Ceferin relativiert: "Behörden entscheiden" über Zuschauer bei EM

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin

UEFA-Präsident relativiert Vorgaben bei Zuschauerfrage

Ceferin relativiert: "Behörden entscheiden" über Zuschauer bei EM

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hält Spiele ohne Zuschauer bei der EURO 2020 nun doch für möglich. Mit dieser Interview-Aussage relativiert er die bisher kommunizierte Forderung, die EM-Gastgeberstädte müssten Spiele vor Zuschauern ermöglichen.

"Die Behörden vor Ort entscheiden vor den Spielen, ob Zuschauer zugelassen werden oder nicht", sagte Ceferin in der "Welt am Sonntag". "Was wir wollen, ist die Zusage, dass Zuschauer kommen können, wenn die Situation es erlaubt." Das UEFA-Exekutivkomitee hatte am Freitag München als einen von elf Spielorten für die um ein Jahr verschobene EURO (11. Juni bis 11. Juli) bestätigt.

Während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Mindestkapazität von 14.500 Zuschauern nur unter Vorbehalt einer positiven pandemischen Entwicklung bestätigte, schrieb die UEFA in einer Mitteilung: "Das UEFA-Exekutivkomitee (...) wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass die zuständigen Behörden die Durchführung aller vier Partien der UEFA EURO 2020 in München mit mindestens 14.500 Zuschauern genehmigt haben, weshalb die Stadt als Austragungsort bestätigt wurde",

Ceferin über Zuschauerfrage: "Wenn die Situation es zulässt"

Das will Ceferin nicht als fixe Garantie verstanden wissen. "Sie glauben doch nicht, dass wir auf Zuschauer bestehen, wenn die Situation vor Ort es im Sommer nicht zulässt. Aber es gibt mittlerweile Impfungen, Tests, Hygienekonzepte. Warum sollten wir also nicht davon sprechen, Zuschauer zuzulassen, wenn die Situation es zulässt?"

Ceferin träumt angesichts der Coronakrise davon, "dass die EM der Start in ein neues Leben wird. Das Comeback des Fußballs, wie wir ihn kennen, und hoffentlich auch das Comeback des normalen Lebens."

"Leitszenario" mit mindestens 14.500 Zuschauern in München

Die Landesregierung Bayerns hatte laut DFB ihr Einverständnis mit einem sogenannten "Leitszenario" erklärt, in dem eine Mindestkapazität von 14.500 Zuschauern in München für "realistisch" gehalten wird - keine Rede von einer Garantie. "Es wird erst vom Infektionsgeschehen abhängig gemacht werden können, ob die Möglichkeit besteht, Zuschauer ins Stadion einzulassen oder nicht", sagte ein Sprecher des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums.

"Ob es vor Zuschauern ist und vor wie vielen, konnte ich schon vor einer Woche nicht sagen. Das kann auch heute niemand sagen, deswegen gab es auch bis zum heutigen Tag keine Zusagen irgendwelcher Zuschauergarantien", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Münchens OB Reiter: "Keine Zusagen irgendwelcher Zuschauer-Garantien" Sportschau 23.04.2021 Verfügbar bis 23.04.2022 Das Erste

Vier Spiele in München geplant

Geplant in der Arena sind die deutschen Heimspiele gegen Frankreich, Portugal und Ungarn. Auch ein Viertelfinale wird in München stattfinden. Dieses K.o.-Spiel hatte nach Sportschau-Informationen bis zuletzt besonders auf der Kippe gestanden, da sich die UEFA an einem anderen Spielort mehr Zuschauer erhofft hatte.

Die Stadt München hatte bei der UEFA drei Szenarien für eine Teilzulassung eingereicht. Das nun von Bayern genehmigte sogenannte "Leitszenario" sieht 14.500 Zuschauer (21,6 Prozent der Gesamtkapazität) in der Arena vor. In weiteren Szenarien seien knapp 27.000 Zuschauer (40,2 Prozent) möglich, im schlechten Fall sah eine Option nur zwischen 0 und 7.000 Menschen (etwa zehn Prozent) im Stadion vor.

EM-Spiele in München
DatumRundeBegegnung
15. Juni1. SpieltagFrankreich - Deutschland
19. Juni2. SpieltagPortugal - Deutschland
23. Juni3. SpieltagDeutschland - Ungarn
2. JuliViertelfinaleoffen

UEFA andernorts strenger: Bilbao und Dublin sind raus

Die UEFA hatte im Vorfeld von allen Standorten ausdrücklich Garantien gefordert, dass Zuschauer in die Stadien dürfen. Zwei andere Städte sind aus dem Programm gestrichen worden:

Bilbao: Die Spiele werden nach Sevilla in das Estadio Olimpico de La Cartuja verlegt, teilte die UEFA mit. Hintergrund des Entzugs der Gastgeberrolle für Bilbao sind strenge Voraussetzungen der regionalen Behörden im Baskenland wie beispielsweise eine bestimmte Impfquote. Die UEFA sah es als unwahrscheinlich an, dass dort vor Fans gespielt werden kann.

Dublin: Mangels Garantien für Fans im Stadion entzog die UEFA auch Dublin den Status als Spielort. Die drei Gruppenspiele, die in Irland geplant waren, werden nun in Sankt Petersburg in Russland ausgetragen. Das für Dublin angesetzte Achtelfinale soll in Wembley gespielt werden.

London, Glasgow, Amsterdam, Kopenhagen, Budapest, Bukarest, St. Petersburg, Baku und Rom hatte die UEFA bereits mit verschiedenen Angaben zu den möglichen Auslastungen der Stadien aufgelistet. Ungarn will in Budapest Spiele vor vollen Rängen ermöglichen. Auch die britische Hauptstadt London hofft beim Finale am 11. Juli auf ein volles Wembley-Stadion.

sid,dpa,red | Stand: 25.04.2021, 09:21

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