Tschechien - Mit wenig Spielkunst ins Achtelfinale

Tomas Soucek

EM-Achtelfinale

Tschechien - Mit wenig Spielkunst ins Achtelfinale

Tschechien qualifizierte sich als Gruppen-Dritter für das Achtelfinale der EM. Dabei zeigte das Team von Jaroslav Silhavy aber wenig Spielkunst. Trotzdem glauben die Tschechen an ein Weiterkommen gegen die Niederlande.

Die Statistik lügt bekanntlich nicht. Und die sagt so einiges über Tschechiens Offensivverhalten: Tschechien lebt vorne bisher von Knipser Patrik Schick, und der hatte bisher auch die einzige Großchance der Osteuropäer. Dabei handelte es sich um den von ihm selbst herausgeholten und verwandelten Elfmeter gegen Kroatien.

Spielerisch kam die Elf von Jaroslav Silhavy dagegen noch zu keiner einzigen wirklich klaren Tormöglichkeit. Zum Vergleich: Die Niederlande haben sich bereits 15 und Spanien 10 Chancen erspielt. Tschechien versprühte abgesehen vom Schicks Geniestreich aus rund 45 Metern gegen Schottland nicht gerade hohe Spielkunst und weist zudem eine der höchsten Fehlpassquoten beim Turnier auf (19,3 Prozent).

"Qualität der Spieler ist da"

Trotz der eher ernüchtenden Bilanz ist der Glaube an einen Erfolg gegen die Niederlande da. So traut Trainer Dusan Uhrin, der mit Tschechien 1996 Vize-Europameister wurde, seinem Nachfolger Jaroslav Silhavy mehr als nur die erste K.o.-Runde zu. "Sie haben bisher eine hervorragende Leistung gezeigt, die ich auch ein bisschen erwartet habe", befand Uhrin, der schon vor Turnierstart für die Tschechen das Erreichen des Viertelfinales prognostiziert hatte. "Die Qualität der Spieler ist da und Jarda (Kurzform für Jaroslav) kann ein Team zusammenschweißen, auch aus mentaler Sicht."

Verteidiger Jan Suchoparek, Vize-Europameister von 1996, gibt sich ebenfalls zuversichtlich. "Ich glaube, dass die Mannschaft noch mehr Stärke zeigen wird und in den nächsten Spielen für eine Überraschung sorgen kann", sagte er jüngst. "Ich denke nicht, dass unsere Reise im Achtelfinale enden wird."

Darida wackelt

Ob an dieser Überraschung auch Kapitän Vladimir Darida dabei sein kann, wird sich erst unmittelbar vor dem Anpfiff entscheiden. "Wir müssen sehen, wie er sich morgen fühlt", sagte Silhavy bei der Pressekonferenz. Als Option im Fall eines Ausfalls nannte der Coach Antonin Barak von Hellas Verona.

Darida, der bei Hertha BSC aktiv ist, hatte das Abschlusstraining verpasst. Die Verletzung hatte sich der 30-Jährige demnach in der Einheit am Vortag zugezogen, Details nannte der Verband jedoch nicht. "Ich arbeite immer noch mit den Physiotherapeuten und der medizinischen Abteilung. Ich hoffe, ich bin morgen fit", sagte Darida.

red/dpa | Stand: 26.06.2021, 20:26

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