EM 1968 - Italien im Glück

EM 1968 - Der italienische Stürmer Luigi Riva erzielt die 1:0-Führung gegen Jugoslawien

EM 1968 - Italien im Glück

Während Deutschland mit Netzer und Overath in der erstmals stattfindenden Qualifikation scheitert, holt sich Italien im eigenen Land den Titel.

Europameister: Italien bahnte sich den Weg zum Titel mit Glück  - und der Hilfe der Schiedsrichter. Im Halbfinale gegen die Sowjetunion fiel in 120 Minuten kein Tor. Da man das Elfmeterschießen noch nicht erfunden hatte, musste das Los entscheiden. Italiens Kapitän Giacinto Faccheti entschied sich für die "richtige" Seite der Münze.

Im Finale trafen die Gastgeber auf Jugoslawien, das sich im Halbfinale überraschend gegen England durchgesetzt hatte. Das erste Endspiel endete 1:1. Im Wiederholungsspiel setzten sich die Italiener dann 2:0 durch. Die Treffer erzielte Gigi Riva (12.) und Pietro Anastasi (31.). Bedanken durften sich die Italiener bei Schiedsrichter Gottfried Dienst aus der Schweiz, der in beiden Partien einige zweifelhafte Entscheidungen zu ihren Gunsten traf.

Spieler des Turniers: Seinen größten Triumph feierte Dino Zoff 1982, als er den WM-Pokal in die Höhe hielt – im Alter von 40 Jahren. Da war er längst „Dino nazionale“, der ewige Torhüter der Squadra Azzurra. Seinen ersten Titel im Trikot der Nationalmannschaft hatte er bereits 14 Jahre zuvor gefeiert. In den vier Spielen der EM 1968 inklusive des „doppelten“ Endspiels kassierte er lediglich einen Treffer.

Deutsche Mannschaft im Turnier: Der erste Anlauf eines DFB-Teams auf den EM-Titel endete mit einer der größten Blamage, die der deutsche Fußball erlebt hat. Der neue Modus sah eine Vorrunde mit Gruppenspielen vor. Erst ab dem Viertelfinale, für das sich die Gruppensieger qualifizierten, ging es nach dem K.o.-System weiter. Das DFB-Team startete mit einem 6:0 gegen Albanien. Es folgten eine 0:1-Niederlage im Hin- und ein 3:1-Sieg im Rückspiel gegen Jugoslawien. Das Team von Bundestrainer Helmut Schön musste nun nur noch in Albanien gewinnen, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Niemand zweifelte daran, dass der Vizeweltmeister von 1966 in Tirana als Sieger vom Platz gehen würde. Auch Schön nicht, der die komplette Bayern-Achse mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller zu Hause ließ. Ein Fehler. Denn auf dem eher einem Acker als einem Rasen ähnelnden Boden kam die umformierte DFB-Elf gegen beherzt verteidigende Albaner nicht über ein 0:0 hinaus, was den Jugoslawen den Einzug ins Viertelfinale ermöglichte.

Aufreger des Turniers: Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst hatte schon im WM-Endspiel 1966 eine unrühmliche Rolle gespielt. Und auch im ersten EM-Finale 1968 machte er keine gute Figur. Beim Ausgleich durch einen Freistoß von Angelo Domenghini (78.) dirigierte Dienst noch die jugoslawische Mauer als der Italiener den Ball ins Tor hämmerte. Den Treffer gab Dienst dennoch. Schließlich verweigerte er den Jugoslawen auch noch einen Elfmeter. Im Wiederholungsspiel traf Riva aus stark abseitsverdächtiger Position.

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