DHB-Team - noch reicht es nicht für die Weltklasse

Die deutschen Handballer ärgern sich nach der Niederlage

1. Hauptrundenspieltag

DHB-Team - noch reicht es nicht für die Weltklasse

Von Robin Tillenburg

Die deutschen Handballer haben bei der Niederlage gegen Spanien ihr Potenzial angedeutet, auf Spitzenniveau mitzuhalten. Dauerhaft gelingt das aber noch nicht. Gegen ein abgezocktes Topteam wird das bestraft.

"Erstmal muss ich sagen, dass wir ein geiles Spiel gemacht haben", erklärte Torhüter Johannes Bitter nach der Partie im ZDF. "Zwei, drei Fehler, die uns das Genick brechen, nach denen wir dann Gegenstöße kriegen", hatte der erfahrene Keeper aber auch gesehen.

Auf entfesselten Wirbel folgt die Blockade

Und tatsächlich war die Fehlerzahl am Ende entscheidend. Das ist im Handball wie auch in den meisten anderen Sportarten immer so. Wer mehr Fehler macht, verliert meistens. Dabei hatte die DHB-Auswahl eine starke Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte gespielt, aus einem Drei-Tore-Rückstand eine Drei-Tore-Führung gemacht.

Ob es dann Übermut war, die sprichwörtliche Angst vor der eigenen Courage oder einfach Unerfahrenheit, die dazu führte, dass es nicht so weiter ging, das konnte auch Torhüter Bitter nicht entscheidend beantworten.

"Wir fangen an mit viel zu viel Risiko zu spielen", erklärte Bundestrainer Alfred Gislason die Phase, als die Führung wieder zu schmelzen begann. Zu riskante Pässe zum Kreis, wie die vom zuvor so erfrischend agierenden Juri Knorr, oder gut herausgespielte freie Würfe, die nicht den Weg ins Tor fanden wie von Uwe Gensheimer oder Johannes Golla führten zu einfachen Gegentreffern. Und zur sichtbaren Blockade im Kopf.

Falscher Gegner für solche Fehler

Neun Minuten lang gelang dem DHB-Team kein eigener Treffer. Die meisten der vergebenen Möglichkeiten waren trotzdem noch gut herausgespielt, die Deutschen nahmen sich viel weniger unvorbereitete Würfe als noch im ersten Durchgang - der Lerneffekt war schon da. Doch der eingewechselte Gonzalo Perez de Vargas im spanischen Tor wuchs über sich hinaus - zudem bestraften seine extrem erfahrenen Kollegen auf dem Feld die deutschen Unzulänglichkeiten gewohnt eiskalt.

Versprechen an die Zukunft?

Die Erkenntnis, dass es partiell reicht, um mit einer der besten Mannschaften der Welt mitzuhalten, kann ein Versprechen an die Zukunft sein. Am Ende bleibt aber aktuell die Erkenntnis, dass es für das auf Wettkampfniveau noch nicht eingespielte Team noch nicht reicht, um auf allerhöchstem Level so eine Partie für sich zu entscheiden.

"Mit etwas mehr Routine hätten wir das gewinnen können", erklärte Gislason am Ende. Stimmt.

Stand: 21.01.2021, 22:28

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