EURO 2020 - Entscheidung über München vertagt

München ist einer der zwölf geplanten Spielorte der EURO 2020.

Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees

EURO 2020 - Entscheidung über München vertagt

Die Entscheidung, ob München Spielort bei der EURO 2020 bleiben wird, ist vertagt worden. Die UEFA gibt dem DFB eine Fristverlängerung bis Freitag. Es geht um eine Zusage für zumindest eine Teilzulassung von Zuschauern.

Am Freitag werde dann während einer Videokonferenz endgültig entschieden, teilte der europäische Fußballverband am Montag (19.04.2021) nach einer Sitzung des Exekutivkomitees in Montreux mit. Bis dahin seien "noch einige Dinge zu klären", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Auch der spanische und irische Verband, die mit den Städten Bilbao und Dublin im Rennen sind, bekommen mehr Zeit. Im Fall von Bilbao soll es Überlegungen geben, die Spiele nach Sevilla zu vergeben. Bei Dublin gibt es Gerüchte über eine Verlegung ins englische Manchester.

DFB kündigt Gespräche mit Bundesregierung an

Der DFB teilte am Montagnachmittag zur Fristverlängerung für München mit: "Wir werden in den kommenden Tagen gemeinsam mit der UEFA und unseren Partnern in München, im Freistaat Bayern und bei der Bundesregierung erörtern, wie die Umsetzung unserer Pläne unter den gegebenen Voraussetzungen und trotz der unverändert herausfordernden pandemischen Entwicklung gelingen kann."

Ob die deutsche Politik innerhalb der nächsten Tage Garantien für eine Zuschauerzulassung in München geben wird, ist fraglich. Eine Voraussage über den Verlauf der Corona-Pandemie wird bis dahin kaum seriöser zu treffen sein als in den vergangenen Tagen.

DFB-Generalsekretär Curtius über EM in München: "Sehr optimistisch" Sportschau 09.04.2021 01:30 Min. Verfügbar bis 09.04.2022 Das Erste

"Ich bedauere sehr, dass auch heute keine Entscheidung für den Spielort München getroffen wurde", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter am Montag. Der SPD-Politiker hoffe und glaube aber "noch immer an eine positive Entscheidung" für die bayerische Landeshauptstadt. Alternative Standorte in Deutschland sollen nach Informationen der Sportschau nicht geprüft werden.

Drei Szenarien

Die Stadt München veröffentlichte zudem die drei Szenarien, die eingereicht wurden. Im "Lead-Szenario" würden 14.500 Zuschauer (21,6 Prozent der Gesamtkapazität) in die Münchner Arena gelassen.

Im "Upscale-Szenario" wären es knapp 27.000 Zuschauer (40,2 Prozent). "Jedoch würde dieses Szenario eine sehr positive Entwicklung der Pandemie voraussetzen", teilte die Stadt mit. "Aufgrund des nötigen Vorlaufs zur Umsetzung wird diese Variante von Tag zu Tag unwahrscheinlicher."

Das "Backup-Szenario" sieht zwischen 0 und 7.000 Personen (etwa zehn Prozent) vor. Geisterspiele will die UEFA aber mit aller Macht vermeiden.

Politik lehnt Garantien ab

Am Sonntag war duchgesickert, dass der DFB die von Ceferin geforderte Garantie für zumindest eine Teilzulassung von Fans nicht fristgerecht bis zur Sitzung des Exkos am Genfer See geben kann.

Die Informationen der Sportschau darüber decken sich mit einem Bericht der "Bild am Sonntag", die zuerst über zwei Schreiben der Politik an den DFB berichtet hatte.

Demnach lehnten das Bundesinnenministerium und die bayrische Staatskanzlei mit Verweis auf die dynamische und unsichere Pandemielage eine feste Zusage für die Öffnung von mindestens 20 bis 25 Prozent der Stadionkapazität für Zuschauer ab. Der deutsche Verband bestätigte den Eingang zweier Briefe, die er "unverzüglich" an die UEFA weiterleitete, nannte aber keine Absender.

Vier Spiele in München

In der Arena in Fröttmaning am Stadtrand Münchens sollen vier Partien ausgetragen werden, darunter die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft.

Geplante EM-Spiele in München
DatumRundeBegegnung
15. Juni1. SpieltagFrankreich - Deutschland
19. Juni2. SpieltagPortugal - Deutschland
23. Juni3. SpieltagDeutschland - Ungarn
2. JuliViertelfinaleunklar

Neun von zwölf Gastgebern des Turniers (11. Juni bis 11. Juli) hatten der UEFA schon vor der Entscheidung in Montreux die Zusage für eine Zulassung von Zuschauern gegeben. In Ungarns Hauptstadt Budapest soll sogar eine Auslastung von 100 Prozent möglich sein.

Wichtig mit Blick auf 2024

Die Entscheidung am Freitag ist auch mit Blick auf die Europameisterschaft 2024 wichtig, die der DFB alleine ausrichten wird. Etwa zwei Jahre auch kostenintensiver Vorbereitung könnten nahezu wertlos sein, sollte München seinen Status als Spielort verlieren.

bar/dpa/sid | Stand: 19.04.2021, 17:09

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