minuten war für Koreas Routinier Kim Dong-myung das Eröffnungsspiel vorbei. Er wurde mit der Roten Karte des Feldes verwiesen - eine sehr harte Entscheidung. Kim war bei einer Aktion ins Gesicht von Steffen Fäth kaum eine Absicht zu unterstellen, die Bewegung gegen Rückraumspieler Fäth glich eher einem verunglückten Block.

Andreas Wolff: "Die Stimmung war natürlich geil"

Sportschau 10.01.2019 00:51 Min. ARD

Kurze hektische Phase, danach Deutschland wieder am Ruder

In der Folge kämpften sich die Koreaner allerdings bis auf 5:7 zurück. Die Partie war in dieser Phase aufgrund etlicher Zeitstrafen auf beiden Seiten nun ziemlich hektisch und beinahe "vogelwild", sodass kurzzeitig sogar ein paar härtere Aktionen zu sehen waren.

Als sich die Partie und die Schiedsrichter nach einer klug genommenen Auszeit von Prokop wieder beruhigten, wurde die deutsche Überlegenheit wieder sichtbar. Gut acht Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit zogen Gensheimer und Co. davon. Hätten die tapfer kämpfenden Koreaner, bei denen in Ri Kyong-song gegen Ende auch ein Nordkoreaner auf der Platte stand, sich nicht einige Abpraller nach Wolff-Paraden erkämpft - und Patrick Groetzki und Patrick Wiencek Tempogegenstöße gegen den gut haltenden Park Jae-yong im Tor vergeben, wäre sogar schon zur Pause ein Zehn-Tore-Vorsprung möglich gewesen. Halbzeitstand in Berlin: 17:10 für die deutsche Nationalmannschaft.

Deutschland unbeirrt, Koreas Torwart verhindert Schlimmeres

Kurz nach der Halbzeit hielt Torhüter Wolff einen Siebenmeter, im Gegenzug tankte sich Kreisläufer-Hüne Jannik Kohlbacher gegen drei Koreaner durch und traf zur zwischenzeitlichen 20:10-Führung für die WM-Gastgeber.

Die Kraft der engagiert kämpfenden Koreaner ließ nun anscheinend etwas nach, das Team von Trainer Cho Young-shin leistete sich einige technische Patzer, die Deutschland nutzte. Torwart Park parierte aber weiterhin einige Würfe und verhinderte einen noch deutlicheren Rückstand als den ohnehin schon deutlichen Zehn-Tore-Unterschied. Etwa acht Minuten vor der Schlusssirene hieß es dann 28:17 für Deutschland.

Martin Strobel: "Jetzt geht das Turnier richtig los"

Sportschau 10.01.2019 01:23 Min. ARD

Schlussphase mit verpassten Chancen

Alle 16 Spieler aus dem Kader bekamen von Prokop noch Einsatzzeit, darunter auch Lokalmatador Silvio Heinevetter zwischen den Torpfosten, der besonders bejubelt wurde. Auch er zeigte genau wie Wolff starke Paraden und bewies, dass die deutsche Torwartposition ein absoluter Trumpf im weiteren Turnierverlauf sein kann. Die Chancenverwertung in der Schlussphase ließ allerdings zu wünschen übrig. Als die Partie austrudelte konnte sich Torhüter Park immer wieder gegen völlig freie Wurfchancen der Deutschen auszeichnen und auch vorne gelangen den Koreanern unter anderem auch durch Ri noch ein paar schöne Treffer. Somit bekam der über 45 Minuten lang komplett positive Eindruck der DHB-Auswahl noch ein paar kleine Schönheitsflecken.

Am Ende schlug Deutschland Korea dennoch standesgemäß deutlich mit 30:19 - es wäre sogar angesichts der vielen Chancen und der spielerischen Überlegenheit noch mehr möglich gewesen. Bester Werfer war Uwe Gensheimer mit sieben Treffern, zum Spieler des Spiels wurde Wolff gewählt. Das nächste Gruppenspiel steht am Samstag (12.01.2019, 18.15 Uhr) gegen Brasilien an.

Kapitän und Bundestrainer sind zufrieden

"Es war wichtig, gut ins Turnier zu starten. Wir haben jetzt auch schon gesehen, was für eine Atmosphäre auf uns zukommt, das ist gut. Brasilien wird sicherlich noch einmal eine andere Nummer. Das ist ein richtig starker Gegner. Für den Auftakt war das gut heute. Jetzt geht's weiter", meinte Gensheimer am ZDF-Mikrofon. "Wir konnten jeden rein bringen, wir haben eine gute Abwehr gesehen und einen guten Andreas Wolff dahinter. Auch vorne haben wir wenige technische Fehler gemacht gegen eine sehr offensive Deckung. Damit war ich zufrieden", erklärte der Bundestrainer.

Statistik

Handball · Weltmeisterschaft · Gruppe A

Donnerstag, 10.01.2019 | 18.15 Uhr

Flagge Korea

Korea

Ji, Park Jaeyong – Jo (3), Jung (1), Ri Yongmyong, Kang Jeongu (2), Kang Tan (4), Ri Kyong Song (1), Choi, Park Young Jun, Park Kwangsoon (3), Perk, Ri Songjin – Na, Park Dongkwang, Jang (4/2), Seo – Jeong, Kim Dongmyung, Ku (1)

19
Flagge Deutschland

Deutschland

Heinevetter, Wolff – Semper (1), Weinhold (1), Wiede, Strobel, Böhm (1), Drux (1), Fäth (4), F. Lemke – Groetzki (2), Gensheimer (7/3), Musche (3) – Kohlbacher (4), Pekeler (4), Wiencek (2)

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Korea Deutschland
Siebenmeter 4 Würfe, 2 Treffer 3 Würfe, 3 Treffer
Strafminuten 8 Min. 12 Min.

Zuschauer:

  • 13.500

Schiedsrichter:

  • Gjeding (Dänemark), Hansen (Dänemark)

Stand: Donnerstag, 10.01.2019, 20:23 Uhr

Stand: 10.01.2019, 19:57

Darstellung: