Deutschlands EM-Kader: Alles ist möglich

Bundestrainer Joachim Löw auf der Pressekonferenz zur Kaderbekanntgabe

Kommentar zur Nominierung von Bundestrainer Löw

Deutschlands EM-Kader: Alles ist möglich

Von Kerstin von Kalckreuth

Frust oder Feiern – mit diesem EM-Kader ist vieles möglich - ein Aus in der Vorrunde, genauso wie das Erreichen des Endspiels in London. Der Kader ist qualitativ hochwertig besetzt. Im Mittelfeld sicher mehr als in der Abwehr. Wichtiger aber als die Besetzung der einzelnen Positionen wird die mannschaftliche Geschlossenheit sein und die Tatsache, ob es Joachim Löw noch einmal gelingt, seiner Mannschaft eine erfolgreiche Spielidee zu vermitteln.

Der Bundestrainer ordnet bei dieser EURO alles dem Erfolg unter. Deshalb nimmt er auch in Kauf, wegen der Nominierung der von ihm eigentlich aussortierten Mats Hummels und Thomas Müller als Umfaller zu gelten. Beide Profis können der DFB-Auswahl sportlich weiterhelfen. Außerdem haben die vergangenen Spiele der verjüngten deutschen Mannschaft - zuletzt ein blamables 1:2 gegen Außenseiter Nordmazedonien - wenig Hoffnung gemacht auf eine erfolgreiche EM ohne die zwei.

In der Abwehr fehlte es in letzter Zeit an Stabilität, da soll Hummels helfen. Im Angriff mangelte es an Torgefahr und Durchschlagskraft. Auch hier springt Löw über seinen Schatten und holt neben Müller auch Kevin Volland zurück. Lange hatte Löw den Stürmer ignoriert. Nach einer starken Saison in Monaco bekommt Volland jetzt doch noch eine Chance.

Kommentar - Frühes Aus oder Durchmarsch bei der EM?

Sportschau 19.05.2021 02:02 Min. Verfügbar bis 19.05.2022 ARD Von Kerstin von Kalckreuth


Allein vier deutsche EM-Spieler stehen im Champions-League-Finale Ende Mai. Auch das ist ein Zeichen für Qualität. Und doch kann der Bundestrainer nicht sorgenfrei in die Vorbereitung gehen. Es stellt sich die Frage, ob und wie sich Mats Hummels und Thomas Müller in die Hierarchie der Mannschaft einsortieren. Zur Erinnerung: Bei der WM 2018 ist die DFB-Auswahl mit Hummels und Müller vor allem an Grüppchenbildung und der richtigen Einstellung zum Spiel gescheitert.

Da auch der große Umbruch anschließend misslang, haben viele Fans das Vertrauen in die Nationalmannschaft und in den Bundestrainer verloren. Auch Joachim Löw zählt seine Mannschaft nicht zum Favoritenkreis bei dieser EM. Das ist klug in einer Vorrundengruppe mit den starken Mannschaften aus Frankreich und Portugal. Bei der Nominierung hat Löw jetzt aber schon mal richtig gelegen. Und sollte er aus den Fehlern der vergangenen Jahre tatsächlich gelernt haben, reicht die Qualität des Kaders aus, um trotzdem weit zu kommen.

Stand: 19.05.2021, 17:58

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