Playoffs: Norwegen verpasst EM - Lagerbäck bietet Rücktritt an

Norwegens Erling Haaland

EM-Qualifikation

Playoffs: Norwegen verpasst EM - Lagerbäck bietet Rücktritt an

Für Norwegen ist der EM-Traum nach der Playoff-Niederlage gegen Serbien geplatzt. Island und Ungarn spielen aus, wer Gruppengegner der DFB-Elf wird. Auch Georgien darf noch von einer Endrundenteilnahme träumen.

Nach Verlängerung unterlag Norwegen am Donnerstag (08.10.2020) Serbien 1:2. Ein Treffer von Mathias Normann (88.) reichte Norwegen nicht, um das Endspiel der Playoffs zu erreichen, da Sergej Milinkovic-Savic zweimal für Serbien traf.

Norwegens Nationaltrainer Lars Lagerbäck hat anschließend seinen Rücktritt angeboten. "Ich habe kein Problem damit, zur Seite zu treten, falls mein Arbeitgeber dies wünscht", sagte der Schwede. Der Vertrag des 72-Jährigen, der mit Schweden, Nigeria und Island an Welt- und Europameisterschaften teilgenommen hatte, läuft bis zur WM 2022 in Katar. Doch nach der verpassten Chance auf die erste EM-Teilnahme seit 2000 für Norwegen ist die Kritik an veralteter Taktik und falscher Personalauswahl massiv.

Haaland: "Das ist einfach enttäuschend"

Auch Jungstar Erling Haaland machte seinem Frust Luft. "Ich fühlte mich überhaupt nicht ins Spiel eingebunden", klagte der Stürmer von Borussia Dortmund, der bis auf eine Torchance in der ersten Hälfte völlig abgemeldet war. "Ich werde jetzt nicht schimpfen", sagte Haaland weiter bei TV2, "aber ich bin richtig sauer. Das war schlicht und ergreifend nicht gut genug. Das ist einfach enttäuschend. Wir hatten eine gute Möglichkeit, zur EM zu kommen."

Sollten die siegreichen Serben das Playoff-Endspiel C gewinnen, würden sie bei der EM auf England, Vizeweltmeister Kroatien und Tschechien treffen. Im Playoff-Finale trifft Serbien auf Schottland, das sich im anderen Halbfinale mit 5:3 nach Elfmeterschießen gegen Israel durchsetzte. Kenny McLean verwandelte den entscheidenden Elfmeter.

Island im Endspiel gegen Ungarn

Islands Nationalmannschaft beim Jubel gegen Rumänien

Islands Nationalmannschaft beim Jubel gegen Rumänien

Zuvor hatte bereits Island in der regulären Spielzeit das Playoff-Finale A erreicht. Mann des Abends bei den Isländern war Gylfi Sigurdsson, der beide Treffer (16., 34.) erzielte. Das Tor der Rumänen durch einen Strafstoß von Alexandru Maxim fiel nicht ins Gewicht (64.). Gegner der Isländer im Endspiel der Playoffs (A) wird am 12. November Ungarn sein.

Ungarn setzt sich gegen Bulgarien durch

Die Ungarn traten mit vier Bundesligaprofis in der Startelf gegen Bulgarien an und gewannen 3:1. Für Ungarn trafen Willi Orban von RB Leipzig (17.) sowie Zsolt Kalmár (47.) und Nemanja Nikolic (75.). Das Tor von Georgi Yomov (89.) kam für Bulgarien zu spät.

Der Sieger des Playoff-Endspiels A wird im nächsten Sommer dritter Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft.

Bosnien scheitert nach Elfmeterschießen

Die Halbfinals der Gruppe C wurden jeweils erst im Elfmeterschießen entschieden. Bosnien-Herzegowina unterlag dort Nordirland mit 3:4. Nach der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Es war Nordirlands Liam Boyce, der den entscheidenden Versuch verwandelte.

Im Playoff-Finale trifft Nordirland auf die Slowakei, die sich nach 120 torlosen Minuten im Elfmeterschießen 4:2 gegen Irland durchsetzte.

Nordmazedonien besiegt Kosovo

Von einem Ticket für die EM-Endrunde dürfen auch Nordmazedonien und Georgien weiter träumen. In den Playoff-Halbfinals der Gruppe D setzte sich Georgien 1:0 gegen Belarus durch, den Siegtreffer erzielte Tornike Okriashvili oer Elfmeter (7. Minute).

Im Endspiel trifft Georgien damit auf Nordmazedonien, das sich gegen das Kosovo durchsetzte. Kosovos Benjamin Kololli erzielte ein Eigentor (15.), außerdem traf Darko Velkovski für Nordmazedonien (33.). Den zwischenzeitlichen Ausgleich für das Kosovo hatte Florent Hadergjonaj erzielt (29.).

red | Stand: 08.10.2020, 23:40

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