WADA-Forderung - kaum Folgen für Russlands Fußball

Das Stadion in Sankt Petersburg

EURO 2020

WADA-Forderung - kaum Folgen für Russlands Fußball

Von Chaled Nahar

Russland soll nach dem Willen der Prüfkommission der WADA für vier Jahre von sportlichen Wettbewerben ausgeschlossen werden. Für Olympia hat das klare Folgen - für den Fußball noch nicht.

Russland ist für die EURO 2020 sportlich qualifiziert. Die UEFA trägt in Sankt Petersburg drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale der Europameisterschaft aus. Auch das Endspiel der Champions League 2021 soll dort stattfinden. Und dabei wird es wohl bleiben.

Ausrichtung der EM 2020 laut WADA "nicht betroffen"

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bestätigte dem Sport-Informations-Dienst und der britischen Nachrichtenagentur AP, dass die Ausrichtung der EURO 2020 nicht von den geforderten Sanktionen gegen Russlands Sport betroffen ist. "Für die UEFA ist die EM kein Multisport-Großereignis oder eine Weltmeisterschaft, sondern ein regionales/kontinentales Einzelsportereignis. Es ist also nicht von dieser Empfehlung betroffen", so ein WADA-Sprecher. Damit sollte auch der sportlichen Teilnahme Russlands nichts im Wege stehen.

EURO 2020 - UEFA-Präsident bei Putin voll des Lobes Sportschau 28.11.2019 00:59 Min. Verfügbar bis 28.11.2020 Das Erste

Finale der Champions League 2021 wohl ebenfalls ungefährdet

Sankt Petersburg richtet zudem das Finale der Champions League 2021 aus. Auch das ist laut AP von den Empfehlungen der Prüfkommission der WADA nicht betroffen. Eine Beteiligung russischer Klubs an der Champions League und der Europa League 2020/21 ist demnach wohl auch möglich.

Folgen frühestens zur WM 2022 spürbar

Eine Grundlage für diese Entscheidungen ist die Tatsache, dass die UEFA den WADA-Code nicht unterzeichnet hat. Die FIFA tat dies dagegen 2008, und das kann am Ende doch zu Problemen für Russlands Fußball sorgen. Denn wenn das Exekutivkomitee der WADA die Forderungen der Prüfkommission umsetzt, könnten die Sperren auch für die Fußballer gelten oder zu einem Start als "neutrale Athleten" führen. Das ist auch bei Mannschaftssportarten möglich, Russlands Eishockeyspieler holten 2018 als "Olympische Athleten aus Russland" Gold.

Was passiert im FIFA-Rat?

Auf Funktionärsebene könnte es auch Konsequenzen geben: Eine Forderung der Prüfkommission lautet, dass vier Jahre lang keine russischen Funktionäre mehr in den Gremien der Verbände sitzen dürfen, die den WADA-Code unterzeichnet haben. Das träfe also auch auf die FIFA zu, in deren mächtigem Rat sitzt mit Alexej Sorokin ein Vertreter Russlands.

Prüfkommission der WADA fordert harte Strafen

Die unabhängige Prüfkommission der WADA hatte am Montag (25.11.2019) harte Sanktionen gegen Russland gefordert: Vier Jahre lang soll Russland an keinen großen sportlichen Wettbewerben wie beispielsweise Olympischen Spielen teilnehmen, kein sportliches Großereignis ausrichten. Einzelsportler dürften nur nach eingehender Prüfung als neutrale Athleten starten.

Seppelt: "Es könnte eng werden für Russland" Sportschau 17.11.2019 04:25 Min. Verfügbar bis 17.11.2020 Das Erste

Der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA wird die Manipulation von Doping-Labordaten vorgeworfen. Das Exekutivkomitee der WADA wird am 9. Dezember in Paris darüber entscheiden, ob es der Empfehlung folgt. Nur dann treten die Strafen auch in Kraft.

Stand: 27.11.2019, 12:10

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