Schluss nach 17 Jahren - Löws Karriere beim DFB in Bildern

Schluss nach 17 Jahren - Löws Karriere beim DFB in Bildern

2004 begann er als Co-Trainer, seit 2006 war Joachim Löw Bundestrainer. Nach 17 Jahren beim DFB ist Schluss. Was bleibt, sind viele große Spiele, der WM-Titel 2014 - aber auch zwei enttäuschende Turniere.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann (L) mit seinem Co-Trainer Joachim Löw

2004 steckt die Trainer-Karriere von Joachim Löw in einer Sackgasse. Im März 2004 wird er bei Austria Wien entlassen, ein neues Angebot gibt es zunächst nicht. Bis sich der DFB bei ihm meldet. Gesucht: ein Co-Trainer für den den neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

2004 steckt die Trainer-Karriere von Joachim Löw in einer Sackgasse. Im März 2004 wird er bei Austria Wien entlassen, ein neues Angebot gibt es zunächst nicht. Bis sich der DFB bei ihm meldet. Gesucht: ein Co-Trainer für den den neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Die beiden merken offenbar schnell, dass es passt. Löw ist der Tüftler und Taktiker im Hintergrund, Klinsmann gibt die Richtung vor und reißt die Fans nach einigen Startschwierigkeiten aus dem EM-Trauma von 2004, als Rudi Völler mit der deutschen Mannschaft in der Gruppenphase ausgeschieden war.

Auf die holprige WM-Vorbereitung folgt das Sommermärchen. Bei der Heim-WM 2006 zieht das Duo Klinsmann/Löw mit der DFB-Elf bis ins Halbfinale ein und scheitert dort erst am späteren Weltmeister Italien.

Klinsmann mag im Anschluss nicht mehr Bundestrainer sein, Löw darf übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt ahnt niemand, dass seine Ära nun 15 Jahre andauern wird. Aber Löw geht die Aufgabe mit reichlich Elan an.

Und das erste Turnier wird direkt zu einem Erfolg. Bei der EM 2008 zieht die deutsche Mannschaft ins Finale ein und verliert dort knapp mit 0:1 gegen Spanien. Es ist so etwas wie der Startschuss einer neuen, schwungvolleren DFB-Auswahl.

Ein Höhepunkt ist dabei die WM 2010 in Südafrika. Die deutsche Mannschaft begeistert mit Offensiv-Fußball, schlägt auf dem Weg ins Halbfinale in unvergesslichen Spielen England und Argentinien. Dort ist dann einmal mehr gegen Spanien Endstation.

Bei der WM 2010 beginnt Löw auch damit, seine Mannschaft langsam, aber sicher umzustellen. Der Kapitän, Michael Ballack, ist verletzungsbedingt nicht mehr dabei - und wird auch nicht mehr zurückkehren. Löw macht Philipp Lahm zum neuen Spielführer und entwickelt junge Akteure wie Thomas Müller, Mesut Özil oder Jérôme Boateng zu Stammspielern.

Ein Rückschlag wird die EM 2012. Eine personell immens stark besetzte DFB-Elf scheitert im Halbfinale an Italien, auch weil sich Löw bei der Taktik verzockt. Es kommen leise Zweifel am Bundestrainer auf, dieser wehrt sich nach dem Turnier aber vehement - und bleibt im Amt.

Zum Glück für den DFB. Denn es folgt die Krönung seiner Zeit beim DFB: die WM 2014 in Brasilien. Löw und der DFB quartieren sich im Campo Bahia ein und fühlen sich vom Start weg pudelwohl, malerische Strandspaziergänge inklusive.

Die deutsche Mannschaft spielt lange ein überzeugendes, wenn auch nicht überragendes Turnier. Bis zum Halbfinale gegen Brasilien. 7:1 - mehr muss man hier gar nicht wissen. Auch im Finale setzt sich Löws Mannschaft durch und wird verdient Weltmeister.

Aufhören, wenn es am schönsten ist? Das ist nicht Löws Sache. Der Bundestrainer nimmt nach der Feierei in Berlin direkt die nächsten Jahre in den Fokus und möchte weitere Titel sammeln.

Eigentlich direkt bei der EM 2016 in Frankreich. Die deutsche Mannschaft, als Favorit angereist, tut sich aber schwer im Turnier und scheitert im Halbfinale am Gastgeber. Für Löw ein Rückschlag. Aber es bleibt dabei: Der Bundestrainer will noch einen Titel holen. Er bleibt im Amt ...

... und erlebt das größte Debakel seiner Amtszeit: Bei der WM 2018 in Russland scheitert die deutsche Mannschaft schon in der Gruppenphase. Bei den Gruppengegnern Mexiko, Schweden und Südkorea reichte es nicht zu Platz zwei.

Für Kritik sorgt auch das Verhalten Löws. Dieser hatte vor der WM schwache Leistungen verbal weggewischt und stets betont, in Russland werde man auf den Punkt da sein. Vor dem Spiel gegen Schweden lässt er sich in Sotschi demonstrativ entspannt an einer Laterne fotografieren. Nach dem 0:2 gegen Südkorea am letzten Spieltag ist das Turnier aber vorbei.

Und Löw steht nun mächtig in der Kritik. Darf ein Trainer, der ein historisches Vorrunden-Aus zu verantworten hat, noch im Amt bleiben? Löw beantwortet diese Frage in einer Pressekonferenz, nachdem er wochenlang abgetaucht war, selbst: ja.

Löw baut im Anschluss seine Elf um, sortiert Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels aus dem Kader und will einen Neustart wagen. Richtig gut läuft das nicht. Tiefpunkt: die 0:6-Blamage gegen Spanien. Und wieder kommt die Frage auf: Soll dieser Löw überhaupt im Amt bleiben?

Noch bevor das Länderspieljahr 2021 richtig losgeht, gibt Löw seinen Rücktritt nach der EM bekannt. Im Frühjahr wirkt er befreit, holt für das Turnier Hummels und Müller zurück - und will ein letztes Mal angreifen.

EURO 2020: Das letzte große Turnier der langen Ära Löw endet an einem historischen Ort: In Wembley scheitert die deutsche Mannschaft im Achtelfinale zum ersten Mal seit 1975 an England.

Stand: 29.06.2021, 19:52 Uhr

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