UEFA-Entscheidungen über EM und Champions-League-Reform nahen

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Uefa-Sitzung

UEFA-Entscheidungen über EM und Champions-League-Reform nahen

Im europäischen Fußball fallen am Montag und Dienstag wegweisende Entscheidungen. Beim Treffen des UEFA-Exekutivkomitees geht es um die konkrete Planung der EURO 2020 und die Reform der Champions League.

Am Montag tritt zunächst das UEFA-Exekutivkomitee mit DFB-Vizepräsident Rainer Koch zusammen. Dabei wird über das Format der im Sommer anstehenden Europameisterschaft entschieden. Außerdem soll die bereits viel diskutierte Champions-League-Reform für den Zeitraum ab 2024 beschlossen werden. Am Dienstag tagt dann der UEFA-Kongress, zentraler Programmpunkt sind die Neuwahlen der wichtigsten Gremien.

Wie ist die Ausgangslage in Sachen EURO 2020?

Die UEFA hat mit Amsterdam, Baku, Budapest, Bukarest, Glasgow, Kopenhagen, London, St. Petersburg und Rom schon neun Spielorte für die EURO bestätigt. Die entsprechenden Standorte garantieren allesamt eine Stadionauslastung von mindestens 25 Prozent. Mit dem deutschen Spielort München sowie Dublin und Bilbao gibt es noch drei Wackelkandidaten. Alle reichten zwar Anfang April erste Konzepte für Spiele mit Fans ein, die von der UEFA geforderte Zuschauergarantie fehlt allerdings. Sollten einer oder mehrere der Wackelkandidaten wegfallen, müsste das Exekutivkomitee die vakanten Spiele unter den verbleibenden Standorten neu aufteilen.

Kann München die EM tatsächlich verlieren?

Die Gefahr besteht durchaus. Bislang vermieden die bayerische Landesregierung und die Stadt München angesichts der unübersichtlichen Lage in der Corona-Pandemie ein klares Bekenntnis zu Spielen vor Fans. Das entscheidende Signal in Form einer Zuschauergarantie vonseiten Münchens fehlt immer noch. Sollte München diese bis Montag verwehren, könnte der Deutsche Fußball-Bund kurzfristig auch noch eine andere Stadt ins Rennen schicken. Da sich bislang anders als in Spanien, wo Sevilla wohl Bilbao ersetzen wird, keine Interessenten hervorgetan haben, erscheint das allerdings eher unwahrscheinlich.

Wie soll die "neue" Champions League aussehen?

Die UEFA will in Kooperation mit der Klubvereinigung ECA die Königsklasse ab 2024 angeblich von derzeit 32 auf 36 Teilnehmer aufstocken. Zudem soll der Wettbewerb künftig im sogenannten "Schweizer Modell" gespielt werden. Demnach würde jeder Klub zehn Gruppenspiele gegen zehn anhand einer Setzliste zugeloste Gegner bestreiten. Daraus soll eine Gesamttabelle der 36 Teams ermittelt werden, anhand derer die bestplatzierten Mannschaften direkt in die K.o.-Runde einziehen. Weitere Teilnehmer der K.o.-Runde würden durch Playoffs ermittelt.

Was ist aus deutscher Sicht sonst noch interessant?

Der DFB möchte als größter Sportverband der Welt wieder in den beiden wichtigsten internationalen Gremien vertreten sein. Vizepräsident Rainer Koch strebt im Rahmen des Kongresses am Dienstag seine Wiederwahl im Exekutivkomitee an. Sein Amtskollege Peter Peters steht für das FIFA-Council zur Wahl, nachdem es dort in der vergangenen Periode keinen deutschen Vertreter gegeben hatte.

Fraglich scheint allerdings ob die beiden DFB-Vizepräsidenten international tatsächlich eine gemeinsame Linie für den deutschen Fußball finden würden. Im internen Machtkampf des DFB zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius gehören sie nämlich den gegenüberstehenden Lagern an.

DFB-Generalsekretär Curtius über EM in München: "Sehr optimistisch" Sportschau 09.04.2021 01:30 Min. Verfügbar bis 09.04.2022 Das Erste

sid | Stand: 16.04.2021, 17:38

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