EM 1980 - Blonder Engel und Kopfballungeheuer

EM 1980 - Horst Hrubesch hält den Pokal hoch

EM 1980 - Blonder Engel und Kopfballungeheuer

Der "blonde Engel" Bernd Schuster dirigierte die deutsche Mannschaft mit genialen Pässen, im Endspiel war es aber Kopfballungeheuer Horst Hrubesch der Deutschland den Titel brachte.

Europameister: Erstmals traten zur Endrunde acht statt wie bisher vier Länder an, eine Halbfinalbegegnung gab es jedoch nicht, die Vorrundenersten bestritten direkt das Endspiel. Deutschland und Belgien setzten sich durch, die DFB-Elf behielt am Ende dank Horst Hrubesch das bessere Ende für sich.

Sportlich reichte das Turnier nicht an absolutes Top-Niveau heran, viele Spiele verliefen eher ereignisarm.

Spieler des Turniers: Der "blonde Engel" drückte dem Turnier seinen Stempel auf. Der vom 1. FC Köln zum FC Barcelona wechselnde Bernd Schuster führte in der deutschen Mannschaft klug Regie und setzte mit seinen klugen Pässen immer wieder Nadelstiche gegen die defensivstarken Gegner wie die Tschechoslowakei oder eben im Finale Belgien.

Deutsche Mannschaft im Turnier: Gegen die Tschechoslowakei war Deutschland im Eröffnungsspiel die bessere Mannschaft, Karl-Heinz Rummenigge erzielte das Goldene Tor. Gegen die Niederlande drehten im zweiten Vorrundenspiel dann Schuster und Klaus Allofs auf. Der Kölner und der Düsseldorfer nahmen Oranje Stück für Stück auseinander, Schuster als Ideengeber, Allofs als dreifacher Vollstrecker – die Niederlande kamen zwar nochmal kurz vor Schluss auf 2:3 heran, unterlagen am Ende aber verdient. Beim 0:0 im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel wurden schließlich die Spieler geschont, die mit einer Gelben Karte vorbelastet waren.

Das Endspiel dominierte die Elf von Jupp Derwall und ging folgerichtig bereits in er 10. Minute durch Horst Hrubesch in Führung, weil Schuster die belgische Abseitsfalle geschickt ausgehebelt hatte. In der Folge vergab man einige Gelegenheiten leichtfertig gegen Belgiens Torhüter Jean-Marie Pfaff und bekam in der 71. Minute die Quittung, als Rene Vandereycken einen Foulelfmeter verwandelte. Als alles nach Verlängerung aussah, schlug Kopfballungeheuer Hrubesch nochmal zu und erzielte in der 88. Minute den Siegtreffer.

Aufreger des Turniers: So richtig kam das Turnier nie ins Rollen. Das italienische Publikum ignorierte es weitgehend, die Fußballverdrossenheit war im Gastgeberland noch groß angesichts eines kürzlich bekannt gewordenen Betrugsskandals in der Serie A. Interessanterweise gab es bei diesem Turnier erstmals ein Maskottchen, dass man auch als hintersinnigen Kommentar auf die Geschehnisse in Italiens höchster Spielklasse deuten konnte: Eine Holzpuppe namens Pinocchio.

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