Schweiz - der Gladbach-Faktor wird entscheidend sein

Schweizer Rückhalt: Yann Sommer

Der ewige Geheimfavorit

Schweiz - der Gladbach-Faktor wird entscheidend sein

Von Sebastian Hochrainer

Nach drei Achtelfinals will die Schweiz mal wieder über die Runde der letzten 16 hinauskommen. Damit das gelingt, braucht es auf jeden Fall gute Leistungen der Spieler von Borussia Mönchengladbach.

Schon seit Jahren wird die Schweizer Nationalmannschaft schnell genannt, wenn es um die Frage geht, wer die positive Überraschung einer Welt- und Europameisterschaft sein kann. Seit der WM 2014 sind die "Eidgenossen" jedes Mal dabei, bei den drei Nationenturnieren seitdem schafften sie es auch jedes Mal ins Achtelfinale - und jetzt soll endlich der nächste Schritt kommen.

Eingespielt in der Nationalmannschaft und im Verein

Das große Plus der Schweizer ist, dass sie eine extrem eingespielte Mannschaft haben. Nicht nur, weil das Team in den vergangenen Jahren nahezu zusammengeblieben ist und sich entsprechend schon lange die gleichen Spieler bei den Lehrgängen treffen, sondern auch weil viele von ihnen den Alltag miteinander bestreiten.

Vier "Nati"-Akteure stehen bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. Und diese vier bilden sogar die Achse des Teams. Yann Sommer im Tor, Nico Elvedi als gesetzter Abwehrspieler, Denis Zakaria räumt im Mittelfeld (gemeinsam mit dem Ex-Gladbacher Granit Xhaka) auf und Breel Embolo soll im Sturm für Gefahr sorgen. Man kann also sagen: Spielen die Borussen gut, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auch die Schweiz gut spielt - und andersrum.

"Das kann schon wichtig für uns sein und ich finde es auch schön, dass so viele von Borussia dabei sind", sagt Sommer im Sportschau-Gespräch: "Wir sind jedoch auch allgemein ein sehr gut eingespieltes Team - wobei wir, die jeden Tag miteinander zu tun haben, uns natürlich noch besser kennen."

Spieler sind in den vergangenen Jahren gewachsen

Es ist aber nicht nur die Routine im Umgang miteinander, sondern auch die gesammelte Routine jedes Einzelnen in seinem Verein, die den Ausschlag geben könnte, dass die Schweiz diesmal tatsächlich noch erfolgreicher sein kann. "Unser großes Plus ist, dass nun viele Spieler Erfahrung in internationalen Wettbewerben gesammelt haben. Deswegen gehe ich auch sehr positiv in das Turnier", sagt Sommer.

Von Bezeichnungen wie "Geheimfavorit" sei der Keeper "kein Fan", jedoch könne sein Team "definitiv ein gutes Turnier spielen. Ich bin optimistisch", sagt Sommer. Dafür ist besonders der Gladbach-Faktor bei der Schweiz entscheidend.

Hitzfeld: "Eine großartige Mannschaft"

Auch Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld traut den "Eidgenossen" bei der EM eine Menge zu. "Für mich ist es eine großartige Mannschaft" sagte der 72-Jährige im Schweizer "Blick": "Es ist eine sehr gute Generation, auch dank der Migration. Fast alle spielen im Ausland, das hilft im Selbstverständnis, da kommst du mit mehr Selbstbewusstsein in die Nationalmannschaft."

Abgesehen von Christian Fassnacht (Young Boys Bern) und Silvan Widmar (FC Basel) spielen alle Schweizer Nationalspieler im Ausland. Neben den Bundesliga-Legionären liegen die Hoffnungen vor allem auf den Premier-League-Profis Xhaka (Arsenal London) und Xherdan Shaqiri (FC Liverpool).

Stand: 06.06.2021, 20:36

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