"Von ganz oben abgestürzt" - die französischen Pressestimmen zum EM-Aus

Frankreich ist im Achtelfinale der EM ausgeschieden.

Weltmeister scheitert im Achtelfinale an der Schweiz

"Von ganz oben abgestürzt" - die französischen Pressestimmen zum EM-Aus

Nach dem WM-Titel 2018 ist die französische Nationalmannschaft bei der EURO 2020 nicht über das Achtelfinale hinausgekommen. Entsprechend deutlich reagiert die heimische Presse auf die Enttäuschung.

3:1 hatte Frankreich bereits gegen die Schweiz geführt, nachdem Paul Pogba per Fernschuss getroffen hatte. Dass sich der Weltmeister von 2018 diesen Vorsprung noch nehmen lassen würde, war zu diesem Zeitpunkt kaum vorstellbar. Doch es passierte. Die "Equipe Tricolore" schied im Achtelfinale gegen die Schweiz mit 7:8 nach Elfmeterschießen aus und versetzte das eigene Land in einen sportlichen Schockzustand. Die Pressestimmen aus Frankreich:

Frankreich gegen Schweiz - der entscheidende Elfmeter Sportschau 28.06.2021 02:00 Min. Verfügbar bis 31.12.2021 Das Erste

"Vernichtet. Von ganz oben abgestürzt"

L'Equipe"Vernichtet. Von ganz oben abgestürzt. Nach einem unglaublichen Spiel schied Frankreich im Achtelfinale der EM gegen die Schweiz im Elfmeterschießen aus. Dieses außerordentliche Treffen wird die Geschichte des Wettbewerbs prägen."

"Hochmut der Franzosen sorgt für die Verlängerung"

Le Parisien: "Ein Abwehr-Versagen. Von Anfang bis Ende und egal in welchem taktischen Schema - die Defensive der Bleus verbrennt sich an den Schweizern. Pavard hat einen Leidensweg durchlitten. Am Ende des Spiels sorgte der Hochmut der Franzosen dafür, dass es unnötig noch in die Verlängerung ging."

"Eine Ohrfeige für Frankreich"

20minutes.fr: "Eine Ohrfeige für Frankreich - verrückt, gewaltig, historisch. Im Nationalstadion von Bukarest, das an diesem Abend schwebte, stürzen die selbsternannten Topfavoriten aus sehr sehr großer Höhe. Im Angesicht einer Schweizer Mannschaft, die wir hier natürlich nicht vergessen zu würdigen. Es ist ganz einfach, wir haben alles erlebt in diesem Achtelfinale."

"Abwehrspieler haben Frankreich in den Graben gestürzt"

Eurosport Frankreich: "Großer Abend, monumentales Fiasko. Eine totale Niederlage und eine riesige Verschwendung. Alle Abwehrspieler haben Frankreich in den Graben gestürzt und vorne hat Mbappé zu viele Changen vergeben. Die Spieler von Deschamps hatten es nicht besser verdient an diesem Montag."

"Eines der größten Fiaskos in der Geschichte"

Le Figaro"Es gibt Abende, an die man sich noch nach Jahren mit Freude oder Traurigkeit erinnert. Dieser Montag, 28. Juni 2021, ist in dieser Kategorie einzureihen. Leider wird diese Nacht, in der das französische Team gegen die Schweiz ausgeschieden ist, für diese Generation, die nach Siegen dürstet, für immer tiefe Spuren hinterlassen. Mit gesenktem Haupt und unter Tränen verließen die Weltmeister die Euro und Bukarest. Eines der größten Fiaskos in der Geschichte dieser Auswahl. Die Zeit für Abrechnungen und Einschätzungen wird sehr schnell kommen. Die Männer von Didier Deschamps haben die Erwartungen nicht erfüllt."

"Die kleine Schweiz hat den Weltmeistern eine Lektion in Sachen Demut erteilt"

Ouest France: "Sie sind von ihrem Podest gestürzt - in einem Achtelfinale, das in der zweiten Hälfte völlig durchdrehte. Die kleine Schweiz - dynamischer, vereinter, besser organisiert - hat den Weltmeistern eine Lektion in Sachen Demut erteilt. Wir kennen die DNA dieses französischen Teams, den Siegeswillen, die Gruppendynamik, die Stärke, das Scheitern immer zu vermeiden - bis jetzt. Schade."

"Wir bekennen uns schuldig"

Le Monde: "Endstation Bukarest, alle steigen aus. Als Favorit zu dieser EM gekommen, schieden Les Bleus aus. Die Geschichte ist grausam. Kylian Mbappé ist nun in einer Liste mit Platini, Zico, Baggio oder Beckham, die vom Elfmeterpunkt versagt haben. Wir bekennen uns schuldig. Ein paar Stunden nach dem Ausscheiden gegen die Schweiz nach einem zerzausten Achtelfinale verstehen wir das Spiel der französischen Mannschaft immer noch nicht. Auch die Weltmeister, kein Zweifel. Die kurze und unruhige Nacht, die sie in ihrem Hotel in der Innenstadt von Bukarest, der rumänischen Hauptstadt, verbringen mussten, reichte nicht aus, um eine Antwort zu geben."

sho | Stand: 29.06.2021, 09:42

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