Sperren, Kader und Nachnominierungen

Die deutsche Nationalmannschaft im März 2021

Mannschaften und Spieler

Sperren, Kader und Nachnominierungen

Von Chaled Nahar

Bis zum ersten Spiel dürfen Feldspieler nachnominiert werden, die Kader sind größer als sonst, und die Rückennummer 1 gehört einem Torwart - was für Spieler und Mannschaften bei der EURO 2020 gilt.

Kader: Die Trainer dürfen 26 Spieler nominieren. Das sind drei mehr als bei früheren Turnieren, aufgrund der Coronavirus-Pandemie soll dies im Fall von Infektionen etwas mehr Auswahl ermöglichen. Am Spieltag selbst dürfen aber nur 23 Spieler dabei sein, maximal zwölf von ihnen sitzen also auf der Bank. Im Kader müssen sich drei Torhüter befinden.

Rückennummern: Die Nummern 1 bis 26 werden verteilt, die Nummer 1 gehört in jedem Fall einem Torwart.

Nachnominierungen: Der Kader muss bis spätestens 1. Juni benannt sein. Bei Verletzungen oder Erkrankungen von Spielern, wozu auch Covid-19 zählt, ist bei einer Zustimmung durch die medizinische Kommission der UEFA eine Nachnominierung von Spielern möglich. Diese müssen natürlich grundsätzlich spielberechtigt sein. Das gilt für Feldspieler bis zum ersten Spiel, danach muss der Kader bis zum Turnierende reichen. Verletzte oder erkrankte Torhüter dürfen als Ausnahmeregel wegen der Coronavirus-Pandemie auch während des Turniers ersetzt werden. Ein Spieler, der einmal aus der Kaderliste entfernt wurde, darf nicht erneut nominiert werden.

Doping: "Doping ist verboten", heißt es im Reglement. Die UEFA könne "jeden Spieler zu jeder Zeit" testen. Über die Testdichte sagte das Dokument nichts aus. Im Vorfeld und während der EURO 2016 in Frankreich nahm die UEFA eigenen Angaben zufolge 1.818 Tests, deren Ergebnisse ausnahmslos negativ ausgefallen seien.

Gelb-Sperren: Nach jeweils zwei Gelben Karten erfolgt eine Sperre für das folgende Spiel. Jegliche Verwarnungen aus der Qualifikation und aus ihren Playoffs sind gestrichen. Einzelne Verwarnungen nach dem Viertelfinale werden gestrichen, eine Gelb-Sperre im Finale ist dadurch eigentlich nicht möglich. Eine solche Sperre betraf beispielsweise Andreas Möller im EM-Finale 1996 in England oder Michael Ballack beim WM-Endspiel 2002 in Japan.

Einen unwahrscheinlichen Weg zu einer Gelbsperre im Finale gibt es aber doch: Nach einer Regeländerung 2020 werden Gelbe Karten nicht mehr mit ins Elfmeterschießen genommen. Dadurch soll es im Elfmeterschießen nicht vorschnell zu Platzverweisen kommen. So ist es aber möglich, in den 120 Minuten und auch im Elfmeterschießen Gelb zu sehen. Die UEFA bestätigte auf Anfrage: Ein Platzverweis erfolgt dann zwar nicht, wohl aber eine Sperre für das nächste Spiel - und das könnte auch das Finale sein.

Rot-Sperren: Wenn Spieler oder Teamoffizielle die Rote Karte sehen, erfolgt eine Sperre von mindestens einem Spiel, die UEFA kann die Sperre dem Vergehen entsprechend natürlich auch auf mehrere Spiele ausweiten. Kann die Sperre während der EURO 2020 nicht vollständig bedient werden, bleibt der Spieler in den folgenden Spielen der Qualifikation für die WM 2022 entsprechend gesperrt.

Pflicht zur "bestmöglichen Mannschaft": Die Verbände sind laut Reglement verpflichtet, "bis zum Ausscheiden ihre bestmögliche Mannschaft aufzustellen". Eine Regel, die schwer kontrollierbar ist und außerdem zumindest gestreckt wird, beispielsweise in möglicherweise bedeutungslosen letzten Gruppenspielen. Bei Weltmeisterschaften kam es oft im Spiel um Platz drei zum Einsatz von Spielern aus der zweiten Reihe.

Stand: 04.06.2021, 20:35

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