UEFA wird Verfahren zum Türkei-Spiel einleiten

Türkische Spieler zeigen militärischen Gruß beim Spiel gegen Albanien

Militärgruß bei EM-Qualifikation gegen Albanien

UEFA wird Verfahren zum Türkei-Spiel einleiten

Die Europäische Fußball-Union wird nach dem Wirbel um den Torjubel türkischer Fußball-Nationalspieler ein Verfahren gegen den türkischen Verband einleiten.

Nach dpa-Informationen tagt die zuständige Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA am Donnerstag (17.10.2019). Ob dann schon eine Entscheidung über mögliche Sanktionen fallen wird, ist aber fraglich. Zunächst werden Stellungnahmen von den Beteiligten eingeholt. Das UEFA-Verfahren kann sich gegen den Verband oder aber auch gegen einzelne Spieler richten.

Die Türkei-Profis hatten direkt nach dem Siegtreffer zum 1:0 in der EM-Qualifikation gegen Albanien am vergangenen Freitag auf dem Platz und später auch in der Kabine mit der Hand an der Stirn salutiert. Unter ihnen waren auch die beiden Bundesligaprofis Kaan Ayhan und Kenan Karaman von Fortuna Düsseldorf. Die UEFA verbietet in ihren Statuten politische Bekundungen jeder Art. In der Vergangenheit waren bei entsprechenden Vorfällen, die meist von den Fans auf den Tribünen ausgegangen waren, teils harte Strafen ausgesprochen worden.

"Geschenk an Soldaten"

Der türkische Fußballverband teilte zu den Szenen nach dem Siegtreffer mit: "Die Fußballer haben dieses Tor mit dem Militärgruß den Soldaten geschenkt, die in der 'Operation Friedensquelle' dienen." Der türkische Militäreinsatz hatte am Mittwoch begonnen und richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien. Der Einsatz wurde international scharf kritisiert.

Gündogan und Can mit Likes

Auch die Aktivitäten der Spieler in den sozialen Medien fallen unter die Zuständigkeit der UEFA. Torschütze Cenk Tosun hatte nach dem Spiel ein Foto von dem Jubel bei Instagram gepostet. Die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can hatten diesen Beitrag mit einem "Like" versehen, diesen später aber wieder zurückgezogen. Beide gaben an, mit ihrer Reaktion auf das Bild keinerlei politische Stellungnahme abgegeben zu haben.

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"Wollte kein politisches Statement setzen"

"Ich habe das Like zurückgenommen, als ich gesehen habe, dass es politisch gewertet wurde", teilte Gündogan mit: "Glauben Sie mir: Nach dem letzten Jahr ist das Letzte, was ich wollte, ein politisches Statement zu setzen. Ich habe das Like bewusst zurückgenommen."

Can sagte der "Bild": "Ich habe den Post von Tosun, den ich schon lange kenne, beim Scrollen geliked, ohne jegliche Intention und auf den Inhalt zu achten. Ich bin absoluter Pazifist und gegen jede Art von Krieg." Auch Can zog das Like inzwischen zurück.

Löw verteidigt beide Spieler

Bundestrainer Joachim Löw verteidigte Gündogan und Can. "Wer die beiden Spieler kennt, der weiß, dass sie gegen Terror und Krieg sind. Beide haben klar geäußert, dass es kein politisches Statement war", sagte Löw und ergänzte: "Damit ist es für mich auch gut."

red/sid | Stand: 14.10.2019, 11:17

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