EM 1972 - Traummannschaft holt den Titel

EM 1972 - Franz Beckenbauer und Günter Netzer halten stolz die eroberte Trophäe in ihren Händen

EM 1972 - Traummannschaft holt den Titel

Franz Beckenbauer, Günter Netzer, Gerd Müller sind nur drei Spieler der legendären Wembley-Elf, die 1972 den ersten EM-Titel der deutschen Nationalmannschaft holte.

Europameister: Bis heute gilt die Nationalmannschaft, die 1972 den Titel holte, als spielstärkste deutsche Elf aller Zeiten. Die Art und Weise, wie diese Mannschaft sich den Titel holte, wurde in ganz Europa gefeiert. Die internationale Presse schwelgte in Superlativen. Nie wieder hat eine deutsche Nationalmannschaft seitdem ähnlich brilliert. Und auch diese Elf tat das nicht mehr lange. Schon bei der WM im eigenen Land zwei Jahre später war der Zauberfußball einem pragmatischeren Stil gewichen.

Spieler des Turniers: Die Deutschen zelebrierten angeführt von den beiden Pass- und Ideengebern Franz Beckenbauer und Günter Netzer einen atemberaubenden Angriffsfußball, den der "Bomber der Nation", Gerd Müller, mit seinen Treffern veredelte mir. Vor allem der Gladbacher Netzer eilte mit seiner langen blonden Mähne über den Platz und lenkte das deutsche Spiel mit seinen präzisen Pässen. Der Mittelfeldregisseur war damals auf dem Zenit seines Schaffens als Fußballer. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung prägte den viel zitierten Satz: "Netzer kam aus der Tiefe des Raumes".

Deutsche Mannschaft im Turnier: Nach der Qualifikations-Gruppenphase mit Albanien, Polen und der Türkei als Gegner wartete im Viertelfinale England, eine Neuauflage des WM-Finals von 1966. Bundestrainer Helmut Schön plagten vor dem Hinspiel in Wembley große Sorgen. Die Schalker Nationalspieler fehlten wegen des Bundesliga-Skandals, Overath, Vogts und Weber waren verletzt.

Schön musste eine Notelf zusammenbasteln, dem zusammengewürfelten Team gelang die Sensation. Das 3:1 bedeutete den ersten Sieg einer deutschen Nationalmannschaft auf der Insel. Im Rückspiel reichte ein 0:0, um sich für das Halbfinale zu qualifizieren, in dem Gastgeber Belgien mit 2:1 besiegt wurde.

Im Finale gegen die Sowjetunion nahm das DFB-Team am im Brüsseler Heysel-Stadion den Gegner nach allen Regeln der Kunst förmlich auseinander. 3:0 hieß es am Ende durch zwei Tore von Gerd Müller (28., 57.) und Herbert "Hacki" Wimmer (52.). Der Sieg gegen die bemitleidenswerten Sowjets, die zuvor 19 Mal ungeschlagen geblieben waren, hätte auch deutlich höher ausfallen können.

Aufreger des Turniers: Schon vier Minuten vor dem Ende des Endspiels stürmten deutsche Anhänger den Platz. Anschließend randalierten einige von Ihnen auch noch in der Brüsseler Innenstadt. Vorboten einer Zeit, in der Gewalt in um das Stadion zu einem Problem für den europäischen Fußball werden sollten.

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